Tierschutz

Hilfe für vernachlässigte Hunde: Auch Sänger Olaf Henning unterstützt Verein

Vor zwei Jahren gründeten Andrea und Guido Gröber den Verein Herzpfoten. Der Verein unterstützt Tierheime in Litauen und Lettland. Die Weseker widmen fast ihre gesamte Freizeit dem Tierschutz.
Andrea und Guido Gröber haben Toksy, Grey und Peppi bei sich aufgenommen. Mit ihrem Verein Herzpfoten setzen sie sich für Hunde in Litauen und Lettland ein. © Markus Schönherr

Toksy, Grey und Peppi hatten Glück. Sie sind einem ungewissen Schicksal in Rumänien entkommen und leben nun in Weseke bei Andrea und Guido Gröber. „Grey hatte die Tötungsmarke schon im Ohr“, beschreibt Guido Gröber, was den Hunden bevorstand. Der Einsatz für den Tierschutz beschränkt sich für die Gröbers aber nicht nur auf die Versorgung ihrer eigenen Hunde. Vor zwei Jahren gründeten sie den Verein Herzpfoten. Mit rund 30 weiteren Vereinsmitgliedern sowie vielen Förderern setzen sie sich von Weseke aus für Tierheim-Hunde in Litauen und Lettland ein.

Angefangen hat alles mit Max. Der Bordercollie-Mischling lebte bis zu seinem Tod 2016 bei Familie Gröber. „Er war der Seelenhund meines Mannes“, schildert Andrea Gröber das besondere Verhältnis. „Er hat uns so viel gegeben, da wollten wir etwas zurückgeben.“ So kam es, dass sich die Weseker immer mehr mit dem Thema Tierschutz befassten, Hunde bei sich aufnahmen und schließlich ihren eigenen Verein gründeten. Persönliche Kontakte zu Betreibern von privaten Tierheimen in Litauen und Lettland führten dazu, dass sich die Vereinsarbeit auf diese beiden Länder konzentriert.

Vereinsgründer mussten Auflagen erfüllen

Dafür mussten die Vereinsgründer einige Auflagen erfüllen. Andrea Gröber erbrachte nicht nur einen Sachkundenachweis, sondern absolvierte auch Praktika in einem Tierheim, bei einem Tierarzt und in einer Hundeschule. Seit Mai dieses Jahres darf der Verein Hunde importieren und in Deutschland vermitteln. Das sei aber nicht das Hauptanliegen, sagt Guido Gröber, der im Verein den Vorsitz übernommen hat. „Die Vermittlungen sollen hauptsächlich vor Ort passieren.“

Hin und wieder suchen die Gröbers aber doch ein Zuhause für einen der baltischen Tierheim-Hunde. Interessenten melden sich in der Regel über digitale Netzwerke. Wer tatsächlich einen Hund aufnehmen möchte, muss eine Selbstauskunft abgeben, in der zum Beispiel abgefragt wird, wie viel Zeit und Platz für die Versorgung eines Hundes zur Verfügung stehen. Der Verein stattet den Interessenten auch einen Besuch ab. „Die Leute müssen auch damit rechnen, dass wir nein sagen“, so Guido Gröber. Kommt die Vermittlung zustande, müssen die neuen Hundebesitzer eine Gebühr von 380 Euro bezahlen. Davon werden unter anderem Impfungen und der Transport bezahlt.

Verein Herzpfoten kooperiert mit zwei Tierheimen

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Unterstützung der beiden Tierheime, mit denen der Verein Herzpfoten kooperiert. Regelmäßig werden Futterspenden nach Litauen und Lettland geschickt. Material für Zwinger, Öfen und auch ein Anhänger für Tiertransporte gehören zu den Dingen, die mit Spenden finanziert wurden.

Seitdem ihre drei erwachsenen Kinder aus dem Haus sind, widmen Andrea und Guido Gröber fast ihre gesamte Freizeit dem Tierschutz – neben dem Beruf. Sie ist Bankkauffrau bei der VR-Bank Westmünsterland. Er arbeitet als Informatiker bei der Finanzverwaltung NRW. Prominentester Unterstützer des Vereins ist der Sänger Olaf Henning aus Burlo, der regelmäßig mit anpackt und dafür zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Hilfe benötigen die Hunde aus unterschiedlichen Gründen, berichtet Andrea Gröber. Zum einen gebe es – ähnlich wie in Rumänien – das Problem der Straßenhunde. Zum anderen handele es sich um ein Wohlstandsproblem. Passt ein Hund nicht mehr zu Inneneinrichtung des Hauses, werde er ausgesetzt. Am Ende landen einige von ihnen in den Tierheimen, die Mirko Höhnisch in Lettland und Laura Alisauskiene in Litauen aufgebaut haben und die seit zwei Jahren Unterstützung aus Weseke bekommen.

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