Im Dezember hatte das Impfzentrum in Velen seinen Betrieb aufgenommen, Ende September soll es seine Türen schließen. © Josef Barnekamp
Geplantes Ende

Impfzentrum in Velen soll Ende September geschlossen werden

Im Dezember 2020 hat das Impfzentrum in Velen den Betrieb aufgenommen. Hundertausende Menschen wurden dort geimpft. Jetzt ist bald Schluss. Ende September soll das Zentrum zurückgebaut werden.

Fast 215.000 Mal haben die Ärzte im Impfzentrum des Kreises Borken die Nadel angesetzt und Menschen gegen das Coronavirus gewappnet. In knapp zehn Wochen soll in der Einrichtung unweit der B 525 auf der Grenze zwischen Velen und Gescher Schluss sein mit dem Impfen.

Ende September soll das im interkommunalen Bauhof von Kreis Borken und Stadt Gescher unterbrachte Impfzentrum seine Türen schließen. Geimpft werden soll dann im Wesentlichen von Haus- und Betriebsärzten.

Dass die Impfzentren landesweit zu diesem Zeitpunkt schließen sollen, sei eine Entscheidung des Landes NRW, sagt Dr. Elisabeth Schwenzow, beim Kreis Borken für das Thema Sicherheit und Ordnung zuständige Mitglied im Verwaltungsvorstand. Dass die Impfzentren landauf landab zu diesem Zeitpunkt zurückgebaut werden sollen, sei seit Längerem klar. So hatte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann vor kurzem gesagt: „Das Impfgeschehen kann dann von den Impfzentren regelhaft in die Arztpraxen übergehen.“

Im interkommunalen Bauhof, der beim Bau 2008/2009 auch als Krisenzentren des Kreises im Tierseuchenfall konzipiert wurde, werden deswegen ab Anfang Oktober die Bauhofmitarbeiter wieder mehr Platz haben. „Dort freut man sich, zurück zu sein“, sagt Schwenzow.

Übrig bleiben soll vom Impfzentrum eine sogenannte „Koordinierende Einheit“. Dafür zahle das Land pro 100.000 Einwohner eine Stelle und das sechs Monate lang. Für den Kreis sind das also rund 3,7 Vollzeitstellen. Die bisherigen Kosten des Impfzentrums hatten sich Bund und Land geteilt.

„Koordinierende Einheit“ bleibt vorerst

Das eigentliche Impfgeschäft, so hätten auch das Land und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe das vereinbart, werde künftig von den Haus- und Betriebsärzten übernommen, sagt Dr. Schwenzow. Dabei werde es sich ja voraussichtlich vor allem um Auffrischungsimpfungen handeln, die – anders als viele Erstimpfstoffe – wohl nur einmal verabreicht werden müssen. Zudem gehe man derzeit davon aus, dass der Coronaimpfschutz nur langsam nachlasse, weswegen man für die Auffrischungs- oder „Booster“-Impfung nicht an einen engen Terminplan gebunden sei, sagt Schwenzow. Insofern sei davon auszugehen, dass die Ärzte mit der großen Zahl der Corona-Nachfolgeimpfungen gut zurecht kämen.

Im Impfzentrum in Velen sei es, nachdem zwei Drittel der Kreisbevölkerung zumindest die erste Impfung erhalten haben, „ruhig geworden“, sagt Dr. Schwenzow. Angesichts von rund 300 Impfungen am Tag sei nur noch eine Schicht im Dienst. Zum Vergleich: An Spitzentagen wurden dort auch schon mal 2700 Menschen „gepiekst“.

Aus Sicht der Ordnungsdezernentin hat das Impfzentrum „sehr gut funktioniert.“ Die zentrale Lage im Kreisgebiet sei von Vorteil gewesen, dass der Bauhof als Krisenzentrum konzipiert worden ist, auch. Schwenzow lobt in diesem Zusammenhang die Unterstützung Ehrenamtlicher, die Menschen zum Impfzentrum gefahren hätten und sich auch vor Ort darum gekümmert hätten, dass diese mit Anträgen und Prozedere zurechtkommen. „Wir finden, dass der Standort eine sehr gute Wahl war“, sagt Dr. Elisabeth Schwenzow. Auch was die Abläufe vor Ort angeht, habe sie viele positive Rückmeldungen bekommen. Viele hätten sich gewundert, wie fix und problemlos das Impfen vonstatten geht.

Kreis wirbt weiter für Impfungen

Damit es trotz einer im Bundesvergleich hohen Impfbereitschaft im Westmünsterland noch weiter voran geht mit dem Impfen, setzt man beim Kreis weiter auf mobiles , unkompliziertes Impfen ohne Termin. So wollen Kreis und Kommunen in den kommenden Wochen einen Impfbus losschicken, der bereits in Isselburg und Bocholt unterwegs war und am Donnerstag beim Feierabendmarkt in Borken halten soll. Wie Schwenzow sagt, hätten sich zuletzt solche Angebote ohne vorherige Anmeldung bewährt. Sie sollen dabei helfen, die Impfquote noch zu verbessern.

Derzeit sind 77,5 Prozent der Über-Zwölfjährigen im Kreis Borken geimpft und gut zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Für eine sogenannte Herdenimmunität sei aber wegen der Virusmutationen mittlerweile eine über 80-prozentige Impfquote nötig, sagen Fachleute.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.