Alwine Hagemann aus Reken kam in Begleitung ihrer jüngsten Enkelin Anna nach Velen ins Impfzentrum. Die 93-Jährige war eine der ersten, die dort den "Pieks" erhielten. © Josef Barnekamp
Impfzentrum Velen

Impfzentrum nimmt Betrieb auf: Für Alwine Hagemann (93) „nur ein Pieks“

Nach langem Warten auf den Impfstoff sind am Montag die ersten über 80-Jährigen im Impfzentrum Velen mit dem „Anti-Corona-Pieks“ versehen worden. 1850 Personen sollen noch in dieser Woche folgen.

Der Hin- und Rückweg im Pkw ihrer Enkelin auf winterlichen Straßen hat Alwine Hagemann viel mehr Zeit gekostet als das Impfprozedere selbst. Aber auch die knapp einstündige Anfahrt hat die 93-jährige Rekenerin nicht davon abgehalten, sich am Montag als eine der ersten Personen aus dem Kreis Borken im Impfzentrum in Velen gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Begleitet von ihren jüngsten Enkelin Anna stand sie pünktlich zum Impfbeginn am Nachmittag am Schalter des Zentrums, das der Kreis Borken und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) unweit der B 525 zwischen Gescher und Velen organisieren.

„Nur ein Pieks, dann ist man fertig“, sagte Hagemann, nachdem sie die sieben Zonen des Zentrums von der An- bis zur Abmeldung geschafft hatte. Für sie sei die Impfung „gar kein Problem“ gewesen, sagte die Rekenerin. „Ich bin ja von der alten Generation. Und wir haben ja schon viel durchgestanden“, sagte sie.

Die ersten Patienten wurden am Montag im Impfzentrum des Kreises Borken in Velen begrüßt. Die 93-jährige Alwine Hagemann aus Reken kam in Begleitung ihrer jüngsten Enkelin Anna.
Die ersten Patienten wurden am Montag im Impfzentrum des Kreises Borken in Velen begrüßt. Die 93-jährige Alwine Hagemann aus Reken kam in Begleitung ihrer jüngsten Enkelin Anna. © Josef Barnekamp © Josef Barnekamp

So wie Alwine Hagemann nutzten viele andere Über-80-Jährige gestern den Start des Impfzentrums, um sich gegen das Virus zu wappnen. Wer wegen der glatten Straßen gestern lieber zu Hause blieb, der kann den Termin am Dienstag, 9. Februar, nachholen.

1850 Personen sollen in dieser Woche geimpft werden

Auf rund 220 Personen hatte man sich gestern im Impfzentrum eingestellt, bis zu 1850 in der Woche sollen es zunächst sein. „Wir rechnen aber mit einem erheblichen Mehr an Impfstoff“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker beim Pressetermin. Neben dem derzeit verimpften Impfstoff von Biontech (rund 1500 Dosen die Woche) erwartet der Kreis ab sofort Impfstoff des Unternehmens Astrazeneca.

Neben dem derzeit verabreichten Impfstoff von Biontech (rund 1500 Dosen die Woche) erwartet der Kreis ab dem 8. Februar Impfstoff des Unternehmens Astrazeneca. Rund 1540 Dosen davon sollen in einer ersten Wochenration ab dem 11. Februar an Menschen aus dem Rettungsdienst und der mobilen Pflege verimpft werden.

Da auch die Zahl der Biontech-Dosen längerfristig auf 2500 pro Woche steige, ist man beim Kreis guter Dinge, bis Ende April den Über-80-Jährigen die beiden nötigen Termine zur Verfügung stellen zu können. In dieser Woche standen die Impfungen für knapp 1500 Über-80-Jährige und rund 400 Mitarbeiter des Rettungsdienstes an.

Geimpft wird momentan auch an Wochenende von 14 bis 20 Uhr

Geimpft wird momentan an sieben Tagen die Woche von 14 bis 20 Uhr. Täglich 220 Personen soll es bis Ende Februar sein. Später dann sollen im Zwei-Schicht-Betrieb rund doppelt so viele Personen täglich geimpft werden, wobei die Impfung der unterschiedlichen Hersteller auch in separaten „Impfstraßen“ passiert, wie Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow betonte.

Ein Aufklärungsgespräch gehört zum Prozedere dazu im Impfzentrum des Kreises Borken in Velen. © Josef Barnekamp © Josef Barnekamp

Sie dankte wie auch Dr. Amin Osman von der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Brinkhues (Organisatorischer Leiter) sowie Jens Eisenack (Ärztlicher Leiter) und sein Stellvertreter Dr. Guido Euting den Beteiligten dafür, dass die Organisation bislang gut geklappt habe. „Das waren aufregende und spannende Woche“, so Elisabeth Schwenzow.

Spannende und aufregend fand auch Alwine Hagemann das Prozedere, schließlich habe sie „es das ganze Leben noch nicht erlebt, dass die Zeitung wegen mir da ist“, sagte sie angesichts des Rummels um ihre Person. Den „Pieks“ selbst ließ sie sich aber dann doch hinter verschlossenen Türen verpassen.

Wer sich darüber informieren will, wie der Ablauf im Impfzentrum des Kreises Borken ist, was man alles mitbringen und beachten sollte oder wie man dorthin kommt, der findet jede Menge Infos sowie ein Erklärvideo auf der Seite des Kreises Borken.

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