Corona-Lockdown

Kindeswohlgefährdungen: Meldungen im Kreis Borken weiter auf hohem Niveau

Die Situation für Kinder und Jugendliche im Corona-Lockdown ist schwierig. Auch im Kreis Borken wirken sich die Einschränkungen aus. Die Verantwortlichen im Kreis Borken nehmen kritische Anzeichen ernst.
Wenig Kontakte, wenig Struktur, viele Einschränkungen:  Der Corona-Lockdown wirkt sich auch auf Kinder und Jugendliche im Kreis Borken aus. Beratungs- und Unterstützungsangebote des Kreises Borken werden verstärkt in Anspruch genommen.
Wenig Kontakte, wenig Struktur, viele Einschränkungen: Der Corona-Lockdown wirkt sich auch auf Kinder und Jugendliche im Kreis Borken aus. Beratungs- und Unterstützungsangebote des Kreises Borken werden verstärkt in Anspruch genommen. © dpa

Die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie waren auch in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Borkener Kreishaus Gegenstand der Beratungen.

So berichtete der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken in der Sitzung über die Auswirkungen auf seine Aufgabenbereiche: Der anhaltende Lockdown und insbesondere die kaum verlässlichen täglichen Strukturen für Bildungsangebote sowie regelmäßige Kontakte und Begegnungen mit Gleichaltrigen stelle sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Eltern eine große Herausforderung dar, fasste Brigitte Watermeier als Leiterin des Kreisjugendamtes die Situation zusammen.

„Die Auswirkungen der jetzt ja schon seit vielen Monaten notwendigen Einschränkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind aber noch nicht qualifizierbar und valide“, erklärte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster.

Psychosoziale Situation: Es gibt kritische Anzeichen

Aus der Praxis der Jugendhilfe und auch der Wissenschaft mehren sich die kritischen Anzeichen gerade im Hinblick auf die psychosoziale Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien. Die Entwicklung müsse daher weiterhin im Blick behalten werden, um gegebenenfalls darauf zu reagieren, so Dr. Hörster.

Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Kreisjugendamtes habe festgestellt, dass es Eltern immer schwerer falle, die Kinder und Jugendlichen zu motivieren, einen strukturierten Alltag beizubehalten. Zudem fehle häufig der Kontakt zu Gleichaltrigen. Die Kooperation zwischen dem ASD, den Schulen und der Kindertagesbetreuung laufe weiterhin reibungslos.

47 Meldungen über Kindeswohlgefährdungen im ersten Quartal

„Die Meldungen über Kindeswohlgefährdungen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes bewegen sich im ersten Quartal 2021 weiter auf einem hohen Niveau: Insgesamt waren 47 Kinder betroffen“, erläuterte Brigitte Watermeier.

Die Situation in der Kinder- und Jugendarbeit sei leider anhaltend unbeständig und dadurch stark belastend für die Ehrenamtlichen, Beschäftigten und vor allem auch für die Kinder und Jugendlichen selbst. Insbesondere das Angebot der Beratung und Unterstützung durch die Abteilung Kinder- und Jugendförderung werde zunehmend stärker in Anspruch genommen, so Brigitte Watermeier.

Der Fokus liege zurzeit in der Entwicklung von Angeboten für die Ferienbetreuung und -freizeiten, wo mit einer starken Nachfrage gerechnet wird. Vor dem Hintergrund der pandemiebedingt veränderten Rahmenbedingungen wurden die Förderrichtlinien angepasst.

Im Kita-Bereich liege die Belegung aktuell bei durchschnittlich 82 Prozent in einer Bandbreite von 40 bis 95 Prozent. Diese Werte gehen aus den Rückmeldungen von circa 70 Kindertagesstätten und mehr im Kreisjugendamtsbezirk hervor.

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