Klimawochen Kreis Borken

Klima- und Umweltschutz in Unternehmen: Erfolgsgeschichte Ökoprofit

Die elfte Runde Ökoprofit im Kreis Borken beginnt jetzt. Unternehmen aus Ahaus, Stadtlohn und Legden sind auch dabei, wollen sich aktiv mit betrieblichem Klima- und Umweltschutz befassen.
Erhoffen sich neue Ideen zum Umweltschutz: Vertreter der elften Ökoprofit-Runde stellten sich in der Westmünsterlandhalle vor. © Horst Andresen

Zehn Jahre (plus ein Coronajahr) Ökoprofit im Kreis Borken: Das seien „fruchtbringende Jahre im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes“ gewesen. Das erklärte am Dienstag Kreisbaudirektor Hubert Grothues, der ein Grußwort von Landrat Dr. Kai Zwicker in der Westmünsterlandhalle in Heiden verlas.

Wo vor elf Jahren mit 16 Unternehmen aus dem Kreis Borken eine „Erfolgsgeschichte“ begann, wurden zugleich im Rahmen der Klimawochen im Kreis Borken 2021 „drei beste Maßnahmen“ aus dieser Zeit hervorgehoben und die bisher neun Teilnehmer der neuen Runde 2021/22 vorgestellt.

Bald werden auch Kleinstunternehmen gefördert

Das Ökoprofit-Angebot richtet sich bisher an Unternehmen, die sich aktiv mit dem betrieblichen Klima- und Umweltschutz befassen. Demnächst wird auch ein Programm „Ökoprofit Micro“ vom Land unterstützt, um „kleinere und Kleinstunternehmen“ fördern zu können, sagte Daniel Hartmann Referatsleiter im Umweltministerium.

Und er beglückwünschte Teilnehmer sowie Kreis und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) als Ankurbler für „viele gute Maßnahmen“ im Sinne des Umweltschutzes. Hartmann: „Ökoprofit gibt es seit 20 Jahren. Der Kreis Borken war damals zwar nicht der Erste, hat dann jedoch den Turbo angeworfen und ist in dieser Zeit landesweit die aktivste Region geworden.“

Seit 2010 gelang es, zehn Runden mit insgesamt 110 Unternehmen zu realisieren. Die Vielzahl der Maßnahmen, betonte Zwicker in seinem Grußwort, „spricht für die Wirksamkeit des Projektes. Bei uns im Westmünsterland tut sich viel an der Schnittstelle von Ökonomie und Ökologie“.

Bundesweit steht der Kreis Borken ganz weit vorne

Auch bundesweit stünde der Kreis ganz weit vorne. „Findige Unternehmen“, berichtete Kreisbaudirektor Grothues gegenüber den Gästen in Heiden, hätten viel eingespart: mehr als fünf Millionen Kilowattstunden Energie, 20 Millionen Tonnen CO2, 320 Tonnen Abfall, 21.000 Kubikmeter Wasser. Und: allein in 2019 rund 44 Millionen Euro in Umweltschutz investiert

Grothues nannte für den Kreis weitere Zahlen. Laut Landesstatistikern von IT.NRW investiere das produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) im Kreis Borken „kräftig in den Klimaschutz“. 116 von 388 Betrieben haben demnach im Jahr 2019 rund 44 Millionen Euro für Umweltschutz aufgebracht – die Hälfte mehr als 2018 und 1100 Prozent mehr als vor zehn Jahren. 70 Prozent der Umweltinvestitionen (30,9 Millionen Euro) entfielen auf den Klimaschutz. NRW-weit erreiche der Anteil nur 17 Prozent.

Dass sich das Ganze langfristig rechne, erklärte Ulrich Grunewald aus Bocholt. Die Grunewald GmbH & Co. KG (Werkzeug- und Formenbau, Alu-Gießerei) mit 200 Mitarbeitern fertigt unter anderem Prototypen für die Autobranche. „Wir haben vom ersten Tag der Maßnahme der Umwelt geholfen.“

Das Thema habe sich auch bei Mitarbeitern durchgesetzt, „auch wenn wir als Firma keine Umweltapostel sein wollen“. Mittlerweile fragten Kunden nach Umwelt-Zertifikaten. So werde das Unternehmen für seine Anstrengungen von außen belohnt.

Während einer kleinen Talkrunde, moderiert von Ingo Trawinski (WFG), erinnerte sich Heidens ehemaliger Bürgermeister Heiner Buß an die Geburtsstunde: „Aus anfänglicher Skepsis bei uns im Gemeinderat wurde schnell Überzeugung. Denn der eine Teilnehmer kann vom anderen durch Austausch und Miteinander etwas lernen. Ich hätte nie gedacht, dass Ökoprofit solch eine Erfolgsgeschichte werden würde.“

Drei beste Ökoprofit-Maßnahmen

Geehrt wurden mit Tierpatenschaften: Kreishandwerkerschaft Borken (Einstellung der Botendienste, komplett neue Heizungsanlage); 2G-Energy AG Heek (650 Mitarbeiter, Testdauer von Blockheizkraftwerken von zehn auf fünf Stunden gesenkt) und Mußenbrock & Partner mdB, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Borken (60 Beschäftigte, unter anderem Einrichtung einer Paketstation für die Mitarbeiter, Dachbegrünung, 20 Ladestationen).

Teilnehmer Ökoprofit 2021/22

Die elfte Runde beginnt jetzt. Die neun Teilnehmer stellten sich in Heiden vor:

Borgers GmbH, Stadtlohn (schlüsselfertiger Gewerbebau); FB Garten-Architektur GmbH & Co. KG, Ahaus-Wüllen; Leitungsbau Grethen GmbH & Co. KG, Legden; Raumdesign Hardeweg GmbH & Co. KG, Velen; Hydraulik- und Hubgeräte GmbH, Borken-Weseke; Kunststoffverarbeitung Liner Factory GmbH & Co. KG, Ahaus; MFZ Antriebe GmbH & Co. KG, Legden; Michael Hueske Landschaftspflege, Ahaus-Ottenstein; Schöpker & Dorgeist Stahl- und Röhrengroßhandel GmbH, Ahaus. Peter Dorgeist: „Wir müssen Gas geben für ein weiteres Leben der jungen Generation.“

  • Wer noch teilnehmen möchte, kann dies tun. Ansprechpartner ist Ingo Trawinski bei der WFG: trawinski@wfg-borken.de

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