Seit Juni 2017 arbeiten sie im Kabinett zusammen: Verkehrsminister Hendrik Wüst (links) und Ministerpräsident Armin Laschet (hier bei einer Landtagssitzung kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie im Februar 2020). Jetzt könnte Wüst Laschet beerben. © DPA
Laschet-Nachfolge

Kommt mit Hendrik Wüst der nächste Ministerpräsident aus dem Kreis Borken?

Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Vorsitzenden könnte bald ein Nachfolger für ihn als Ministerpräsident gebraucht werden. Eine Chance für Hendrik Wüst aus Rhede?

Die Wahl von Armin Laschet zum Bundesvorsitzenden der CDU könnte für Rhede zu landesweiter Bekanntheit führen. Denn als möglicher Nachfolger Laschets als NRW-Landesvater wird Verkehrsminister Hendrik Wüst heiß gehandelt. Überregionale Medien wie der Spiegel sehen den Rheder bereits als Favoriten für das höchste Amt im Land. Bürgermeister Jürgen Bernsmann freut das. Sollte es dazu kommen, würde Rhede in der öffentlichen Wahrnehmung „sicherlich davon profitieren“, Heimatstadt des Ministerpräsidenten zu sein, vermutet er.

Noch etliche Fragezeichen

Allerdings stehen davor noch einige Fragezeichen. Es geht vor allem darum, wie lange und unter welchen Umständen Laschet noch Ministerpräsident bleibt. Allein die Doppelbelastung durch das zusätzliche Amt als Bundesparteivorsitzender ist für ihn nach bisheriger Aussage kein Grund, in Düsseldorf abzutreten. Das Kabinett stärkt ihm da den Rücken. Minister Wüst erklärt auf BBV-Nachfrage: „In der Landesregierung wird die Wahl von Armin Laschet zum Bundesvorsitzenden der CDU keine Auswirkungen haben.“

Das könnte sich aber ändern, sollte Laschet auch Kanzlerkandidat und später entweder Bundeskanzler oder Oppositionsführer im Bundestag werden. Laschet hält sich zwar bisher bedeckt, ob er überhaupt antreten will – das werde zwischen CDU und CSU im Frühjahr entschieden, erklärte er. Interesse wird ihm aber durchaus nachgesagt. Sollte Laschet kandidieren und gewinnen, müsste auf jeden Fall ein neuer Ministerpräsident her.

Mehrere Minister und Fraktionsvorsitzender kommen in Frage

Da bereits im September Bundestagswahl ist, Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aber erst im Mai 2022, müsste in diesem Fall der jetzige Landtag für eine Übergangsphase einen Nachfolger für Laschet wählen. Der muss laut Landesverfassung ein Landtagsmandat haben. Infrage kommen vor allem Verkehrsminister Hendrik Wüst (45), Fraktionsvorsitzender Bodo Löttgen (61) und Finanzminister Lutz Lienenkämper (51). Derjenige, der dann die Regierung bis Mai führt, könnte sich mit dem Amtsbonus als Spitzenkandidat zur Wahl stellen.

Wüst betont gegenüber dem BBV: „Aktuell stellen sich keine Personalfragen in Nordrhein-Westfalen.“ Nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stehe erst die Frage der Kanzlerkandidatur an. „Wenn in Nordrhein-Westfalen was zu klären ist, tun wir das freundschaftlich und kollegial wie bisher“, so Wüst weiter. „Das Team zählt. Und wer dann an welcher Position steht, ist zweitrangig. Unsere Stärke ist, dass wir alle gut miteinander können.“

Rheder Bürgermeister: Gut für die Gemeinde

Sollte Wüst aber eines Tages an erster Position in der Landesregierung stehen, „wäre das natürlich auch für Rhede von Vorteil“, sagt Bürgermeister Jürgen Bernsmann auf Anfrage des BBV. Für Rhede und den gesamten Kreis Borken sei es heute schon „ein Glücksfall, mit Hendrik Wüst und Jens Spahn zwei Minister aus der Region zu haben, die für uns Bürgermeister und Bürgermeisterinnen immer ansprechbar sind“, sagt Bernsmann. Beide seien auch sehr daran interessiert, von den Bürgermeistern zu hören, „welche Erfahrungen wir vor Ort mit den Beschlüssen in Bund und Land machen“.

Wüst sei bodenständig und mit seiner Heimatstadt Rhede sehr verbunden, so der Bürgermeister. Er wünsche sich, „dass Hendrik Wüst und ich auch weiterhin einen engen und kurzen Draht – auch schon mal über den Gartenzaun – zueinander halten, uns vertrauensvoll austauschen, auch wenn er als Ministerpräsident noch weniger Zeit haben wird“.

Wüst erklärt, es sei „jetzt wichtig, hinter dem neuen Vorsitzenden die Reihen zu schließen und schnell zur inhaltlichen Arbeit und Vorbereitung auf die Bundestagswahl zu kommen“. Und: „In Nordrhein-Westfalen müssen wir auch die Landtagswahl in einem Jahr im Blick haben.“

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