Vorstandssprecher Andreas Terstegen (von links) präsentiert den Neubau der Volksbank in Rehde, in dem Bäcker Simon Wissing und Logopädin Susanne Wolsing Mieter sind. Die Sparkasse Westmünsterland ist mit im SB-Zentrum vertreten. © Sven Betz
Explosion

Nach versuchter Automatensprengung: Geldinstitut in Rhede weiht Neubau ein

Die Geschichte hinter der Neubau-Einweihung eines Geldinstitutes in Rhede hat mit Kriminellen zu tun. 2018 versuchten bis heute Unbekannte an selber Stelle einen Geldautomaten zu sprengen.

Den Anlass zu dem 1,25 Millionen Euro teuren Neubau in Rehede habe „ein unglücklicher Umstand“ gegeben, so Volksbankvorstand Andreas Terstegen. Einer, der mit krimineller Energie zusammenhängt. Denn im Oktober 2018 hatten unbekannte Täter, die bis heute nicht gefasst werden konnten, Gas in einen Geldautomaten im Foyer der Volksbankfiliale geleitet.

In der Folge explodierte der Automat. Ihr Ziel erreichten die Täter dennoch nicht – der Tresor hielt stand, die Täter flüchteten letztlich ohne Beute. Doch der Brand- und Löschwasserschaden sei so groß gewesen, dass eine Investition in das schon etwas ältere Gebäude sich nicht mehr gelohnt hätte, erinnert sich Terstegen.

Versorgung mit Bargeld ist sichergestellt

Die Versorgung mit Bargeld sollte für die Kunden an der Stelle weiter sichergestellt sein, eine Filiale mit Beratern musste es aus Sicht der Bank aber nicht mehr sein. Aus Sicherheits- und Synergiegedanken sei es sinnvoller, die Beratung in der Hauptstelle zu konzentrieren, sagt der Vorstandssprecher.

Ähnliche Überlegungen stellt auch die Sparkasse Westmünsterland an, die den Volksbank-Kunden gleich nach der Sprengung angeboten hatte, ihre Geldautomaten kostenlos mit zu nutzen. Daher habe man sich entschieden, gemeinsam eine SB-Filiale zu betreiben. Denn, so Terstegen: „Den Wettbewerb führen wir nicht über die Geldautomaten.“

Viele nutzen die Chance

Mit im Gebäude, für das im Spätsommer 2019 Baustart war, sind zwei Wohnungen, eine Filiale der Bäckerei Wissing und die Logopädiepraxis von Susanne Wolsing. „Ich musste nach 20 Jahren aus dem Rathaus raus“, sagt die Logopädin. Denn die Verwaltung brauchte selbst mehr Platz. Händeringend habe sie nach einer Praxis gesucht, die zentral und gut erreichbar ist.

Simon Wissing nutzte die Chance, die zweite Filiale seiner Bäckerei zu eröffnen. Er hat mittlerweile täglich bis zu 500 Kunden an der Krechtinger Straße, am Wochenende auch 600 bis 700.

Tür ist mit Rolltor gesichert

Während Bäckerei und Logopädie schon vor einigen Wochen eröffneten, dauerte es mit den Geldautomaten noch etwas länger. „Sicherheit ging hier vor Schnelligkeit“, sagt Terstegen. Denn eine Sprengung will die Volksbank nicht noch einmal erleben und hat zusammen mit der Sparkasse vorgesorgt. „Die Filiale hat jetzt die höchsten Sicherheitsvorkehrungen.“

So ist die Tür von 22 bis 6 Uhr abgeschlossen und mit einem Rolltor wie beim Juwelier gesichert. Die Geldautomaten haben robuste Rollläden, sodass sich kein Gas einleiten lässt. Und zusätzlich ist der Raum mit Vernebelungstechnik und Videoüberwachung gesichert.

Das Gebäude sei „toll geworden“, lobt auch Sparkassen-Regionalleiter Böing, dessen Filiale nur die Straßenseite gewechselt hat. Die Verständigung mit der Volksbank als Bauherr habe sehr gut geklappt.

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