Entwurf: Hinter der Mensa (Mitte) entsteht eine Terrasse, daneben ein Tor aus Corten-Stahl, daran schließt sich der Park an. © Mola Landschaftsarchitektur
Grüne Mitte Fildeken

Nächstes Jahr soll in Bocholt ein komplett neuer Park entstehen

Schon im kommenden Jahr soll in Bocholt ein neuer Park entstehen. Das Fildeken-Quartier soll aufgewertet werden. Die Stärken des Viertels sollen ausgebaut werden.

Aus Parkplatz und Brachflächen soll ein Park mit Wiesen, Wegen und Sportflächen entstehen: Die Stadt Bocholt will das gesamte Areal rund um die Gesamtschule aufwerten. Wenn alles klappt, könnte die „Grüne Mitte Fildeken“ schon im kommenden Jahr fertig sein.

Die „Grüne Mitte Fildeken“ ist Teil eines Handlungskonzepts, das der Rat 2017 beschlossen hat. Darin geht es darum, das Quartier Fildeken-Rosenberg aufzuwerten. Das Viertel, das in etwa von der B 67 im Süden, der Bahnlinie im Westen und dem Aasee im Osten begrenzt wird, gilt als sozialer Brennpunkt. Nina Kremer, bei der Stadt für die Gesamtkoordination des Quartiers zuständig, spricht von einem „heterogenen Viertel“, das „sozial sehr facettenreich“ sei. Beim Handlungskonzept gehe es darum: „Wir versuchen, die Stärken des Viertels zu finden und diese auszubauen.“

Aufwertung des Umfeldes

Bei der „Grünen Mitte Fildeken“ geriet dabei schnell das Gelände vor allem südlich der Gesamtschule ins Visier. Das ist bislang eine mit Rasen und einzelnen Bäumen bewachsene Brachfläche, die mal als Erweiterungsareal für die Schule gedacht war. Nachdem nun aber der Ausbau der Gesamtschule abgeschlossen ist, werde sie dafür nicht mehr gebraucht, sagt Claus Wiemker, der städtische Geschäftsbereichsleiter Stadtgrün. Stattdessen soll ein Park, vergleichbar mit dem Langenbergpark, entstehen. „Nichts stärkt ein Quartier mehr, als wenn man das Umfeld aufwertet“, sagt Stadtbaurat Daniel Zöhler. So vermeide man eine Abwärtsspirale.

„Herzstück“ der „Grünen Mitte“ soll die neue Mensa der Gesamtschule sein, erklärt Claus Wiemker. Sie fungiert sozusagen als Schnittmenge zwischen Schule und Viertel. Wiemker: „Dort können Veranstaltungen stattfinden.“ Und zwar nicht nur Schulveranstaltungen und politische Ausschusssitzungen, sondern etwa auch Quartiersfeste für die Anwohner. Direkt hinter der Mensa entsteht eine Terrasse, auf der vormittags Schüler essen und nachmittags Anwohner sich an einem langen „Quartierstisch“ treffen können – oder auch ein Kindergeburtstag denkbar ist, so Wiemker.

Multifunktions-Fläche geplant

Neben der Mensa entsteht eine multifunktionale Fläche, ein befestigter Platz, auf dem Schüler etwa Basketball spielen können, der aber bei Veranstaltungen auch als Parkplatz freigegeben werden kann. Das östlich der Gesamtschule gelegene große Sportfeld wird eingekürzt. Auf dem gewonnenen Streifen entstehen kleinere Spielfelder.

Ökologisch aufgewertet werden soll vor allem der Bereich südlich der Terrasse. Dort wird eine Wiese mit hochgewachsenem Gras angelegt, die „bewusst verwildert“ bleiben soll. Das Gelände gilt als Jagdgebiet des geschützten Steinkauzes. „Das Areal wird so eingerichtet, dass sich dort die Beute des Steinkauzes besonders wohlfühlt“, sagt Stadtbaurat Zöhler. Die Bäume in dem Bereich sollen bleiben. Ein Spielplatz wird ebenfalls entstehen.

Tor aus Corten-Stahl

Umrandet wird der Park von einem asphaltierten Rundweg. „Der Weg ist zum Teil als Trampelpfad bereits da“, sagt Claus Wiemker. Für die Schüler ergeben sich dadurch neue Wege zur Gesamtschule. Ein Zugang entsteht an der Petersfeldstraße, ein weiterer Anschluss an der Siegstraße. Wiemker: „Damit soll sich auch der Schülerverkehr im Viertel besser verteilen.“ Damit sich Schulgelände und Park besser voneinander abgrenzen, entsteht am Zugang neben der Mensa ein orangefarbenes Tor aus Corten-Stahl. Ein solches Tor ist auch an einer anderen Stelle im Fildeken geplant: an der Biemenhorster Grundschule II (Weserstraße), wo zeitgleich zwischen Schule und B 67 der „Grünzug Rosenberg“ entstehen soll.

Die „Grüne Mitte Fildeken“ soll zusammen mit dem Bau des Schulhofs der Gesamtschule etwa 2,9 Millionen Euro kosten. Die Stadt rechnet mit Fördergeld von 1,7 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. „Wir rechnen in Kürze mit dem Förderbescheid“, sagt Nina Kremer. Danach sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden, im Herbst würde Baustart sein.

Im kommenden Frühjahr könnten dann die Pflanzen gesetzt werden – und im nächsten Sommer wäre Fildekens Mitte grün.

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