Hochwasserschutz

Niederländer und Deutsche üben gemeinsam den Hochwasser-Ernstfall

In einer Hochwasserschutzübung haben niederländische und deutsche Behörden gemeinsam für den Ernstfall geübt. Sie wollen sich so gemeinsam auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.
Auf digitalem Wege haben deutsche und niederländische Katastrophenschützer den Hochwasser-Ernstfall in der Grenzregion geprobt. © LIVING Vechte-Dinkel

Die Katastrophenschützer der deutschen und niederländischen Wasserbehörden in der Grenzregion haben sich gemeinsam auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet und eine gemeinsam Hochwasserschutzübung durchgeführt. Ziel der Übung ist die Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Katastrophenfall.

„Im Ernstfall müssen Bürgerinnen und Bürger bestmöglich vor den Folgen von Starkniederschlägen und Überschwemmungen geschützt werden“, so heißt es in einer Pressemitteilung der Euregio.

Szenario: Die Grenzregion steht unter Wasser

Die Grenzregion steht unter Wasser, mit diesem Szenario haben die deutschen und niederländischen Fachleute während der Hochwasserschutzübung den Ernstfall geprobt. An der Übung nahmen die verantwortlichen Organisationen aus beiden Ländern teil. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der internen und externen Kommunikation. „Der Austausch zwischen deutschen und niederländischen Behörden muss im Ernstfall gut funktionieren“, so die Euregio.

Zudem überprüften die Organisationen im Rahmen der Katastrophenschutzübung ihre eigenen Strukturen und Abläufe. Eine erste Hochwasserschutzübung im Jahr 2016 machte deutlich: Es sollte regelmäßig geübt werden, sodass im Ernstfall die Kommunikationswege einwandfrei funktionieren. Wie auch beim letzten Mal werden die Ergebnisse des Tages in einem Folgetreffen gemeinsam ausgewertet.

Übung legte auch Reibungspunkte offen

Schon kurz nach Ende des gemeinsamen Übungstages waren sich die Übungsleiter einig: „Alle Teilnehmer sind mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen, das ist ein gutes Zeichen. Wir haben gesehen, dass die Krisenstäbe aktiv den Kontakt zum Nachbarland gesucht haben. Leider hat es nicht überall reibungslos geklappt, hier müssen wir ansetzen“, so Matthijs Overbeek, der Leiter der Übung für niederländische Wasserbehörde für Vechte und Dinkel, der Waterschap Vechtstromen.

Die deutschen und niederländischen Partner sehen in der Übung gelebte europäische Zusammenarbeit, denn Wasser kennt keine Grenzen, bei Hochwasser gilt dies erst recht. Viele Teilnehmer kennen sich bereits aus der Übung in 2016, die Vorbereitungsphase der diesjährigen Hochwasserschutzübung ermöglichte die Partner aus dem Nachbarland noch besser kennenzulernen und die jeweiligen Prozessen gegebenenfalls zu aktualisieren.

„Eventuelle Missverständnisse und Verständigungsprobleme werden auf diese Weise im Vorfeld ausgeräumt. Sind die Kontakte über die Grenze einmal gelegt, dann kann man im echten Katastrophenfall schneller und müheloser miteinander kommunizieren und handeln“, heißt es in der Pressemitteilung der Euregio.

Wegen Corona hauptsächlich digital geübt

Die Hochwasserschutzübung wird von der Bezirksregierung Münster, den (Land-)Kreisen Grafschaft Bentheim und Borken, und den niederländischen Waterschappen Vechtstromen und Rijn en IJssel organisiert, in enger Zusammenarbeit mit dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie den Veiligheidsregionen (dt.: Sicherheitsregionen) Twente und Noord- en Oost Gelderland organisiert. Auf Grund der Corona-Pandemie fand die diesjährige Hochwasserschutzübung größtenteils digital statt.

Die Organisation der Hochwasserschutzübung wurde realisiert im Rahmen des Interreg-Projekts Living-Vechte-Dinkel. Bei dem Projekt handelt es sich um eine deutsch-niederländische Initiative, welche im Rahmen des INTERREG V A-Programms von der Europäischen Union und den nationalen Programmpartnern gefördert wird. Ziel ist es, im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet von Vechte und Dinkel gemeinsam mehr für den Hochwasserschutz, den Tourismus entlang der Flüsse und die geteilte Identität in der Region zu tun.

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt