Silvester

Niederländische Einzelhändler klagen gegen Feuerwerksverbot

Rund 150 niederländische Einzelhändler wollen gegen das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper klagen. Ihnen kam die Entscheidung einfach viel zu spät, die Coronakrise als Grund sei nur vorgeschoben.
Niederländische Einzelhändler wollen gegen das Feuerwerksverbot klagen. (Symbolbild) © picture alliance / Britta Peders

Zahlreiche Einzelhändler in den Niederlanden wollen in diesem Jahr Feuerwerkskörper verkaufen. 150 Unternehmen haben angekündigt, gegen das verhängte Feuerwerksverbot zu klagen. Das berichtet die niederländische Zeitung Tubantia.

Demnach glauben die Einzelhändler nicht daran, dass die Coronakrise der wahre Grund für das Verbot ist. Sie vermuten vielmehr eine verdeckte Maßnahme, um die Branche ins Herz zu treffen. „Wir haben alle Respekt vor Vollzugsbeamten und Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Aber solch ein extremes Maß ist zu diesem Zeitpunkt absurd. Wenn sie der Meinung sind, dass es notwendig ist, Feuerwerkskörper zu verbieten, hätten sie bereits in diesem Frühjahr daran denken können, als die Krise ausbrach“, zitiert die Tubantia Anwalt Lex de Jager.

Verbot kommt für viele Händler zu kurzfristig

Das niederländische Kabinett hat am 13. November beschlossen, den Verkauf fast aller Feuerwerkskörper zu verbieten. Nur Kinderfeuerwerke sind erlaubt.

Das Verbot so kurz vor Silvester bereitet den Einzelhändlern jetzt enorme Probleme, heißt es. Viele Bestellungen sind bereits unterwegs. Das Kabinett hatte 40 Millionen Euro als finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt, um die Unternehmer zu entschädigen.

Anwalt De Jager sagt jedoch, dass es den Einzelhändlern noch völlig unklar ist, wie sich dies entwickeln wird. „Wir können jetzt sehen, dass hauptsächlich Transport- und Lagerkosten kompensiert werden. Es ist noch viel unklar, wie mit Umsatzverlusten und Vorschüssen, die bereits an Lieferanten gezahlt wurden, umgegangen wird.“

Gesundheitssystem soll durch das Feuerwerksverbot entlastet werden

Nach Angaben der niederländischen Regierung ist die Maßnahme notwendig, um die Gesundheitsversorgung zu entlasten. Im vergangenen Jahr wurden in den Niederlanden rund 1300 Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt. 385 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Laut den Ladenbesitzern, die jetzt vor Gericht gehen, kann das Feuerwerksverbot die Situation allerdings nicht entschärfen. Die Anzahl der Verletzungen ist im Vergleich zu anderen Unfällen, die um Neujahr herum auftreten, beispielsweise aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums, vernachlässigbar. Die Zahl der Verletzten könnte in diesem Jahr auch höher sein, weil sich die Menschen jetzt auf das illegale Feuerwerk stürzen, heißt es.

Der Interessenverband Pyrotechniek Nederland sagt, er finde den Moment für eine Klage nicht günstig. „Wir befinden uns noch in Gesprächen mit dem Ministerium über das Entschädigungssystem. Wir wollen abwarten“, sagt Sprecher Marcel Teunissen.

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