Parken in Borken

Parkgebühren bleiben in der Kreisstadt autofahrerfreundlich

25 Euro pro Jahr kostet ein Anwohner-Parkausweis in Borken. Dabei wird es auf absehbare Zeit bleiben. Auf autofahrerfreundliche Tarife sind auch die Parkuhren programmiert: 50 Cent pro Stunde.
Große und kleinere Fahrzeuge stehen im Parkhaus am Vennehof nebeneinander. © Markus Schönherr

In Borken bleibt das Parken von Autos weiter günstig. 50 Cent pro Stunde müssen Autofahrer in die Parkuhren der Innenstadt werfen. Ein Anwohner-Parkausweis kostet 25 Euro pro Jahr. Die Größe des Fahrzeugs spielt dabei keine Rolle. „Es gibt keine Überlegungen, das zu ändern“, sagt Stadt-Pressesprecherin Julia Lahann.

Einige Kommunen in Deutschland gehen neuerdings anders mit diesem Thema um. In Tübingen sollen Anwohner-Parkausweise für große und schwere Fahrzeuge bald wesentlich mehr kosten als für kleinere Autos. 180 Euro soll die Jahres-Gebühr für Autos mit einem Leergewicht von mehr als 1800 Kilogramm betragen. Bei reinen Elektrofahrzeugen liegt die Grenze bei 2000 Kilogramm.

Alle anderen Parkausweise sollen künftig 120 Euro im Jahr kosten. Bislang sind es 30 Euro. Der Klimaausschuss der Stadt Tübingen hat dem bereits zugestimmt. Nun muss der Gemeinderat noch darüber abstimmen. Die Mehreinnahmen sollen in den Klimaschutz fließen. Ein ähnliches Vorgehen hat die Stadt Freiburg auf den Weg gebracht. Dort sind Jahres-Gebühren von bis 360 Euro für große Fahrzeuge vorgesehen.

Gesetzesänderung gibt Kommunen freie Hand

Möglich sind diese Erhöhungen auf kommunaler Ebene seit einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr. Bis dahin waren die Gebühren für das Anwohner-Parken bundesweit gedeckelt. Das NRW-Verkehrsministerium begrüßt, dass die Kommunen mehr Handlungsspielraum bekommen. Allerdings müsse dafür in NRW noch eine Rechtsverordnung geändert werden, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

In Borken würde sich selbst eine drastische Erhöhung der Anwohner-Parkgebühren im Gesamt-Haushalt nur wenig bemerkbar machen. Das liegt an der geringen Anzahl an ausgegebenen Parkausweisen. Genau 100 sind es aktuell. Diese Zahl sei seit Jahren in etwa konstant, sagt Julia Lahann. Die Kosten in Höhe von 25 Euro pro Jahr sind etwa so hoch wie in anderen Städten unserer Region. In Bocholt beträgt die Jahresgebühr 20 Euro, in Dülmen 30 Euro.

Größere Unterschiede gibt es bei den Gebühren, die auf kostenpflichtigen Parkplätzen in die Parkuhren eingeworfen werden müssen. Diese Gebühren werden schon lange von den Kommunen selbst festgelegt. Borken erweist sich mit 50 Cent pro Stunde als autofahrerfreundlich. In der Bocholter Innenstadt und in Dülmen zahlen Parker doppelt so viel.

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