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Kreis Borken

Sorgerecht: Mehr Kinder aus den Familien genommen

Im vergangenen Jahr mussten die Familiengerichte öfter als in den Jahren zuvor Maßnahmen ergreifen. Die Zahl der Maßnahmen in NRW hingegen sind zum ersten Mal seit sechs Jahren rückläufig.

Wenn Kinder in körperlicher, seelischer oder geistiger Gefahr sind, müssen Jugendämter handeln und sie aus den Familien herausnehmen. Im vergangenen Jahr passierte dies im Kreis Borken in 93 Fällen. In der Grafik sehen Sie die Zahlen für den Kreis und das Land NRW.

Im Jahr 2020 wurden in Nordrhein-Westfalen 2012 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen Entzug der elterlichen Sorge durchgeführt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 9,1 Prozent weniger Maßnahmen als ein Jahr zuvor (2019: 2214). Im Kreis Borken liegt der Trend anders. Hier waren es deutlich mehr Fälle als in den Vorjahren. Bereits zum sechsten Mal in Folge stiegen die Zahlen für den Kreis Borken.

In 2020 am meisten Maßnahmen der Familiengerichte im Kreis Borken

Im Jahr 2014 waren es 69, in 2015 waren es 75, in 2020 ist die Zahl dann auf 61 gefallen, und den Tiefstand erreichten die Maßnahmen der Familiengerichte im Jahr 2017 mit 50.

Daraufhin stieg im Jahr 2018 die Zahl der Maßnahmen wieder auf 60, in 2019 dann auf 77 und im Jahr 2020 erreichte die Zahl der Maßnahmen den Höchststand von 93.

Die vollständige Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger wurde im Jahr 2020 jedoch seltener ausgeführt, in 14 Fällen war das der Fall. Zum Vergleich: im Jahr 2019 war das noch 33 Mal der Fall, in 2018 war es 27 mal der Fall, 28 Mal in 2017, 31 Mal in 2016, 37 Mal in 2015 und 22 Mal in 2014.

NRW Gerichte

Insgesamt ordneten die Gerichte in NRW in 4638 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge an (2019: 4771). Die Gerichte ordneten in 2626 Fällen zudem den teilweisen Entzug der elterlichen Sorge an. Das bedeutet, dass in diesen Fällen zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen wurden.

In 2 072 dieser Fälle wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen. Die Einschränkung oder der Entzug des elterlichen Sorgerechts erfolgt, wenn eine Gefahr für das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen besteht.

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