Am Rand einer Demonstration vor dem Urenco-Gelände in Gronau sollen Demonstranten Mitarbeiter des Unternehmens beleidigt haben. © Rupert Joemann
Streit nach Demonstration

Urenco-Mitarbeiter widerspricht Darstellung von Atomkraftgegnern

Die Darstellung von Atomkraftgegnern, er sei mit seinem Auto in gefährlicher Weise in eine Menge von Demonstranten gefahren, macht den Urenco-Mitarbeiter fassungslos.

Wie berichtet, hatten Demonstranten nun Anzeige erstattet, weil sich ein Autofahrer bei einer Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage im September aggressiv verhalten habe. Der betreffende Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte, stellt die Sache im Gespräch ganz anders dar.

„An dem Tag wollte ich vom Betriebsgelände herunterfahren. Ich stand in der Schleuse, hatte einen Bulli vor mir.“ Dieser habe nach links Richtung Infozentrum abbiegen können. Der Mitarbeiter bemerkte vor dem Haupttor die Demonstranten, die sich im Halbkreis um eine Kerze aufgestellt hatten.

Als die Demonstranten sein Fahrzeug wahrnahmen, „sprang einer von ihnen vor mein Auto und rief: ,Das ist einer von den Verbrechern!‘“, sagt er. „Vielleicht dachten sie, ich sei einer der Chef, weil ich einen Jaguar fahre.“

Demonstranten sollen beleidigt haben

Drei Polizisten waren vor Ort, baten ihn, ebenfalls über den Parkplatz vom Infozentrum zu fahren, „obwohl ich geradeaus nach Hause fahren wollte“. Dann hätten ihn Demonstranten als „absolut pietätloses A…“ beleidigt, ihm sei der Stinkefinger gezeigt worden. „Ich bin ganz langsam weitergerollt“, beteuert der Mitarbeiter. Nicht er sei auf die Gruppe zugefahren; vielmehr seien zwei oder drei Protestierer vor sein Auto gesprungen.

„Eigentlich hätte ich Anzeige erstatten sollen. Die Leute haben mich behindert und beleidigt. Das war keine Mahnwache, das war eine Blockade. Und ich habe die nicht bedroht“, stellt er fest. Es waren schließlich die anwesenden Polizisten, die Anzeige gegen die Atomkraftgegner wegen Nötigung erstatteten.

Normalerweise äußern sich die Urenco-Mitarbeiter nicht zu Protesten. Sie sollen ihnen in der Öffentlichkeit nicht zu viel Beachtung beimessen. Die Darstellung der Atomkraftgegner zu dem Vorfall im September aber habe ihn sehr aufgewühlt, sagt der Mitarbeiter.

Urenco-Mitarbeiter ist fassungslos

„Es hat schon mal so einen Fall gegeben“, erinnert er sich. „Da war ein Demonstrant vor das Auto einer Kollegin getreten und hatte dann behauptet, sie sei ihm über den Fuß gefahren. Das Verfahren gegen sie wurde später eingestellt.“ Er schüttelt den Kopf: „Was müssen wir uns eigentlich noch alles bieten lassen?“

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