Im Durchschnitt hat der RE 14 eine Verspätung von zwei Minuten und 43 Sekunden. © Markus Schönherr
Bahnverkehr

Züge in Borken und Reken gehören zu den unpünktlichsten Linien

Der Qualitätsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr ist wie ein Schulzeugnis. Für die Züge von Borken nach Essen und von Coesfeld über Reken nach Dorsten ist es ein sehr schlechtes Zeugnis.

Im Vergleich zu anderen Zügen sind die beiden Bahnen in Borken und Reken ziemlich unpünktlich. Das geht aus dem Qualitätsbericht hervor, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für das Jahr 2020 veröffentlicht hat. 51 Linien werden darin auf den Prüfstand gestellt. In Sachen Pünktlichkeit landet der Regional-Express 14 (Borken-Essen) auf dem sechstletzten Platz. Die Regionalbahn 45 (Coesfeld-Reken-Dorsten) liegt sogar nur auf dem viertletzten Platz.

Verspätung im Durchschnitt fast drei Minuten

Betrieben werden die beiden Linien von der Nordwestbahn (NWB). Deren Sprecherin Karin Punghorst räumt ein, dass das Unternehmen mit den Ergebnissen nicht zufrieden ist. Allerdings hätten viele Verspätungen mit Faktoren zu tun, die die NWB nicht beeinflussen kann.

Zum Beispiel sei man darauf angewiesen, wie die Fahrdienstleiter der DB Netz die Zugfolge anordnen, wenn mehrere Bahnen auf derselben Strecke unterwegs sind. Auch auf das Funktionieren der Infrastruktur wie Weichen, Stellwerke und Bahnübergänge sei die NWB angewiesen.

In dem Qualitätsbericht werden die Verspätungen genau beziffert. Während die durchschnittliche Verspätung aller Fahrten im VRR-Gebiet eine Minute und 30 Sekunden beträgt, warten Fahrgäste des RE 14 im Durchschnitt zwei Minuten und 43 Sekunden. Die RB 45 hat im Durchschnitt eine Verspätung von zwei Minuten und 50 Sekunden.

Sauberkeit bestenfalls mittelmäßig

Die Pünktlichkeit der Züge ist nicht die einzige Kategorie, die der VRR erfasst. Aber auch in den anderen Bereichen kommen der RE 14 und die RB 45 kaum über das Mittelmaß hinaus. Bei den „unvorhersehbaren Ausfällen“ landet die RB 45 mit 2,2 Prozent immerhin auf Platz 19. Der RE 14 ist hier auf Platz 35 mit 2,7 Prozent ausgefallener Fahrten.

Beim Zustand der Fahrzeuge sind die Linien Tabellennachbarn auf den Plätzen 32 und 33. Bei der „Sauberkeit der Außenhaut“ liegen sie im unteren Drittel, bei der „Funktionalität der Toiletten“ auf den Rängen 26 und 27.

In punkto Sauberkeit habe sich die NWB im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert, sagt deren Sprecherin Karin Punghorst. Zufriedenstellend seien die Bewertungen aber nicht. Durch häufigeres Waschen der Züge und schnellere Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden wolle man sich in diesem Bereich verbessern.

Gute Zugbegleiter

Die Daten hat der VRR auf unterschiedlichen Wegen erhoben. Die Unternehmen sind verpflichtet, Informationen über Pünktlichkeit und Ausfälle selbst an den VRR zu übermitteln. Die Sauberkeit wurde von geschulten Testern bewertet. Außerdem gab es Umfragen in den Zügen. Die Fahrgäste gaben der NWB im Schulnotensystem eine 2,3.

Von den sieben Unternehmen im VRR-Gebiet war das die schlechteste Gesamtnote. Es gibt aber einen Bereich, in dem die NWB in der Fahrgastbefragung Spitzenreiter ist: Für die „Qualität des Zugbegleitpersonals“ gab es die Note 1,56.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.