MyKraut eröffnet ein Geschäft in der Bocholter Innenstadt. © MyKraut
Innenstadt

Zwei Online-Unternehmen eröffnen Geschäfte in Bocholter City

Zwei Online-Firmen sammelten erste Erfahrungen im stationären Handel in einem Pop-up-Store, den ihnen das Bocholter Stadtmarketing zur Verfügung stellte. Jetzt eröffnen sie in der Innenstadt eigene Geschäfte.

Im September 2018 gründeten die Bocholter Leon Wilmers und Jens Niehaus als 18-Jährige ihr Start-up-Unternehmen MyKraut, mit dem sie Kräutermischungen über einen Online-Shop verkaufen. Fast exakt drei Jahre später, am Samstag, 18. September, werden die Jung-Unternehmer in Bocholt an der Osterstraße 4-6 (früher Alltours) ihren ersten langfristigen Laden eröffnen. Die Verkaufsfläche beträgt 40 Quadratmeter.

„Wir schlagen mit dem Offline-Handel einen neuen Verkaufsweg ein und wollen vor allem aber auch unsere Marke bekannter machen“, sagt Wilmers im Gespräch mit unserer Zeitung. Erste Erfahrungen mit dem stationären Handel machten er und sein Partner fast an der gleichen Stelle in der Osterstraße 32. Damals gewannen sie einen Wettbewerb des Stadtmarketings und durften von Oktober bis Dezember 2019 drei Monate das leer stehende Ladenlokal kostenlos als Pop-up-Store nutzen.

Ursprung des Unternehmens liegt in Bocholt

Ein Jahr später eröffnete MyKraut dort noch einmal für drei Monate einen Laden. „Jetzt aber ist das Ende offen. Der Laden ist als unser Flagship-Store gedacht, denn Bocholt ist unsere Heimat“, sagt der 21-Jährige. Hier liege auch der Ursprung des Unternehmens, denn der Opa von Jens Niehaus, Heinz Niehaus, betreibe seit vielen Jahren einen Kräutergarten. Sein Büro und das Lager hat das Unternehmen mittlerweile allerdings in Köln. Neben privaten Gründen für den Umzug hätten dabei auch die besseren Netzwerkmöglichkeiten für ein Start-up in einer Großstadt wie Köln eine Rolle gespielt.

Viele Kunden von MyKraut kämen aus Bocholt, sagt Wilmers. „Wir wollen deshalb auch für sie auf Dauer eine MyKraut-Anlaufstelle in der Osterstraße bieten, um unsere Produkte auch vor Ort erlebbar zu machen.“ Das Geschäft insgesamt boome. Mittlerweile vertreibt MyKraut seine Gewürzmischungen in stylischer Optik im deutschsprachigen Raum, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Wir sind aber auch bei Edeka und Rewe vertreten und unsere Produkte sind bei über 60 Feinkosthändlern gelistet“, sagt Wilmers.

Die Mitarbeiterzahl ist in diesem Jahr von 2 auf 12 gestiegen. Und sie wird durch den stationären Einzelhandel noch steigen. Denn MyKraut wird ein weiteres Geschäft am 2. Oktober in Essen eröffnen. Und ein dritter Laden ist in Köln geplant. „Da steht aber noch kein Termin fest“, sagt Wilmers.

Schmatzepuffer eröffnet Laden in den Arcaden

Die Bocholter Firma Schmatzepuffer, die bisher personalisierte Baby- und Kinderartikel online verkauft, eröffnet am 1. Oktober ihren ersten stationären Laden. „Und natürlich eröffnen wir den in Bocholt, denn wir sind Bocholter und wir stehen zu dieser Stadt und dem Standort“, sagt Firmenchef Frank Tenbrock im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Unternehmen, das 2011 als „One-Woman-Show“ von seiner Frau Nadine in Willich gegründet wurde und heute 56 Mitarbeiter beschäftigt, hat in den Shopping-Arkaden einen Laden mit über 250 Quadratmeter angemietet. „Das Geschäft liegt neben Müller Drogerie im Erdgeschoss und nutzt einen Teil der Fläche, die vorher Deko hatte. Zurzeit wird der Laden noch entsprechend umgebaut“, berichtet Heiko Wagner, Manager der Shopping-Arkaden.

„Wir haben das Geschäft langfristig angemietet“, sagt Tenbrock. Ein gewisses Risiko sei dabei, denn noch gebe es die Gefahr, dass es einen weiteren Lockdown geben könnte, von denen insbesondere stationäre Geschäfte betroffen seien. In dieser Hinsicht hat Schmatzepuffer bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Denn Anfang Februar letzten Jahres eröffneten sie einen Pop-up-Store in der Osterstraße, den ihnen das Stadtmarketing Bocholt mithilfe eines NRW-Förderprogramms zur Verfügung stellte. „Den haben wir nach knapp vier Wochen kurz vor dem Corona-Lockdown geschlossen, auch um unsere Mitarbeiter zu schützen“, sagt Tenbrock.

Wichtige Erfahrungen sammeln

Nichtsdestotrotz habe er aus dieser Zeit wichtige Erfahrungen vom Online- zum stationären Handel gesammelt. Als Beispiele nennt er das Kassensystem, das harmonisiert werden musste, oder die stärker personalisierten Betriebsabläufe. „Von der Lage und den Umsätzen her, war das aber nicht so doll.“ Der Laden sei zwar ganz gut besucht worden, aber der Zeitpunkt sei nicht gut gewesen. Weder das Oster- noch das Weihnachtsgeschäft standen vor der Tür.

In den Shopping-Arkaden habe man jetzt eine 1a-Lage. „Es gibt viel mehr Kunden, die uns sehen werden. Und die kommen dort vielleicht sogar zweimal vorbei“, sagt Tenbrock. Mit dem sogenannten Concept-Store würden nun auch die erreicht, die nicht internetaffin seien oder die grundsätzlich lieber im stationären Handel einkauften. „Wir freuen uns auf die Eröffnung“, sagt der 47-jährige Bocholter.

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