Gesundheitsminister der Länder: Maskenpflicht im Einzelhandel bleibt!

Maskenpflicht

Seit dem Wochenende wurde über eine Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel diskutiert. Mehrere Bundesminister und die Kanzlerin waren dagegen. Nun steht die Entscheidung fest.

Berlin

06.07.2020, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gesundheitsminister aller Länder haben entschieden, dass die Maskenpflicht weiterhin gilt.

Die Gesundheitsminister aller Länder haben entschieden, dass die Maskenpflicht weiterhin gilt. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen die Corona-Krise wird die Maskenpflicht in Deutschland vorerst weiter gelten - auch im Einzelhandel.

Das haben die 16 Gesundheitsminister der Länder am Montag vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Zur Begründung hieß es, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie sei vorbei. Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einer Aufhebung der Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt - mit Unterstützung der Parteiführungen von CDU, CSU und SPD.

Maskenpflicht, um Infektionszahlen gering zu halten

„Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. „Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.“

Schon vor dem Beschluss der Gesundheitsminister hatten viele Länder eine Abschaffung abgelehnt. „Das Tragen einer Alltagsmaske hilft die Ansteckungsgefahr zu verringern“, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz mit. „Masken sind also ein eher geringer Aufwand mit großer Wirkung und - in Verbindung mit Kontaktbeschränkungen und hohen Hygienestandards - ein wichtiges, auch wissenschaftlich belegtes Mittel im Kampf gegen das Virus.“

Infektiologe Emil Reisinger stützt Maskenpflicht

„Für Berlin spielt die Abschaffung der Pflicht zum Mund-Nasenschutz im Einzelhandel zum jetzigen Zeitpunkt keine Rolle“, hieß es aus der Senatskanzlei in der Hauptstadt. „Gerade jetzt, wo immer mehr gelockert wurde, sind die Abstands- und Hygieneregeln sowie der Mund-Nasenschutz umso wichtiger, um die Verbreitung des Virus zu verhindern.“

Der Rostocker Infektiologe Emil Reisinger stützte diese Position. „Die Gefahr einer zweiten Welle ist noch nicht gebannt. Ich hoffe, dass wir da herumkommen, aber wir müssen vorsichtig sein“, sagte Reisinger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Maskenpflicht sei ein Ausdruck dieser Vorsichtsmaßnahmen.

Parteispitzen lehnten den Vorschlag ab

Im Zuge der Corona-Krise war sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch im Einzelhandel eine Maskenpflicht eingeführt worden. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte den Vorstoß gebracht, die Maskenpflicht abzuschaffen.

Einige Bundesländer hatten sich für eine Abschaffung der Maskenpflicht ausgesprochen, andere waren dagegen. Die Parteichefs von SPD, CDU, CSU sowie die Kanzlerin hatten sich bereits gegen diesen Vorschlag ausgesprochen.

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