16 Werke entkommen der Finsternis

Osthaus Museum

Die Nationalsozialisten haben sie als „entartet“ eingestuft und beschlagnahmt. Lange Zeit waren die Skulpturen, die das Hagener Osthaus Museum jetzt in der Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund – ,Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“ zeigt, verschwunden. Nur durch einen Zufall sind sie überhaupt zu sehen.

Hagen

, 26.06.2014, 17:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Figur  "Sitzendes Mädchen I" und der Bronzeabguss des Museums (vorne) sitzen sich gegenüber.

Die Figur "Sitzendes Mädchen I" und der Bronzeabguss des Museums (vorne) sitzen sich gegenüber.

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Berliner Skulpturenfunde im Osthaus Museum

16 Skulpturen sind bei Ausschachtungsarbeiten in Berlin 2010 gefunden worden.1937 von den Nazis als "entartet" eingestuft und konfisziert, hat die Welt sie nun zurück. Bis zum 21. September sind sie im Osthaus Museum Hagen zu sehen. In unserer Fotostrecke zeigen wir einige der Werke.
26.06.2014
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Die Skulptur "Kniende" von Milly Steger gehört zu den größten Werke im Fund.© Foto: Carsten Christian
Dieser stilisierte Kopf, geschaffen von Otto Freundlich, galt lange Zeit als zerstört.© Foto: Carsten Christian
Von Karel Niestraths "Frommer Mann" blieb nur eine Schulter und ein Kopf.© Foto: Carsten Christian
Eine weibliche Büste (vorne) sowie eine Frau mit Trauben (links) von Karl Ehlers sowie "Stehende Gewandfigur" von Gustav Heinrich Wolff.© Foto: Carsten Christian
Der "Reiter" von Fritz Wrampe wurde von den Nazis in der Städtischen Kunsthalle Mannheim beschlagnahmt.© Foto: Carsten Christian
Die Bronzefigur "Hagar" von Karl Knappe war in der NS-Propagandaausstellung "Entartete Kunst" zu sehen ...© Foto: Carsten Christian
... genau wie die "Schwangere" von Emy Roeder.© Foto: Carsten Christian
Ein Bildnis der Schauspielerin Anni Mewes, das der Künstler Edwin Scharff schuf.© Foto: Carsten Christian
Die Reste des Werkes "Die Einfältigen" von Karel Niestrath© Foto: Carsten Christian
Von der unbetitelten Figur von Richard Haizmann blieb lediglich der obere Teil erhalten.© Foto: Carsten Christian
"Stehendes Mädchen" von Otto Baum.© Foto: Carsten Christian
An der Skulptur "Tänzerin" von Marg Moll sind die Spuren der Zeit gut zu erkennen.© Foto: Carsten Christian
Teile des Werkes "Sitzendes Mädchen I" von Will Lammert.© Foto: Carsten Christian
Die gefundene Figur "Sitzendes Mädchen I" von Will Lammert und der Bronzeabguss aus der Sammlung des Museums sitzen sich gegenüber.© Foto: Carsten Christian
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Die Nazis wichen auf Wohnungen als Lagerstätten aus. Durch die Bombardierungen im Krieg versanken viele Werke im Schutt. Bei Ausschachtungen für die Berliner U-Bahn im Jahr 2010 lag plötzlich ein Skulpturenkopf auf der Baggerschaufel. Die Welt hatte einen Teil der Kunst wieder.

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Berliner Skulpturenfunde im Osthaus Museum

16 Skulpturen sind bei Ausschachtungsarbeiten in Berlin 2010 gefunden worden.1937 von den Nazis als "entartet" eingestuft und konfisziert, hat die Welt sie nun zurück. Bis zum 21. September sind sie im Osthaus Museum Hagen zu sehen. In unserer Fotostrecke zeigen wir einige der Werke.
26.06.2014
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Die Skulptur "Kniende" von Milly Steger gehört zu den größten Werke im Fund.© Foto: Carsten Christian
Dieser stilisierte Kopf, geschaffen von Otto Freundlich, galt lange Zeit als zerstört.© Foto: Carsten Christian
Von Karel Niestraths "Frommer Mann" blieb nur eine Schulter und ein Kopf.© Foto: Carsten Christian
Eine weibliche Büste (vorne) sowie eine Frau mit Trauben (links) von Karl Ehlers sowie "Stehende Gewandfigur" von Gustav Heinrich Wolff.© Foto: Carsten Christian
Der "Reiter" von Fritz Wrampe wurde von den Nazis in der Städtischen Kunsthalle Mannheim beschlagnahmt.© Foto: Carsten Christian
Die Bronzefigur "Hagar" von Karl Knappe war in der NS-Propagandaausstellung "Entartete Kunst" zu sehen ...© Foto: Carsten Christian
... genau wie die "Schwangere" von Emy Roeder.© Foto: Carsten Christian
Ein Bildnis der Schauspielerin Anni Mewes, das der Künstler Edwin Scharff schuf.© Foto: Carsten Christian
Die Reste des Werkes "Die Einfältigen" von Karel Niestrath© Foto: Carsten Christian
Von der unbetitelten Figur von Richard Haizmann blieb lediglich der obere Teil erhalten.© Foto: Carsten Christian
"Stehendes Mädchen" von Otto Baum.© Foto: Carsten Christian
An der Skulptur "Tänzerin" von Marg Moll sind die Spuren der Zeit gut zu erkennen.© Foto: Carsten Christian
Teile des Werkes "Sitzendes Mädchen I" von Will Lammert.© Foto: Carsten Christian
Die gefundene Figur "Sitzendes Mädchen I" von Will Lammert und der Bronzeabguss aus der Sammlung des Museums sitzen sich gegenüber.© Foto: Carsten Christian
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16 zum Teil stark beschädigte Skulpturen kamen ans Licht, die zunächst in Berlin ausgestellt wurden. Danach ging die Schau auf Wanderschaft. Zu Hagen gibt es eine besondere Verbindung, denn die Werke von drei Hagener Bildhauern waren unter den Funden: Will Lammert, Karel Niestrath und Milly Steger.

„Die Ausstellung zeigt auf besondere Weise einen Teil deutscher Geschichte“, so die stellvertretende Direktorin Birgit Schulte.Ergänzend zu den Fundstücken stellt die Schau gut ein Dutzend Plastiken der Hagener Bildhauer aus der Museumssammlung aus.

Ein weiterer Zufall schafft eine Verbindung: Aus dem Schutt tauchten auch Fragmente der Figur „Die Sitzende“ von Will Lammert auf. Das Museum besitzt den Bronzeabguss der Skulptur. In der Ausstellung sitzen sich beide gegenüber und bilden eine Klammer zwischen den beiden Teilen der Schau.Die Spuren, die der Krieg und die Zeit hinterlassen haben, sind an allen Skulpturen zu sehen – und das ganz bewusst. „Die Geschichte dieser Kunstwerke soll nicht verheimlicht werden“, erklärt Birgit Schulte.   

Osthaus Museum Hagen: „Der Berliner Skulpturenfund – ,Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“, 28.6. (Eröffnung 16 Uhr) - 21.9., Museumsplatz 3, Di, Mi und Fr 10-17 Uhr, Do 13-20 Uhr, Sa und So 11-18 Uhr, Katalog 19,80 €.

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