7-Tages-Inzidenz steigt für NRW landesweit über 100 – Wie geht es nun weiter?

Coronavirus

Eigentlich sollten ab Montag (22.3.) weitere Lockerungen des Corona-Fahrplans greifen. Doch die Inzidenzen in NRW sind weiter gestiegen, liegen landesweit über 100.

NRW

21.03.2021, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf einer Anzeigetafel in der Fußgängerzone Schildergasse steht mit Hinweis auf die Maskenpflicht «Meine Disziplin ist unsere beste Medizin» geschrieben. Die Sieben-Tage-Inzidenz als wichtige Kennziffer für Corona-Neuinfektionen nimmt in Nordrhein-Westfalen weiter zu.

Auf einer Anzeigetafel in der Fußgängerzone Schildergasse steht mit Hinweis auf die Maskenpflicht «Meine Disziplin ist unsere beste Medizin» geschrieben. Die Sieben-Tage-Inzidenz als wichtige Kennziffer für Corona-Neuinfektionen nimmt in Nordrhein-Westfalen weiter zu. © picture alliance/dpa

Nach knapp zwei Monaten liegt die Corona-Wocheninzidenz in Nordrhein-Westfalen wieder über der Schwelle von 100. Pro 100.000 Einwohner haben sich binnen sieben Tagen 103,5 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen hervorgeht.

Ähnlich hoch war das Infektionsgeschehen zuletzt am 26. Januar, als ein Wert von 102,4 ermittelt worden war. Es geht steil nach oben: Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 78,9, am Vortag bei 99,6.

Was das Überschreiten der Inzidenzschwelle von 100 konkret bedeutet, blieb in den vergangenen Tagen unklar - nicht nur in NRW. Bund und Länder hatten sich bei ihrer jüngsten Corona-Krisensitzung am 3. März auf eine „Notbremse“ bei alarmierenden Neuinfektionsraten geeinigt.

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„Notbremse“ sieht Rückkehr zu den alten Regeln vor

In ihrem Beschluss heißt es: „Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.“

Die Länder haben die Auslegung - ob landesweit oder regional - allerdings unterschiedlich umgesetzt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte jüngst angemerkt, die Bereitschaft, etwas zurückzudrehen und nicht nur auf weitere Öffnungsschritte zu verzichten, sei bei der Mehrheit der Länder eher verhalten.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Freitag im Düsseldorfer Landtag zur Corona-Krise für NRW: „Das ganze Land wird hier als Maßstab genommen.“ Deshalb sei in den vergangenen Wochen auch auf weitere Öffnungen in Regionen mit einer Inzidenz unter 50 verzichtet worden, um „Einkaufstourismus“ zu vermeiden, so Laschet.

Wie es nun konkret weitergehe, werde die Bund-Länder-Konferenz am Montag entscheiden. Klar sei angesichts der steigenden Neuinfektionszahlen aber bereits: „Es kann ab dem 22.3. keine weiteren Öffnungen geben.“ Das, was im Stufenplan von Bund und Ländern vorgesehen gewesen sei, werde „unter die Notbremse fallen“.

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Laut Stufenplan wären frühestens ab dem 22. März - mit tagesaktuellen Tests - etwa Öffnungen der Außengastronomie, Theater-, Konzert- und Kinobesuche sowie mehr Sport möglich geworden, falls die Inzidenz sich zwischen 50 und 100 bewegt. In NRW rechnet die Landesregierung allerdings mit weiter steigenden Werten.

Deshalb hatte das Düsseldorfer Gesundheitsministerium bereits am Donnerstag klargestellt, dass es bis zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz am 22. März „keine Änderungen in der Coronaschutzverordnung für mögliche Öffnungen geben“ werde. Die Verordnung ist noch bis zum 28. März gültig.

Nach Angaben des RKI vom Sonntagmorgen kamen in NRW binnen 24 Stunden 2917 Neuinfektionen und 14 Todesfälle hinzu. Der Märkische Kreis kommt auf eine Inzidenz von 199,2. Lippe, der Oberbergische Kreis und Siegen-Wittgenstein kommen auf jeweils etwa 160. Dortmund sprang auf 105,9 - die Stadt streitet sich mit dem Land darüber, ob sie Schulen und Kitas schließen darf.

Der Oberbürgermeister will das tun, um die Infektionsdynamik abzubremsen, die Landesregierung hat einen entsprechenden Antrag aber abgelehnt. Unter dem Wert von 50, der einst als Zielmarke für Lockerungen ausgegeben worden war, liegt in dem Bundesland nur noch Höxter mit 44,9.

dpa

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