900 Nazis ziehen durch Dorstfeld

Liveticker zum Demo-Samstag

Ein Aufmarsch mit rund 900 Nazis, zahlreiche Gegendemos, der größte Polizeieinsatz seit Jahren - Dortmund steckt mitten in einem brisanten Demo-Tag. Dorstfeld und Huckarde befinden sich im Ausnahmezustand. Nun ist der Nazi-Demozug gestartet - mit deutlicher Verspätung. 2500 Nazigegner demonstrieren gegen sie. Wir berichten in einem Liveticker aus der Stadt.

DORTMUND

, 04.06.2016, 03:03 Uhr / Lesedauer: 9 min

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Rund 900 Nazis wollten ab ca. 13 Uhr von Unterdorstfeld nach Huckarde ziehen (die Route als Karte). Doch die Demo verspätet sich.
  • Massives Polizeiaufgebot ist in der Innenstadt und in den beiden betroffenen Stadtteilen unterwegs
  • Der Morgen verlief ohne Zwischenfälle
  • Auf Seiten der Neonazis laufen aggressive Gewalttäter und Hooligans mit
  • Mehrere Hundert Antifa-Mitglieder trafen sich am Hafen - über 1000 versuchten, zur Nazi-Demoroute zu gelangen
  • "Bunt statt rechts"-Demo darf in Dorstfeld in Sichtweite der Nazis demonstrieren
  • Antifa-Demo verspätet auf dem Weg nach Dorstfeld 

 

14.54 Uhr: Der Nazi-Demo-Zug läuft

Es geht los! Die Nazis werden gleich auf die 2500 Gegendemonstranten stoßen. Die Polizei sorgt dafür, dass sich beide Lager nicht treffen.

14.43 Uhr: Deutschtümelnde Reden der Nazis sind vorbei

Nach langen Reden über Deutschtümelei machen sich die Nazis nun bereit zum Abmarsch. Es soll nun in den nächsten Minuten losgehen.

14.28 Uhr: Der schönste Tag im Leben?

Ob das Brautpaar, das heute in der Huckarder Kirche heiratet, mit einem Polizeiring um die Kirche gerechnet hat? #notddz#do46#nonazisdo

— Martin Vogel (@martinvogel)

 

14.25 Uhr: Laut Polizei 2500 Linksautonome in der Stadt unterwegs

Die Polizei hat eine Zwischenbilanz gezogen. Rund 2500, "zum Teil gewaltbereite" Linksautonome seien in Dortmund unterwegs, die Polizei habe sie aber "unter Kontrolle". Die Blockade im S-Bahnhof Dorstfeld ist nach Angaben der Polizei mittlerweile geräumt. Die Auftaktkundgebung der Nazis laufe bereits seit 13.35 Uhr. 

14.18 Uhr: 900 Nazis in Dorstfeld 

Die Nazi-Demo soll in den nächsten Minuten losgehen.

Laut Polizei jetzt 900 Nazis in Dorstfeld. Laufen in nächsten Minuten los. #nonazisdopic.twitter.com/xR3QkoeCQg

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

14.15 Uhr: Spiegelbarrikade in Dorstfeld angekommen

Das Warten auf die Nazis geht weiter. Die Spiegelbarrikade des Schauspiels ist nun auch in Dorstfeld.

Wir sind in Dorstfeld angekommen! #UnserKiez#notddz#nonazisdo#do46pic.twitter.com/wBxATZHeR5

— Schauspiel Dortmund (@SchauspielDo)

 

14.04 Uhr: Antifa ist eingekesselt

An der Kreuzung Dorstfelder Allee / Dorstfelder Hellweg hat die Polizei rund 100 Antifa-Aktivisten eingekesselt. Auch die Antifa-Demo auf der Rheinischen Straße kommt nur schleppend voran. Derzeit sind auch sie an der Ecke Unionstraße von der Polizei umstellt - noch weit weg von Dorstfeld, berichtet Bild-Kollege Frank Schneider per Twitter:

Gegendemo sitzt und liegt jetzt auf Rheinischer Straße, umstellt von Großaufgebot der Polizei #Notddzpic.twitter.com/HaU73TT1Ph

— Frank Schneider (@chefreporterNRW)

 

 

13.56 Uhr: Auf dem Wilhelmplatz ist alles ruhig

Am Wilhelmplatz in Dorstfeld ist alles ruhig. Rund 50 Leute warten, sitzen in der Sonne oder malen mit Kreide auf die Straße. Von außen lässt die Polizei keine Gegendemonstranten mehr herein. Von den Nazis sind bisher nur die Flaggen am Haus zu sehen.

13.46 Uhr: Gegendemonstranten warten auf die Nazis

Eben gab es Unruhe bei der großen Gegendemo, die nun auf die Nazis an der Rheinischen Straße / Wittener Straße warten. Die Nazigegner stehen in einer Sackgasse, umringt von der Polizei. Die hat auch den Weg zum Wilhelmplatz dichtgemacht. Dort hielten sich nach unbestätigten Berichten 50 Nazis auf. Es kam zu einem Durchbruchsversuch, bei dem nach Aussage unseres Reporters auch Pfefferspray von der Polizei eingesetzt wurde.

Mittlerweile ist die Stimmung aber wieder friedlich. Alles wartet nun darauf, dass die Nazi-Demo losgeht. Derzeit sind bereits etwa 600 Nazis im Bahnhof Dorstfeld.

13:40 #Dortmund bunt statt braun: friedlicher Protest, deutlich sichtbar in Dorstfeld #nonazisdopic.twitter.com/QsBrBuKfec

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

13.28 Uhr: Nur wenig Menschen bei der Stolperstein-Tour

Die Stolperstein-Wandergesellschaft ist jetzt an ihrem Ziel, dem Borsigplatz, angekommen. Hier gibt es nun Kabarett und es wird eine Trommelgruppe auftreten. Nach wie vor sind nur rund 20 Leute dabei.

13.26 Uhr: Antifa am Westentor

Der Rest der Antifa-Gruppe, die am Hafen von der Polizei aufgehalten wurde - etwa 300 Menschen - wird von der Polizei über einen Schlenker durch die Treibstraße nun auch auf die Rheinische Straße geführt. Sie ziehen etwas verspätet nach Dorstfeld. Gerade ist der Demo-Zug am Westentor.

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Der Demo-Samstag: Blockado-Versammlung am Hafen

Bei der Blockado-Versammlung am Samstagmorgen am Hafen waren die Spiegelwürfel im Einsatz - allerdings benutzten die Demonstranten sie gegen die Polizei. Daraufhin setzten die Polizisten Pfefferspray ein.
04.06.2016
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Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
Die Blockado-Versammlung setzte sich mit den großen Spiegelwürfeln vom Hafen in Richtung Rheinische Straße in Bewegung - wurde aber von der Polizei nicht durchgelassen.© Foto: Tobias Großekämper
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13.22 Uhr: Huckarde im Belagerungszustand

In Huckarde gab es heute Morgen eine Kundgebung gegen Rechts mit Frühstück auf dem Markt. Rund 150 Menschen waren dabei. Der Ort ist nun abgeriegelt, weil die Nazis hier demonstrieren wollen. Die ortsunkundige Polizei hat bisweilen Menschen daran gehindert, zum Marktplatz zu gehen. Ortsbürgermeister Harald Hudy kritisierte bei der Kundgebung die Polizei, weil der Marsch der Neonazis nach Huckarde führt und die Route den Anwohnern und Aktivisten nicht genannt wurde. Der Veranstalter wird die Kundgebung um 13.30 Uhr offiziell als beendet erklären. Organisatorin Ulla Hawighorst vom Huckarder Bündnis gegen Rechts erklärte als Grund für das frühe Ende: "Alles andere wäre mir zu gefährlich".

13.11 Uhr: Erste Nazis in Dorstfeld angekommen

Die erste größere Gruppe Nazis ist im Bahnhof Dorstfeld angekommen, mehrere Hundert sind noch mit der S-Bahn unterwegs. Sie kamen an einem anderen Gleis an.

Die Antifa-Aktivisten blockieren noch immer das Gleis 2, indem sie mit rund 200 Personen auf den Schienen sitzen. Sie machen einen sehr entschlossenen Eindruck und wollen die Anfahrt der S1 verhindern, weil sie darin die anreisenden Nazis vermuten. Die Polizisten fordern immer wieder, dass die Nazigegner den Bahnsteig und das Gleis räumen. Bisher ist die Situation friedlich, zwei Gegendemonstranten wurden aber schon von der Polizei aus der Gruppe gezogen. Bisher hat die Aktion zu einer erheblichen Verzögerung der Nazidemo geführt.

13:08 Zug mit Nazis in Dorstfeld angekommen. Gröhlen per Auflage verbotene Parole. #ZDF-Team beworfen. #nonazisdopic.twitter.com/DlLijwfagp

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

12.57 Uhr: Bürgerliche Gegendemonstranten dürfen in Hör und Sichtweite der Nazis

Die große "Bunt statt braun"-Demo ist mittlerweile auf etwa 2500 Menschen angewachsen. Sie darf nun doch in Hör- und Sichtweite zu den Nazis demonstrieren. Dafür durften die Nazigegner nun mit Erlaubnis der Polizei an die Ecke Rheinische Straße / Wittener Straße ziehen und nicht zum Wilhelmplatz. Sie sind nun 100 Meter von der geplanten Demoroute der Nazis entfernt.

12.52 Uhr: Bundespolizei versucht, Blockade aufzulösen

Die Bundespolizei beginnt nun offenbar, die Blockade im S-Bahnhof aufzulösen. Erste Nazigegner werden aus der Gruppe herausgezogen. Dennoch verzögert die Blockade wohl die Anreise der Nazis nach Dorstfeld.

12:45 Polizei will S1-Gleis in Dorstfeld jetzt räumen #nonazisdopic.twitter.com/R2rX5clFEm

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

12.41 Uhr: Antifa-Gruppe wird kleiner - ein verletzter Polizist

An der Westfaliastraße schrumpft die Menge der linksautonomen Nazigegner. Da sie offensichtlich nicht durch die Polizeisperre kommen, wandern immer mehr Kleingruppen ab, offenbar auf der Suche nach anderen Wegen zur Demoroute der Nazis.

Nach Angaben der Polizei wurde bei den Versuchen, die Polizeisperre zu durchbrechen, ein Beamter durch Flaschenwürfe verletzt. Die meisten Spiegel-Würfel wurden bei den Auseinandersetzungen zerstört.

12.32 Uhr: Stolperstein-Besuche in der Nordstadt

Abseits der ganzen Aufregung gibt es auch rund um den Borsigplatz ab 13 Uhr eine Anti-Nazi-Aktion. Das Bündnis Dortmund gegen Rechts hat vor, die Stolpersteine für die Opfer des Hitlerfaschismus in der Stahlwerkstraße, der Schlosserstraße, der Oesterholzstraße und der Wambeler Straße zu besuchen. Momentan sind 26 Teilnehmer dabei, die gleich von der Weißenburger Straße aus starten wollen. 

12.22 Uhr: "Bunt statt braun" macht Zwischenstopp

Die große "Bunt statt braun"-Demo ist inzwischen am alten Versorgungsamt an der Rheinischen Straße angekommen. Dort gibt es nun eine Zwischenkundgebung.

Zwischenstopp des Demonstrationszuges auf der Rheinischen Str. auf dem Weg nach Dorstfeld #nonazisdopic.twitter.com/KybgWuLuuH

— Stadt Dortmund (@stadtdortmund)

 

12.18 Uhr: Sitzblockade wird wohl geräumt

Am S-Bahnhof Dorstfeld bereitet sich die Polizei offenbar auf eine Räumung der Sitzblockade vor. Es gilt ein Zwangsstopp für alle S-Bahnen. Derzeit ist keine Anreise der Nazis möglich.

Dorstfelder Antifa-Sitzblockade: Am Gleis der S1 deutet alles auf eine Räumung hin. #nonazisdopic.twitter.com/Due8Rurnzn

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

12.16 Uhr: Polizei zersticht Riesen-Würfel

An der Polizeisperre auf der Kreuzung Westfaliastraße / Sunderweg kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Nazigegnern und Polizei. Knapp 1000 Antifa-Aktivisten wollen in Richtung der Rheinischen Straße und damit in Richtung der Nazi-Demo, die Polizei lässt sie nicht. Dabei setzen die Demonstranten die Riesen-Würfel der Spiegelbarrikade ein. Das gefällt den Polizisten nicht. Sie haben bereits mehrere der aufgeblasenen Würfel zerstochen.

12 Uhr: Sitzblockade in Dorstfeld

Einigen Nazigegnern ist es gelungen, in die S-Bahn-Station Dorstfeld zu gelangen. Dort gibt es eine Sitzblockade.

11:55 Sitzblockade in der Station Dorstfeld #nonazisdopic.twitter.com/nDBPsNwZ2Q

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

11.54 Uhr: Dorstfeld ist abgeriegelt

Dorstfeld ist abgeriegelt, berichtet unser Reporter. Die Stadtbahnen fahren nicht mehr. Auch der S-Bahn-Verkehr ist unterbrochen, die Bahn spricht bei Twitter von polizeilichen Ermittlungen auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Dorstfeld. Auch bei der S4 zwischen Stadthaus und Lütgendortmund gibt es Probleme. Am S-Bahnhof-Dorstfeld hat die Polizei derweil massive Kräfte zusammengezogen.

11:41 Am Nazi-Treff S-Bahn Dorstfeld stehen jetzt 8 Wasserwerfer #nonazisdopic.twitter.com/NbD953F8tz

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

11.47 Uhr: Über 2000 Nazigegner bei "Dortmund bunt statt braun"

Unser Reporter Oliver Volmerich schätzt, dass deutlich über 2000 Menschen an dem "Bunt statt braun"-Demo-Zug nach Dorstfeld teilnehmen. "Es ist ein sehr beeindruckender Protestzug", sagt er. Begleitet wird er von einem Polizei-Großaufgebot über die Rheinische Straße.

11.38 Uhr: Riesen-Würfel gegen Polizisten

Die über 1000 Nazigegner, die sich am Hafen getroffen haben, sitzen gerade an der Ecke Westfaliastraße / Sunderweg fest. Dort versperrt ihnen ein Großaufgebot der Polizei den Weg. Vereinzelt werden die aufblasbaren Riesen-Würfel, die eigentlich zur Schauspiel-Aktion der "Spiegelbarrikade" gehören, gegen die Polizisten eingesetzt. Mehrere Würfel wurden deswegen auch schon einkassiert. Es kommt vereinzelt zu Pfefferspray-Einsatz, berichtet unser Reporter.

11.31 Uhr: Demo am U setzt sich in Bewegung

Die "Dortmund bunt statt braun"-Demo setzt sich nun in Bewegung. Die gesamte Stadtspitze ist dabei. Es wird auf dem Weg nach Dorstfeld eine Zwischenkundgebung geben.

Am U-Turm beginnt der Demo-Zug "Dortmund bunt statt Braun". pic.twitter.com/24KHZcfPi7

— Oli Volmerich (@olivol)

 

11.27 Uhr: "Dortmund bunt statt braun"-Kundgebung läuft

Am Dortmunder U läuft nun die Auftaktkundgebung zu Dortmund bunt statt braun. Über 1000 Menschen sind gekommen, schätzt unser Reporter. Gerade werden noch Reden gehalten, gleich geht es über die Rheinische Straße nach Dorstfeld.

#tddz @theaterdortmund ist mit d # Spiegelblockade da pic.twitter.com/RWs2Uj2F9A

— Karola G (@karolag19)

 

11.19 Uhr: U-Bahn entlang der Rheinischen fährt nicht mehr durch

Die U-Bahn in Richtung Dorstfeld und Marten fährt nicht mehr durch. Sie hält an der Unionsstraße. Von dort aus müssen die Fahrgäste zu Fuß in Richtung Westen weiterlaufen.

11.15 Uhr: Polizei hindert Nazigegner daran, Bahn nach Huckarde zu nehmen

Jetzt kommt Bewegung in die Blockado-Versammlung am Hafen: Die Nazigegner - mittlerweile sind es wohl knapp 1000 - wollten an der Haltestelle Hafen die Bahn in Richtung Huckarde nehmen. Doch die Polizei ließ sie nicht. Jetzt machen sie sich zu Fuß auf und versuchen so, in die Nähe der Nazi-Demo-Route zu gelangen. Gerade sind sie entlang des Sunderwegs unterwegs.

11.05 Uhr: Gewaltbereite Nazis reisten bereits am Freitag an

Bereits am Freitagabend sind übrigens die ersten Nazis aus Ostdeutschland angereist. Die Polizei "empfing" sie am Hauptbahnhof Dortmund:

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10.59 Uhr: Antifa trifft sich am Hafen

Am Hafen sammelt sich die Antifa. Einige Hundert stehen im Schatten am Parkplatz Speestraße herum, von allen Richtungen stoßen konstant Menschen dazu. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vertreten. Die Stimmung ist friedlich.

10.48 Uhr: Rheinische Straße gesperrt

Auf der Rheinischen Straße kommt es nun zu Straßensperren. Dort zieht gleich die größte Gegendemo unter dem Motto Dortmund bunt statt braun nach Dorstfeld. Die Auftaktkundgebung wird um 11 Uhr am Westentor beginnen.

10.41 Uhr: Nazigegner sind in der City unterwegs

Erste größere antifaschistische Initiativen sind in Gruppen im Innenstadtbereich unterwegs. Sie suchen sich jetzt ihre Wege, um den Nazi-Aufmarsch zwischen Dorstfeld und Huckarde blockieren zu können. Am Bahnhof werden die letzten Fahrräder weggebracht.

10:33 Der Hauptbahnhof ist jetzt sicher. Die Stadt #Dortmund flext die letzten angeketteten Räder weg #nonazisdopic.twitter.com/jT8gfwC7Ua

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

 

10.11 Uhr: Erste Straßensperrungen

Die ersten Straßensperrungen greifen: Die Huckarder Straße ist ab der Hafenautobahn-Auffahrt in Richtung Dorstfeld gesperrt. Außerdem erreichen uns Meldungen von der OWA IIIa:

Mallinckrodtstr - Zubringer zur A45 - stadtauswärts gerade voll gesperrt @RN_DORTMUND#notddz#nonazisdo

— Kevin Kindel (@kekindel)

 

10.01 Uhr: Hundertschaften, Räumpanzern, Wasserwerfern und Sperrgitter an der Demo-Route

Ein massives Polizeiaufgebot mit Hundertschaften, Räumpanzern, Wasserwerfern und Sperrgittern sichert Unterdorstfeld und Huckarde. Mannschaftswagen der Polizei stehen in Wohngebieten, auf Haupt- und Seitenstraßen und im Gelände. Mit der Aufmarschroute werden der Neonazis nicht viele Zuhörer erreichen: Sie führt auch durch viel freies Gelände.

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Der Demo-Samstag: Die Polizei in Dorstfeld

So viel Polizei war noch nie in Dorstfeld: Wasserwerfer, Räumpanzer und Bereitschaftspolizisten stehen seit den frühen Morgenstunden in den Wohnsiedlungen und auf den Haupt- und Seitenstraßen, weil am Nachmittag Neonazis zwischen Dorstfeld und Huckarde marschieren werden..
04.06.2016
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Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Polizei mit Wasserwerfern vor der S-Bahn-Station in Unterdorstfeld. Hier kommen die Rechtsextremisten an.© Foto: Peter Bandermann
Gut beschützt ist dieser Kiosk an der Arminiusstraße. Die Polizei hat ein massives Großaufgebot in Unterdorstfeld und Huckarde aufgefahren.© Foto: Peter Bandermann
Wasserwerfer an der Arminiusstraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein Fahrzeug der Bundespolizei auf der Marschroute der Rechtsextremisten.© Foto: Peter Bandermann
Räumfahrzeug auf der Arminiusstraße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Schutzausrüstung der Polizei lehnt an einem Stromverteiler.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei steht im Schulte-Witten-Park in Unterdorstfeld bereit - über die Rheinische Straße führt ein Nazi-Aufmarsch.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Absperrgitter stehen in Dorstfeld für den Einsatz bereit.© Foto: Peter Bandermann
Dorstfeld: Sperrgitter und Wasserwerfer stehen für den Einsatz bereit.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Unterdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Es wird eng in Dorstfeld: Am Morgen richtete die Polizei auf der Wittener Straße / Ecke Rheinische Straße eine Durchlassstelle ein.© Foto: Peter Bandermann
Auf dem Weg zur S-Bahn-Station in Unterdorstfeld: Wer durch will, wie hier ein Passant auf der Rheinischen Straße, muss sich kontrollieren lassen.© Foto: Peter Bandermann
Sie bestimmen das Bild: Polizisten auf der Wittener Straße in Dorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Schweres Gerät: Räumpanzer in Dorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Wittener Straße in Dorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Ein Wasserwerfer und ein Räumpanzer an der Wittener Straße vor der S-Bahn-Station in Dorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
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Die Rheinische Straße / Ecke Wittener Straße ist bereits jetzt eine Kontrollstelle. Später muss die Polizei sie sperren: Der Aufmarsch der Neonazis führt über die Kreuzung in Richtung Huckarde.

Volker Stall von der Bundespolizei weist darauf hin, dass es am Hauptbahnhof ab spätestens 11.30 Uhr eng werden kann. Demonstranten sind bereits auf der Anreise nach Dortmund. Die Aufgabe der Polizei: Rechtsextremisten und Nazi-Gegner voneinander zu trennen.

8.15 Uhr: Polizei gibt rechte Demo-Route bekannt

Inzwischen hat die Polizei doch per Facebook die Route des Nazi-Aufmarschs bekanntgemacht. Um 13 Uhr soll am S-Bahnhof Dorstfeld Treffpunkt sein (wobei zuvor der Hauptbahnhof ein Sammelpunkt sein wird). Über die Rheinische Straße, die Osning- und Arminiusstraße würde der Aufzug dann westlich um das Dorstfelder Zentrum mit dem Wilhelmplatz herumgeführt. Über die Arminiusstraße geht es nach Huckarde. Dort sei an der Einmündung Rahmer Straße/Roßbachstraße eine Zwischenkundgebung geplant.

 

Abschluss soll gegen 20 Uhr am S-Bahnhof Huckarde-Nord sein. Gerechnet werden mit "mehreren hundert Personen", teilt die Polizei mit. Sie appelliert erneut an alle Gegendemonstranten "ihrem Protest friedlich und gewaltfrei Ausdruck zu verleihen". Eine zentrale Demonstration gegen den rechten Aufmarsch findet am Wilhelmplatz statt.

"Der Dortmunder Polizei steht heute einer der größten Einsätze der vergangenen Jahre", heißt es. Aus Dorstfeld und Huckarde berichten Beobachter bereits von einem riesigen Polizeiaufgebot.

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Der Demo-Samstag: Der Bahnhof am Morgen

Bereitschaftspolizei und Sicherheitsdienste rund um den Dortmunder Hauptbahnhof: Der Demonstrations-Samstag zeigt schon in den Morgenstunden erste Anzeichen. Spätestens ab 12.30 Uhr kann es durch Sperren eng werden, denn ab 13 Uhr reisen Neonazis an.
04.06.2016
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Polizei durchstreift am frühen Morgen die Dortmunder Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei am Königswall vor dem Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Ein Zug einer Einsatzhundertschaft steht an der Katharinentreppe bereit.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf den Bahnhofsvorplatz in Dortmund.© Foto: Peter Bandermann
Absperrgitter stehen für den Einsatz bereit: Die Polizei muss rechtsextreme Demonstranten, die für spätestens 13 Uhr zu erwarten sind, von Nazi-Gegnern trennen.© Foto: Peter Bandermann
Absperrgitter lehnen bereit für den Einsatz an der Radstation - für den Vorplatz gilt weiter ein Abstellverbot für Räder. Aus Sicherheitsgründen.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei und Absperrgitter auf dem Bahnhofsvorplatz: Die Vorzeichen für den Demonstrations-Samstag sind rund um den Bahnhof erkennbar.© Foto: Peter Bandermann
Der Dortmunder Hauptbahnhof am frühen Morgen: Noch bestimmt Ruhe die Atmosphäre. In den Mittagsstunden müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.© Foto: Peter Bandermann
Polizei am Nordausgang des Hauptbahnhofs.© Foto: Peter Bandermann
Polizei in der Dortmunder Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Polizei am Nordausgang des Hauptbahnhofs.© Foto: Peter Bandermann
Der Hauptbahnhof am frühen Morgen - Reisende können das Gebäude ohne Probleme passieren.© Foto: Peter Bandermann
Polizei in der Dortmunder Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Polizei in der Dortmunder Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten überwachen auch die Zugänge zu den B-Bahn-Stationen und zur Tunnelanlage am Hauptbahnhof.© Foto: Peter Bandermann
Mannschaftswagen von Einheiten aus Bayern stehen auf dem Königswall für den Einsatz bereit.© Foto: Peter Bandermann
Polizei ist an diesem Samstagmorgen an jeder Ecke und in jedem Winkel rund um den Hauptbahnhof zu sehen.© Foto: Peter Bandermann
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Der ursprüngliche Bericht:

Bei der wichtigsten Frage hüllten sich Polizei und Nazis in den vergangenen Tagen konsequent in Schweigen: die Route des Neonazi-Aufmarschs blieb geheim, lediglich die von der rechtsradikalen Demo und dem Gegenprotest betroffenen Stadtteile wurden genannt:  Huckarde, Dorstfeld und die westliche Innenstadt . Wahrscheinlich ist aber, dass sich das Hauptgeschehen der Neonazi-Demo eher in Dorstfeld und Huckarde abspielt. Treffpunkt der Nazis ist um 13 Uhr der Dortmunder Hauptbahnhof. Von dort werden sie zum noch unbekannten Aufmarschort fahren. Die Bundespolizei behält sich vor, das Bahnhofsgebäude zeitweise zu sperren.

Am Freitagabend begleitete die Polizei bereits die Ankunft von rund 20 militanten Rechtsextremen, die per Zug angereist waren. Zugleich demonstrierten 750 Linksautonome in der Innenstadt. 

Mehrere Tausend Polizisten sollen an diesem Samstag Konfrontationen zwischen Rechts- und Linksextremisten verhindern. Einsatzleiter Dieter Keil erwartet Gewalt auch gegen Polizisten. Die aus mehreren deutschen Städten zusammengezogenen Einheiten auch der Bundespolizei sind in höchster Alarmbereitschaft und auf schwere Straftaten vorbereitet. Es ist davon auszugehen, dass manche Nazi-Gegner versuchen werden, den Aufmarsch der Rechtsextremisten mit Blockaden zu verhindern. Dabei kann es zu Beeinträchtigungen im Nahverkehr kommen.

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Es sind zahlreiche Gegendemos in Dortmund geplant. Ein Überblick:

  • Dortmund bunt statt braun: (11 Uhr am Dortmunder U / Westentor) Dortmunds größte Demonstration mit Rednern, darunter René Scheer vom Verein „Initiative Dortmund“, Ümit Kosan vom Verein für Migrantenorganisationen, Kabarettistin Lioba Albus und Liedermacher Fred Ape. Anschließend Demo über die Rheinische Straße zur Aktion des Runden Tischs Dorstfeld.
  • Runder Tisch Dorstfeld: (11 bis 19 Uhr, Bühnenprogramm bis 13 Uhr) „Nie wieder blöd“ auf dem Wilhelmplatz / Dorstfelder Hellweg.
  • Demokraten gegen Extremismus: (11 Uhr, Katharinentor) für die freiheitliche demokratische Grundordnung, gegen rechte, linke und religiöse Extremisten.
  • Netzwerk gegen Rechts in Mengede: 11.30 bis 16 Uhr "bunt statt braun - die Zukunft bestimmen alle" (an mehreren Orten: Marktplatz Westerfilde / Ecke Speckestraße, an der Grünfläche im Bereich des Westerfilder S-Bahnhofes / Westerfilder Straße, an der Donarstraße / Joachim-Neander-Straße, an der Grünfläche gegenüber Hansemannstraße 92 sowie am Mengeder Amtshaus)

  • Bündnis gegen Rechts: (12 Uhr, Weißenburger Straße / Ecke Gronaustraße) Stolperstein-Aktion auf mehreren Nordstadtstraßen mit Abschluss am Borsigplatz (Kabarett "Mein Einsatzleiter").
  • Bündnis Huckarde gegen Rechts: (11 Uhr, Huckarder Marktplatz) multikulturelles Frühstück.
  • Naturfreunde Kreuzviertel: (10 Uhr, Parkplatz Südbad) Kundgebung und Stolperstein-Aktion mit Abschlusskundgebung im Westpark.
  • Blockado: (11 Uhr, Park & Ride-Parkplatz Sunderweg, Haltestelle Hafen). Blockado will den Nazi-Aufmarsch mit Blockaden verhindern.

Unser Team von Reportern und Fotografen ist ab 10 Uhr an den verschiedenen Schauplätzen in der Stadt unterwegs und wird Sie auf dem Laufenden halten.

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