Abschied von Jan Fedder: Die bewegenden Worte der Trauerredner

Trauerfeier für Schauspieler

Hamburg trägt Trauer, Tausende nehmen am Dienstag Abschied von Jan Fedder. Bewegende Worte richten die Trauerredner an die Anwesenden im Hamburger Michel.

Hamburg

14.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abschied von Jan Fedder: Die bewegenden Worte der Trauerredner

Der Wagen mit dem Leichnam des Schauspielers Jan Fedder ("Großstadtrevier") steht nach der Trauerfeier vor dem Michel. © picture alliance/dpa

Hamburg sagt Tschüss: Familie, Freunde und Fans nehmen am Dienstag im Michel Abschied von Jan Fedder („Großstadtrevier“). Der Schauspieler hatte sich dabei explizit die Redner für seine Trauerfeier gewünscht.

Als erstes sprach ARD-Programmdirektor Volker Herres. Er sagt unter anderem: „Jan ist Norden, Hamburg und der Kiez. Und aus eben dieser Verwurzelung heraus konnte Jan seine Figuren so gefühlsstark spielen und gewann eine Fangemeinde im Norden und südlich der Elbe und brachte es sogar bis zum Ehrenkommissar in Bayern.“ Er zitiert auch Fedder selbst, der habe einmal gesagt: „Ich muss schon Nummer Eins sein. Sonst ist scheiße“.

Herres ist der Meinung: „Keiner hat das St.Pauli-Lebensgefühl so verkörpert wie Jan Fedder.“ Herres schließt seine Rede mit den Worten: „Der Himmel bekommt jetzt einen Schutzmann. Wir hier unten haben die Stgille, den Verlust und den Schmerz (...). Jan, du bist nicht allein. Du lebst weiter in unseren Herzen, versprochen. Tschüss, mein Freund.“

„Hamburger Jung mit einem Riesentalent“

Als nächstes sprach der ehemalige NDR-Intendant Lutz Marmor. Er erzählte von seinem Versuch, sich in das Kondolenz-Buch einzutragen: „Ich wollte mich auch in das Buch eintragen. Mein erster Versuch scheiterte. An dem kalten Wintertag wurde ich von dem Riesenandrang überrascht. Jetzt, vergangenen Sonntag, habe ich es geschafft. Aber die Schlange war nur unwesentlich kürzer. Das zeigt, Jan hat die Menschen berührt. So sehr, wie ich es selten erlebt habe.“

Lutz Marmor sprach auch ein paar Worte im namen des NDR: „Jan Fedder war für unser Publikum ein Stück Heimat. Und darauf war und ist der Heimatsender NDR stolz. (...) Jan, wenn du gerade von Wolke 14 auf uns herabblickst: danke. Danke für alles.“

„Aushängeschild für Hamburg und den Polizeiberuf“

Danach sprach Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Er nannte Fedder „ein Aushängeschild für Hamburg und den Polizeiberuf“. Das „Großstadtrevier“ sei „die deutsche Polizei-Kultserie“ schlechthin. Fedder habe mit ihr „Fernsehgeschichte geschrieben“.

Er spreche nicht nur für die 11.000 Hamburger Polizisten, sondern „für die Polizei zwischen Flensburg und Rosenheim“, sagte Meyer. Mancher Kollege habe ihm gesagt: „Wir hätten jederzeit mit ihm auf Streife fahren können.“ Allerdings, fügte der Polizeipräsident hinzu: „Den Schriftkram hätte wohl besser ein realer Kollege erledigt.“

In Drehpausen sei Fedder zuweilen in „Film-Uniform“ zum Imbiss gegangen: „Ich bin nicht sicher, ob Jan uns dabei nicht auch mal Arbeit abgenommen hat.“ Meyer schließt mit den Worten: „Tschüs Jan, Hamburg und seine Polizei werden dich nicht vergessen.“

RND/lob

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