Achterbahnfahrt im Kino: "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" plündert Jules Vernes Roman

Für die Studiobosse Hollywoods hat die Zukunft des Kinos längst begonnen. Und die liegt natürlich in den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der neuen digitalen Techniken, die inzwischen sogar dem 3D-Film neue Impulse gegeben haben. Nur stecken große Teile der deutschen Kinolandschaft immer noch in der Vergangenheit. Folglich kommt Eric Brevigs "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde", der erste komplett im 3D-Verfahren gedrehte Real-Spielfilm, parallel auch in einer 2D-Version heraus.

von Von Sascha Westphal

, 12.03.2009, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Achterbahnfahrt im Kino: "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" plündert Jules Vernes Roman

Brendan Fraser (v.l.), Josh Hutcherson und Anita Briem im Actionfilm "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Eric Brevig.

Zu Beginn versprüht Brevigs Annäherung an Vernes Phantasie sogar überraschenden Charme. Trevor Anderson, ein recht zerstreuter Professor für Geologie, mit dem Brendan Fraser einmal mehr seinen Charakter aus den "Mumien"-Filmen variiert, stößt in den Sachen seines seit mehr als zehn Jahren verschwundenen Bruders Max auf eine mit zahllosen Anmerkungen versehene Ausgabe von "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde". Von Neugier getrieben macht er sich zusammen mit Max' 13-jährigem Sohn Sean (Josh Hutcherson) auf den Weg nach Island, wo sein Bruder einst verschwand. Auf den Spuren von Max und Vernes Roman gelangen sie und die Bergführerin Hannah Ásgeirsson (Anita Briem) zu einer Höhle, die sich als Eingang zu einer Welt im Innern der Erde entpuppt.

Idee äußerst reizvoll Die Idee, Vernes Fiktion als Tatsachenbericht zu lesen, ist tatsächlich äußerst reizvoll. Durch sie kommt eine gewisse Ironie ins Spiel, ein verführerisches Augenzwinkern, das den Zuschauer zum Komplizen der Filmemacher werden lässt. Nur scheint das gar nicht Brevigs Anliegen zu sein. Für ihn ist diese Herangehensweise nichts als ein Freibrief, der es ihm erlaubt, Vernes Roman zu plündern.

Eine Achterbahn-Sequenz reiht sich an die nächste. Dabei beschwört Brevig wehmütige Erinnerungen an so grandiose Szenen wie die Lorenfahrt in "Indiana Jones und der Tempel des Todes" herauf, ohne selbst auch nur annähernd an sie heranzukommen.

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