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Atommüll: Transporte rollen 2017 nicht

Neue Richtlinie

2017 wird es keinen Transport der ausgebrannten Brennelemente aus Jülich ins Ahauser Brennelementezwischenlager geben. Das hat Jörg Kriewel, Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN), am Mittwoch auf Nachfrage bestätigt. 2017 wird demnach kein einziger Transport das Lager in Jülich verlassen. Der Grund dafür ist eine neue Richtlinie.

Ahaus

, 30.11.2016 / Lesedauer: 2 min
Atommüll: Transporte rollen 2017 nicht

Noch stehen die Behälter mit den Brennelementen in Jülich. Gegen die Einlagerung in Ahaus will die Stadt vorgehen. Die Anwälte sind optimistisch, dass das klappt.

Diese Richtlinie, die noch nicht in Kraft getreten ist, besagt, dass die Fahrzeuge, mit denen der Atommüll transportiert wird, gegen Einwirkungen Dritter geschützt werden müssen. "Es geht um die Terrorismusgefahr", erklärt Kriewel.

Gegen Strengstoffexplosionen schützen

Bisher gelten diese Richtlinien nur für die Lagergebäude, nicht für die Transporte. Das ändert sich jetzt. Die Richtlinie ist aktuell noch nicht in Kraft. Allerdings muss sich die JEN schon jetzt die gegen die möglichen Gefahren absichern. So sollen die Transporte etwa gegen Sprengstoffexplosionen geschützt werden. Auch die Castorbehälter müssen dabei noch einmal zusätzlich geschützt werden.

Fuhrpark überholt

Ziemlich klar sei aktuell nur, dass etwa die vorhandenen Fahrzeuge nicht mehr genutzt werden dürften. Der ganze Transport stehe auf dem Prüfstand. "Wir fangen nicht von Null an", sagt Kriewel.

Einen zeitlichen Rahmen mag er gestern nicht näher umreißen. Zunächst müsse geprüft werden, welche Anforderungen die neuen Richtlinien an das Material stellen. Dann müsse die Genehmigung für den Transport eingeholt werden. "Und dann müssen wir die Fahrzeuge ja auch noch beschaffen. Die gibt es ja nicht gerade von der Stange", so Kriewel.

Er betont auch, dass die geänderten Richtlinien nicht ausschließlich die Transporte aus Jülich betreffen. Es gehe um alle Atommülltransporte in Deutschland.

Es bleiben drei Optionen

Und so schlägt er die Brücke zu den drei Varianten für die ausgebrannten Brennelemente aus Jülich: Auch der Transport in die USA oder der Neubau einer Lagerhalle in Jülich werde weiter geprüft. Alle drei Optionen seien immer noch gleichrangig in der Diskussion. "Der Transport in die USA ist 2017 natürlich auch nicht möglich", sagt Jörg Kriewel. Schließlich müssten die Fahrzeuge ja auch auf dem Weg zu einem Hafen Richtung USA die neuen Richtlinien erfüllen.

 

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