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Hackerangriff trifft auch Gesundheitsminister Jens Spahn aus Ahaus

Jens Spahn

Daten hunderter Politiker und Promis sind im Netz veröffentlicht worden. Auch Bundestagsabgeordneter Johannes Röring aus Vreden und Gesundheitsminister Jens Spahn aus Ahaus sind betroffen.

Ahaus

04.01.2019
Hackerangriff trifft auch Gesundheitsminister Jens Spahn aus Ahaus

Die vermeintliche Rufnummer von Gesundheitsminister Jens Spahn wurde auf Twitter veröffentlicht. © picture alliance / dpa

Kontodaten, private Fotos, Briefe von Bundestagsabgeordneten und Privatadressen von Prominenten sind im Netz gelandet. Mutmaßliche Hacker haben die Daten über Twitter verbreitet. Davon betroffen ist auch Gesundheitsminister Jens Spahn. Genau wie vom Vredener Bundestagsabgeordnete Johannes Röring wurden Rufnummern im Netz verbreitet. Noch ist allerdings unklar, ob die Nummern echt sind.

Erste Informationen schon vor Weihnachten veröffentlicht

Auch Kanzlerin Merkel und Vertreter aller Bundestagsparteien außer der AfD seien betroffen. Die unbekannten Täter veröffentlichten über einen mittlerweile gesperrten Twitter-Account Telefonnummern, aber auch Ausweisfotos und andere persönliche Dokumente.

Veröffentlicht wurden erste Informationen schon vor Weihnachten. Die „große Veröffentlichung“ habe aber erst am Donnerstagabend stattgefunden, sagte der Präsident des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm.

Hohe zweistellige Zahl von Personen wurde Opfer

Demnach wurde eine hohe zweistellige Anzahl von Personen Opfer eines Hackerangriffs, bei ihnen wurden auch Informationen zu anderen Betroffenen abgegriffen. Manche der Informationen in den mehr als tausend Datensätzen seien aber auch öffentlich verfügbar, hob der BSI-Chef hervor.

Die Daten wurden nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nicht aus den IT-Systemen von Bundestag oder Bundesregierung gestohlen. „Nach einer ersten Analyse deutet vieles darauf hin, dass Daten durch die missbräuchliche Nutzung von Zugangsdaten zu Clouddiensten, zu E-Mail-Accounts oder zu sozialen Netzwerken erlangt wurden“, erklärte Seehofer.

Politiker aus allen Lagern fordern die Aufklärung des Vorfalls

Politiker quer durch die Parteien forderten Aufklärung über Urheber und Hintergrund des Vorgangs. „Eine mögliche politische Motivation dieses Angriffs muss geklärt werden“, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer stellte die Frage, „weshalb die Sicherheitsbehörden nicht auf das Datenleck aufmerksam geworden sind, obwohl personenbezogene Daten bereits tagelang im Netz kursierten“.

Nach Angaben von Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte wird auch noch geprüft, inwieweit die veröffentlichten privaten Angaben authentisch sind und ob den Abgeordneten daraus persönlicher Schaden entstehen könne. „Wer private Angaben von Personen veröffentlicht, nimmt deren Gefährdung billigend in Kauf, und dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren“, sagte Korte. Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Britta Haßelmann sprach von einem „massiven Eingriff in demokratische Grundrechte, Persönlichkeitsrechte und die Meinungsfreiheit“.

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