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„Kirkebyphonie“ in der Galerie Laing

Neue Ausstellung

Seit Jahrzehnten zählt der dänische Künstler Per Kirkeby (Jahrgang 1938) zur führenden Kunstszene der Gegenwart. Spätestens seit der Skulptur-Projekte-Schau 1987 in Münster ist sein Ruf als Künstler auch in dieser Gegend präsent. Galerist Christian Laing schaffte es, Skulpturen, Gouachen und Gemälde des Künstlers in seine Galerie nach Wessum zu holen.

WESSUM

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 02.11.2012
„Kirkebyphonie“ in der Galerie Laing

Galerist Christian Laing (Mitte) begrüßte die Besucher zur Eröffnung der Kirkeby-Ausstellung in Wessum.

Nach Matthias Mansen, Klaus Hack, Otto Pankok und Markus Lüpertz toppte Laing in der vierjährigen Geschichte der Galerie die Reihe der Künstler noch durch Per Kirkeby. Sein Rezept klang simpel, aber nachhaltig und beeindruckend: „Vernetzung!“ Zur Begrüßung der Besucher, die kaum in die Galerie passten, fiel Laing noch ein zweites, sehr persönliches Rezept ein: „Ich mag die Kunst von Kirkeby seit Jahren.“ Der Stadtlohner Künstler Ferdi Schreiber näherte sich ähnlich bewundernd dem berühmten Kollegen: „Das zeugt von Größe, dass auch große Künstler in der Lage sind, ihre Kunst in kleineren Galerien zu präsentieren.“ Mit klassischer Cello-Musik vom Band lud Schreiber zur intensiven Betrachtung des größten Gemäldes ein, das zum Blickfang der Ausstellung von nur acht malerischen Arbeiten und sechs Skulpturen wurde, entstanden in den Jahren 1985 bis heute. Erstaunlich klein und handlich sind die Bronzeskulpturen im Obergeschoss der Galerie. Fast durchweg sind es Modelle in limitierter Auflage von maximal sechs Güssen, die Kirkeby für größere Skulpturen anfertigte. Zwei Modelle für die Skulptur-Projekte 1987 in Münster sind auch zu sehen. Die Skulpturen aus Backstein, die er damals für Münster schuf, sind längst wieder abgebaut, die Modelle bleiben.

Die Kleinheit und Fragilität der Skulpturen erstaunt gegenüber der Malerei, in der sich Geologie und Kunst mischen. Kirkeby studierte beides. Der letztlich promovierte Geologe widmete sich schon sehr früh der Kunst. 1965 hatte er seine erste Einzelausstellung in Kopenhagen. Seitdem führte sein Weg steil nach oben an die Spitze. Die meisten Gemälde haben keine Titel, dennoch wecken sie lebhafte Vorstellungen beim intensiven Betrachten. Kirkeby nannte seine tiefenräumlichen Bilder, die besonders auffallen, „Höhlen aus Licht“. Immer wieder sind es Lichträume, die sich aus der Vielfalt der Farben als besondere Merkmale herauskristallisieren. Dazwischen tanzen schwarze Linien, strukturieren den Farbraum und wecken die Geister realer Vorstellungen von Natur, von Spiegelungen, von Pflanzen oder Bäumen. Schreiber wählte dafür in seiner Einführung den Begriff der „Diaphonie“ (Mehrstimmigkeit), die er treffend in „Kirkebyphonie“ umbenannte.

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