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Labrador „Sam“ tappt in Raubtierfalle

Rüde schwer verletzt

„So habe ich noch nie einen Hund schreien hören“ – Martina Lichtenfeld aus Ottenstein steht immer noch unter dem Eindruck des Schreckens, den ein mittäglicher Spaziergang mit drei von ihren Labradoren in der Bauerschaft Feldmark verursachte: Der sechs Jahre alte „Sam“ geriet in eine dort ausgelegte „Schwanenhalsfalle“.

OTTENSTEIN

von Von Manfred Elfering

, 26.07.2012
Labrador „Sam“ tappt in Raubtierfalle

Nur mit größter Mühe gelang es den Helfern, »Sam« aus dieser Falle zu befreien.

„Eigentlich gehe ich da eher selten her“, erzählt die Ottensteinerin. Da dieser Weg aber Schatten bot, nahm sie ihn doch – mit ungeahnten Folgen für „Sam“: Der tollte herum und tappte plötzlich in die zwischen zwei Maisfeldern aufgestellte Falle. Martina Lichtenfeld hörte nur noch den erschütternden Schrei ihres Rüden, eilte zu der Stelle und traute ihren Augen nicht: Der Hund steckte mit beiden Vorderläufen in der massiven Falle und heulte jämmerlich. „Zuerst habe ich versucht, ihn selbst zu befreien“, berichtet die Halterin. Doch es gelang ihr nicht, die Fangeisen saßen zu stramm. „Sam“ selbst biss sich mehrere Zähne aus, weil auch er die Falle bearbeitete – alles nutzte nichts. „Ich musste ihn wohl oder übel allein lassen und Hilfe holen“, sagt Lichtenfeld. Die fand sie auf einem angrenzenden Hof, von dem aus ihr Sohn, der Tierarzt und die Polizei verständigt wurden.

Als die Hilfe vor Ort eingetroffen war, erwies sich als Hauptproblem, das Tier aus der Falle zu befreien, denn das gestaltete sich äußerst schwierig. Erst mit herbeigeholten Schraubzwingen und Stemmeisen gelang dies mühsam und sehr vorsichtig, um das inzwischen narkotisierte Tier nicht noch weiter zu verletzen. Nach der „Erstversorgung“ durch den Tierarzt wurde „Sam“ später in der Praxis behandelt und kam schließlich mit verbundenen Beinen zurück zu „Frauchen“. Der Hund erlitt schwere Verletzungen an den Vorderläufen, die Knochen brachen zum Glück jedoch nicht. Dennoch wird es einige Zeit dauern, bis „Sam“ wieder richtig laufen kann. „Wie kann man so etwas nur tun?“ Martina Lichtenfeld ist nach wie vor fassungslos und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Nach Angaben von Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizeibehörde, sei zunächst zu prüfen, um welchen Typ von Falle es sich handelt, denn: „Jagdrechtlich sind solche Fallen teilweise noch erlaubt.“ Entscheidend seien dann die Kriterien, unter denen sie aufgestellt werden dürfen, etwa der Abstand zur Wohnbebauung und die Aufstellung eines Hinweisschilds.

Da die Polizei die Falle sichergestellt hatte, fand sie schnell heraus, dass es sich vom Typ her um eine sogenannte „Schwanenhalsfalle“ handelt. „Und die an sich ist legal“, so Rentmeister. Allerdings wohl nicht die Umstände – zumindest, was das Warnschild angehe, denn das fehlte jedenfalls. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Verstöße gegen das Jagdrecht und das Tierschutzgesetz und sucht den Fallenaufsteller.

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