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Alfred Achtelik will Europameister werden

Leichtathletik: Stabhochsprung

Alfred Achtelik ist am Montagmittag in Madrid großer Favorit auf den Europameistertitel. Der M55-Stabhochspringer des FC Nordkirchen hat die mit Abstand beste Meldehöhe angegeben. Stoppen kann Achtelik auf seinem derzeitigen Höhenflug wohl nur die Besatzung des Flugzeugs.

Nordkirchen

18.03.2018
Alfred Achtelik will Europameister werden

Bei den Deutschen Meisterschaften jubelte Alfred Achtelik über den Titel und gute Sprünge. In Madrid möchte er wieder Hallen-Europameister werden. © Reith

In der spanischen Hauptstadt ist für Stabhochspringer Alfred Achtelik vom FC Nordkirchen kein großes Kulturprogramm angesagt. Sonntag Hinflug, Montag Wettkampf, Dienstag Rückflug – am Mittwoch muss der Diplom-Sportwissenschaftler schon wieder arbeiten. Viel Zeit für Sightseeing bleibt da nicht.

Das Unternehmen Hallen-Europameisterschaft scheint derzeit nur durch die Fluggesellschaft, mit der Achtelik fliegt, bedroht zu sein. Denn die würden sich manchmal beim Transport der Stäbe querstellen. „Wenn der Kapitän sagt, dass die nicht mitkommen, dann muss ich gar nicht erst fliegen“, sagte Achtelik.

Dass das vier Meter lange Gepäckstück mit den Glasfiberstäben aus Sicherheitsgründen Probleme am Flughafen machen kann, hat der Nordkirchener schon erlebt. Als Achtelik einst mit der Nationalmannschaft reiste, weigerte man sich am Flughafen, die Stäbe zu mitzunehmen. Auch damals sollte es nach Spanien gehen. Bundestrainer Leszek Klima fuhr mit dem Auto also mit den Stäben auf dem Dach nach – und kam pünktlich zur Qualifikation. Eine Option, die Achtelik diesmal nicht hat. „Es wäre ärgerlich. Zwar gibt es da fünf Stäbe vor Ort, aber keinen, den ich springen kann“, sagte Achtelik. Die Suche nach dem perfekten Stab kann bei den Springern dauern – die Stäbe sind für jeden Springer individuell so wichtig wie für Clownfische die Anemone.

Achtelik, der mit 4,17 Metern in Erfurt kürzlich wieder Deutscher Meister wurde, fliegt als Favorit nach Madrid. Im Gallur Municipal Sports Centre wird er seine Taktik nicht verändern. Einsteigen bei vier Metern, womöglich ist er dann schon wieder einziger Springer im Wettkampf. Vergangene Woche absolvierte er das Abschlusstraining in Düsseldorf. „Ich will nicht zu hohe Erwartungen wecken, aber schlecht drauf bin ich nicht“, sagte Achtelik, „es wäre ärgerlich, wenn es nur eine Medaille wird.“ Gold soll es dann schon sein. „Es geht auch darum, eine vernünftige Höhe zu springen.“ 4,20 Meter sind ihm zuzutrauen.

Die Konkurrenz ist übersichtlich. Nur acht Springer sind gemeldet. Neben Achtelik mit gemeldeten 4,11 Metern ist Franzose und Dauerkonkurrent Marc Spony aus Frankreich wohl derjenige, der ihm den Titel noch am ehesten streitig machen könnte. Spony hat 3,85 Meter stehen – ob da noch mehr geht. Im Feld sind zwei weitere Franzosen, zwei Italiener, ein Brite und ein Belgier.

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