Anamnesebogen: Welche Fragen Sie vor der Corona-Impfung beantworten müssen

Impfung

Vor der Corona-Impfung ist einiges zu beachten. Unter anderem muss ein Anamnesebogen ausgefüllt werden. Je nach Anspruchsgruppe muss außerdem die Impfberechtigung nachgewiesen werden.

08.04.2021, 05:56 Uhr / Lesedauer: 3 min
Vor der Corona-Impfung muss die Impfberechtigung nachgewiesen und ein Anamnesebogen ausgefüllt werden. (Symbolbild)

Vor der Corona-Impfung muss die Impfberechtigung nachgewiesen und ein Anamnesebogen ausgefüllt werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Bevor der Piks gemacht werden kann, muss der Arzt noch einiges wissen. Dabei ist vor allem die medizinische Vorgeschichte, also die Anamnese, wichtig. Hier werden meist in Form eines Fragebogen potenziell relevante Informationen erfragt. Genau das muss auch vor der Corona-Schutzimpfung passieren. Unterschieden wird bei den Anamnesefragebögen zwischen den Vektor- und den mRNA-Impfstoffen. Der Aufbau und die Fragen sind dennoch identisch.

Was wird im Anamnesebogen abgefragt?

Gefragt wird beispielsweise nach dem allgemeinen und aktuellen Gesundheitszustand: „Haben Sie gerade Fieber?“, „Sind Sie oft krank?“, „Heilen ihre Wunden schlecht?“ oder auch „Haben Sie eine Allergie?“ Aber auch zu vergangenen Impfungen sollten Fragen beantwortet werden können. Zum Beispiel wird gefragt, ob bereits Impfungen schlecht vertragen worden sind oder auch ob bereits gegen Corona geimpft wurde. Außerdem wird dem Patienten bei der Impfung ein Merkblatt mitgegeben. Dass dieses gelesen und verstanden wurde, muss ebenfalls auf dem Fragebogen angekreuzt werden.

Diese Fragen sollten detailliert und korrekt beantwortet werden, damit das Impfpersonal genau weiß, worauf es achten muss.

Corona-Impfung: Was steht auf dem Merkblatt?

Auch bei den Merkblättern wird unterschieden zwischen den mRNA- und den Vektor-Impfstoffen. Bei beiden wird zuerst über Covid-19 informiert. Dann wird aber je nach Vakzintyp über die entsprechenden Wirkstoffe und ihre Funktionsweise sowie darüber, wie genau sie verabreicht werden und wie wirksam diese letztendlich sind, aufgeklärt.

Ebenfalls wird aber auch darauf hingewiesen, dass der Patient, sollte er bei einer Impfung oder einer anderen Spritze schon einmal ohnmächtig geworden sein oder zu Sofortallergien neigen, dies dem Arzt zusätzlich mitzuteilen hat. In dem Falle könnte eine längere anschließende Beobachtung nötig sein.

Zum Schluss wird über mögliche Impfreaktionen und Impfkomplikationen aufgeklärt. Bei dem Biontech-Impfstoff waren Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Fieber und Schwellung der Einstichstelle die am häufigsten berichteten Impfreaktionen während der Zulassungsstudien.

Bei dem Moderna-Vakzin waren zusätzlich auch Schüttelfrost, Übelkeit oder Erbrechen, Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle häufige Reaktionen. Prozentual gesehen sinken die Wahrscheinlichkeiten aber in der Aufzählung. So sind Schmerzen an der Einstichstelle nach einer Impfung mit dem Moderna-Impfstoff in mehr als 90 Prozent der Fälle vorgekommen, eine Schwellung allerdings nur in etwa 10 Prozent.

Bei dem Vektorimpfstoff Astrazeneca sind die am häufigsten berichteten Impfreaktionen Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Unwohlsein. Auch erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen sowie Übelkeit zählen zu den häufigen Reaktionen.

Was sollten Allergiker bei der Corona-Impfung beachten?

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seien zwar einige Fälle mit starker allergischer Reaktionen nach Corona-Impfungen gemeldet worden. Nach der derzeitigen Datenlage sei ein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen für Personen mit bekannten allergischen Erkrankungen aber nicht anzunehmen, wenn keine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der jeweiligen Impfstoffe vorliegt. Liegt eine solche Allergie vor, spricht das laut BZgA gegen eine Impfung mit dem jeweiligen Impfstoff.

Um eine solche Allergie rechtzeitig festzustellen, wird im Aufklärungsgespräch vor der Impfung nach allergischen Veranlagungen gefragt. Stellt sich dabei heraus, dass der Impfling schon einmal allergisch auf einen Impfstoff reagiert hat, werde die Nachbeobachtungszeit auf 30 Minuten verlängert, so die BZgA.

Was muss zur Corona-Impfung mitgebracht werden?

Je nachdem, zu welcher Anspruchsgruppe man gehört, müssen unterschiedliche Dokumente zur Impfung mitgebracht werden. Für alle Gruppen gilt, dass der Impfpass dabei sein sollte. Ist keiner vorhanden ist, wird im Impfzentrum eine Ersatzbestätigung ausgegeben.

Für die Impfung nach Altersgruppen reicht der Personalausweis als Nachweis der Impfberechtigung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Berufes impfberechtigt sind, benötigen eine Bescheinigung des Arbeitgebers beziehungsweise einen Beschäftigungsnachweis.

Personen, die aufgrund einer Vorerkrankung impfberechtigt sind, brauchen eine ärztliche Bescheinigung als Nachweis für die Vorerkrankung. Wie die Bescheinigung auszusehen hat, unterscheidet sich je nach Bundesland. Informationen dazu finden sich auf den Informationsseiten der Bundesländer.

Personen, die als enge Kontaktperson einer pflegebedürftigen Person oder einer Schwangeren impfberechtigt sind, brauchen einen Kontaktnachweis beziehungsweise ein Bestätigungsformular, auch das unterscheidet sich je nach Bundesland. Die Formulare finden sich auf den Informationsseiten der Bundesländer.

RND/js/mr

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