Angehender Priester postet Selfie mit schwulem „Prince Charming“ – Kirche beendet seine Ausbildung

Katholische Kirche

Ein Priesterseminarist der katholischen Kirche darf seine Ausbildung nicht fortsetzen. Grund dafür ist offenbar ein Selfie, das den 21-Jährigen mit dem homosexuellen „Prince Charming“ zeigt.

München

26.04.2021, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für den jungen Mann aus Baden-Württemberg ist der Rauswurf aus dem Priesterseminar ein Zeichen der „Falschheit und Doppelmoral“ der katholischen Kirche. (Symbolbild)

Für den jungen Mann aus Baden-Württemberg ist der Rauswurf aus dem Priesterseminar ein Zeichen der „Falschheit und Doppelmoral“ der katholischen Kirche. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/APA

Es war sein Traum, katholischer Priester zu werden. Doch ein Selfie sollte für den 21-jährigen Henry Frömmichen ernsthafte Konsequenzen mit sich bringen. Denn nachdem der Priesterseminarist auf seinem Instagram-Kanal einen Schnappschuss veröffentlichte, der ihn mit dem homosexuellen „Prince Charming“ Alexander Schäfer zeigt, endete seine Ausbildung.

Schäfer begab sich 2020 als „Prince Charming“ in der gleichnamigen TV-Now-Show auf die Suche nach der großen Liebe. In München trafen er und der Priesterseminarist sich zufällig und nahmen ein gemeinsames Foto von sich auf, das Frömmichen in den sozialen Medien postete.

Katholische Kirche verbietet Priesterweihe homosexueller Männer

Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, war Frömmichen erst im Herbst 2020 aus Baden-Württemberg ins Münchner Priesterseminar St. Johannes der Täufer gezogen. Nur drei Monate später platzt sein beruflicher Traum, nachdem er das Foto von sich und Schäfer bei Instagram gepostet hatte. In einem offiziellen Schreiben heißt es zur Begründung: „Ihr Umgang mit sozialen Medien lässt erkennen, dass Sie derzeit nicht die für eine Ausbildung zum Priester geeigneten Voraussetzungen mitbringen.“ Die Pressestelle des Erzbistums München will sich auf Anfrage mehrerer Medien nicht zum Fall äußern und verweist auf den Datenschutz.

Für Frömmichen, der für seine Ausbildung als Priester sowohl seinen bisherigen Beruf als Bestatter als auch seine langjährige Beziehung aufgegeben hatte, ist der Rauswurf aus dem Priesterseminar eine bittere Enttäuschung. Laut Bericht des BR war Frömmichen vor Antritt seiner Ausbildung mit einem Mann liiert gewesen. Bei seinem Aufnahmegespräch habe er seine frühere Beziehung auch angegeben, jedoch unerwähnt gelassen, dass er mit einem Mann zusammen gewesen war. Offiziell verbietet die katholische Kirche die Priesterweihe homosexueller Männer.

Wie Henry Frömmichen gegenüber dem Sender berichtet, zeige der Rauswurf aus dem Priesterseminar die „Falschheit und Doppelmoral“ der katholischen Kirche. „Sobald irgendetwas im Zusammenhang mit diesem Thema an die Öffentlichkeit geht, so wie jetzt beispielsweise dieses Bild, das ich hochgeladen habe, das ist auf Instagram, das ist öffentlich – und zack, wird man abgesägt. Aber so lange nicht drüber gesprochen wird, ist alles in Ordnung“, beschreibt Frömmichen.

Auch wenn der berufliche Traum vom Priesteramt für den 21-Jährigen geplatzt scheint, zieht Henry Frömmichen Positives aus dem Erlebten. In einem Instagram-Post veröffentlicht er erneut jenes Foto, welches den sprichwörtlichen Stein ins Rollen brachte und das er nach seinem Rauswurf aus dem Priesteramt zunächst gelöscht hatte.

„Scheinbar hat sich nichts verändert ... und doch ist alles anders geworden. Ich hätte nie in meinem Leben gedacht, dass die Begegnung mit Alexander so große und weitreichende Folgen für mein Leben haben würde. Doch bin ich heute unendlich dankbar, dass alles so gekommen ist und mein Blick dadurch geschärft wurde. Und somit kommt dieses Bild erst recht wieder auf meine Seite! Ich lasse mich nicht entmutigen, für meine Herzenssache zu kämpfen, egal in welcher Form dies in Zukunft geschehen wird“, schreibt Frömmichen unter dem Foto.

RND

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