Anschläge auf Geschäfte von Türken: Täter ist IS-Anhänger

Extremismus

Der nach den Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber festgenommene 25-Jährige hat mit der IS-Terrormiliz sympathisiert. Der Mann habe als Tatmotiv seinen Hass auf Türken angegeben.

Rosenheim

10.05.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drei Mal hat ein 25-Jähriger Fenster von Geschäften mit türkischstämmigen Inhabern mit Steinen eingeworfen.

Drei Mal hat ein 25-Jähriger Fenster von Geschäften mit türkischstämmigen Inhabern mit Steinen eingeworfen. © picture alliance/dpa

Seit Mitte April waren drei Mal Steine in die Fensterscheiben türkischer Läden geflogen, zudem ging ein Gemüseladen in Flammen auf. Eine zuletzt 50-köpfige Sonderkommission unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München ermittelte. Am Freitagabend nahm die Polizei dann den 25-Jährigen am Bahnhof in Mühldorf am Inn fest, er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Nun sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Georg Freutsmiedl am Sonntag: Der Mann habe als Tatmotiv seinen Hass auf Türken und eine antitürkische Gesinnung angegeben.

„Hinweise auf gefährliche Gegenstände“

Nach Angaben der Polizei war der Mann bei einer Kontrolle nicht im Besitz einer Fahrkarte gewesen und hatte „Explosivstoffe“ im Gepäck. Er sei in Zusammenhang mit den Ermittlungen von Waldkraiburg dringend tatverdächtig, teilte die Polizei am Samstag mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

„Bei der Kontrolle seines Gepäcks wurden Materialien gefunden, mit denen man Sprengstoff herstellen kann“, sagte ein Polizeisprecher.

Nach der Festnahme des Mannes durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamtes zwei Wohnhäuser in Waldkraiburg und Garching an der Alz. „Es gab Hinweise auf gefährliche Gegenstände.“ Vorsorglich mussten einige Anwohner ihre Häuser zeitweise verlassen.

Sechs Menschen bei Ladenbrand verletzt

Als erstes waren in der Nacht auf den 17. April die Scheiben eines Friseurladens eingeschlagen worden, dann folgten ähnliche Attacken auf eine Gaststätte und zuletzt in der Nacht auf Mittwoch auf einen Imbiss. Jeweils wurde eine stinkende Flüssigkeit verteilt - um was es sich dabei handelte, war laut Polizei zunächst unklar.

In der Nacht zum 27. April war der Laden eines türkischen Gemüsehändlers ausgebrannt, sechs Menschen wurden verletzt. Die Polizei hatte einen extremistischen Hintergrund der Taten nicht ausgeschlossen.

RND

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