Arme Farben reich machen

Josef Albers in Bottrop

BOTTROP Es ist nicht mehr als ein Fetzen Löschpapier, "Six greens" hat Josef Albers darüber geschrieben, darunter stehen die Grüntöne in dicken Balken nebeneinander. "Die Grüns sind missgünstig aufeinander", hat der Maler dazu notiert.

von Von Katharina Pfeifle

, 28.03.2011, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine von Josef Albers Farbstudien zu "Homage to the Square. Seine Notizen ritzte er teilweise ins Bild.

Eine von Josef Albers Farbstudien zu "Homage to the Square. Seine Notizen ritzte er teilweise ins Bild.

Die Ausstellung "Malerei auf Papier. Josef Albers in Amerika" im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop rückt den Fokus auf Albers als Wissenschaftler der Farbe. Die rund 80 Studien in Öl, die zum größten Teil noch nie öffentlich zu sehen waren, geben einen tiefen Einblick in den intensiven künstlerischen Prozess, der seinen bekannten Bildern voranging. Die Schau war zuvor in der Pinakothek der Moderne in München zu Gast und wandert anschließend nach Basel, Paris, Lissabon und in die USA.Akribisch dokumentiert In unzähligen Studien experimentierte Albers mit Farben, setzte sie in Beziehung zueinander und untersuchte ihre Wirkung aufeinander. Akribisch dokumentierte er seine Ergebnisse und Gedanken in Notizen direkt auf dem Papier, ritzte Zahlen in die Farbe und schuf so sein eigenes, unerschöpfliches Archiv. "Ich kann das tristeste Grau zum Tanzen bringen, ich liebe es, eine sehr arme Farbe reich zu machen, schön werden zu lassen durch ihre Nachbarfarben", wird er im Ausstellungskatalog zitiert. Deutlich lassen sich die Arbeitsschritte nachvollziehen. Bloße Farbproben hängen neben Studien, die erste Formen und Kombinationen erkennen lassen. Der Übergang von der Studie auf Papier zum endgültigen Werk auf Masonit scheint fließend. Stark beeinflusst wurde der 1888 in Bottrop geborene Künstler von der Kunst und Kultur Mexikos. 1933 emigrierte er mit seiner Frau Anni in die USA, mit diesem Umzug rückte wieder die Malerei ins Zentrum seines Interesses. Viele Studienreisen führten das Paar in den folgenden Jahren nach Südamerika.Lehmbauten Das intensive Licht, die satten Farben und die geometrisch angelegten Tempelanlagen prägten seine folgenden Arbeiten - unübersehbar in der Serie "Variant/Adobe", für die er sich von den vorkolumbischen Adobe-Lehmbauten inspirieren ließ. Sie steht am Anfang der Ausstellung und schlägt dann die Brücke zu den berühmten Quadratbildern "Homage to the Square", die Josef Albers bis zu seinem Tod 1976 malte.Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop: "Malerei auf Papier. Josef Albers in Amerika", bis 19. Juni, Im Stadtgarten 20, Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-17. Katalog: 32 Euro.www.quadrat-bottrop.de

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