Armin Laschet (CDU) fordert mehr Anerkennung für systemrelevante Berufe

Mai-Feiertag

Auf der Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet unter anderem zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen in der Pflege geäußert.

Düsseldorf

01.05.2021, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht auf der Mai-Kundgebung.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht auf der Mai-Kundgebung. © picture alliance/dpa

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Tag der Arbeit mehr Anerkennung für gesellschaftsrelevante Berufe etwa in der Pflege gefordert. „Die, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen sind, die, die in den schlecht bezahlten Jobs sind, leisten zum Teil die größte Arbeit“, sagte Laschet am Samstag bei der zentralen 1.-Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

DGB-Landeschefin fordert konkrete Taten

Anerkennung für Menschen in diesen Berufen äußere sich etwa über die Tarifbindung. Nach der Pandemie müsse es darum gehen, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern. „Die Mitbestimmung auf Betriebs- und Unternehmensebene und die gelebte Sozialpartnerschaft hier in Nordrhein-Westfalen sind wichtige Stärken bei der Gestaltung des digitalen Zeitalters“, betonte Laschet.

DGB-Landeschefin Anja Weber forderte von Laschet mehr konkrete Taten, um die Situation von Arbeitnehmern zu verbessern. Die soziale Spaltung in NRW wachse schon jetzt dramatisch. Jetzt müsse verhindert werden, dass vor allem die Arbeitnehmer durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit die Lasten der Krise tragen.

Von der Landesregierung forderte sie, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Vergabe öffentlicher Aufträge an die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten zu knüpfen. „NRW muss endlich ein funktionierendes Tariftreuegesetz bekommen, das die Vergabe öffentlicher Aufträge an Tarifbindung koppelt“, sagte die Gewerkschafterin.

Kutschaty: Applaus alleine reicht nicht

Auch SPD-Landeschef Thomas Kutschaty betonte, Applaus alleine bedeute noch keinen Respekt für die Arbeit der Leute. „Respekt - das ist guter Lohn, faire Arbeitsbedingungen.“ Die zentrale Kundgebung des DGB in Nordrhein-Westfalen fand wegen der Corona-Beschränkungen auf einem Messeparkplatz in Düsseldorf statt. Die Besucher saßen wie im Autokino in ihren Fahrzeugen vor der Bühne - statt Applaus und Buh-Rufen gab es ein Hupkonzert.

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NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) forderte die Menschen in einer Videobotschaft auf, über die Arbeitsbedingungen im Versandhandel nachzudenken. In der Corona-Pandemie hätten viele Menschen noch einmal deutlich mehr im Internet bestellt oder per App ihr Essen ausgesucht und liefern lassen. „Hinter diesem System stehen viele Menschen, die fleißig arbeiten, aber aus meiner Sicht durchaus auch in prekärer Beschäftigung sind“, sagte Laumann.

Laumann: Kritisch hingucken beim Konsum

Es sei die Pflicht jedes Konsumenten, auch beim Thema Arbeitsbedingungen kritisch hinzugucken. In den acht Einzelgewerkschaften des DGB sind in NRW rund 1,4 Millionen Menschen organisiert. Die Gewerkschaften fordern eine Förderung der Tarifbindung, Entschuldung der Kommunen, steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und einen NRW-Sonderfonds für eine Ergänzung des Kurzarbeitergeldes.

Laschet lobt bevorzugte Impfungen in Köln

Armin Laschet äußerte sich auf der Mai-Kundgebung außerdem zu den in Köln geplanten bevorzugten Corona-Impfungen von Menschen in sozialen Brennpunkten. „Inzidenzzahlen sind höher, wo Menschen eng beieinander wohnen“, sagte Laschet am Samstag in Düsseldorf. In Köln gebe es Stadtteile, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz bei 500 oder 600 liege - also um ein Vielfaches höher als im Landesschnitt.

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„Da müssen wir als Staat auch darauf reagieren [...], damit auch Menschen in Stadtteilen, wo man eben nicht dauernd Abstand halten kann, weil man sich immer begegnet, geschützt werden“, sagte Laschet bei der zentralen 1.-Mai-Kundgebung des DGB Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Köln will voraussichtlich an diesem Montag mit der bevorzugten Impfung von Menschen in Stadtteilen mit hoher Inzidenz beginnen. Mobile Teams sollten unter anderem in den Hochhaussiedlungen von Chorweiler und dem Kölnberg Impfungen anbieten, hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Freitag angekündigt.

dpa/kahi

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