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Armstrong-Skandal: RSC-Chef Bölk über Folgen im Amateursport

Radsport

Lance Armstrong hat den Radsport in seine wohl schwerste Krise gestürzt, als er vor zwei Wochen wegen Dopings alle sieben Tour-de-France-Titel aberkannt bekam. Doch welche Folgen hat der Skandal für die heimische Radsportszene?

SCHWERTE

von Von Sebastian Reith

, 05.11.2012
Armstrong-Skandal: RSC-Chef Bölk über Folgen im Amateursport

Nicht nur Vereins-Chef, sondern auch Aktiver: Matthias Bölk, Vorsitzender des RSC "77" Schwerte, äußert sich zu den Folgen des Armstrong-Skandals.

Lange hatte Matthias Bölk, Vorsitzender des RSC "77" Schwerter, überlegt, ob er sich überhaupt zum Thema Doping äußern sollte. Das Wort "Doping" in einem Text mit dem eigenen Radsportverein - das könnte schädlich sein. Bölk entschied sich trotzdem, über die Konsequenzen für seinen Verein zu reden. Denn sie sind spürbar.

Der Radsport leidet seit Jahren unter einem negativen Image durch Doping - das liegt auf der Hand. Die Affäre um das Team Telekom, die Geschichten um Dopingarzt Fuentes, der Fall Contador - die Liste der aufgedeckten Skandale allein in den vergangenen fünf Jahren ließe sich fortführen. 

 Das alles setzt sogar den Amateurvereinen zu. Es sei ohnehin schwierig, den Nachwuchs für den zeit- und kostenaufwendigen Sport zu begeistern, "aber das macht die Nachwuchssuche noch schwieriger", sagt Bölk. Auch bei der Sponsorensuche werde es durch den Imageschaden zunehmend schwieriger, weiß Bölk. Er betont aber: "Wegen der Dopingvergehen im Profisport tritt bei uns keiner aus oder Sponsoren, die ich schon lange kenne, gehen uns abhanden."

Es ist eben Amateursport mit einer engen, lokalen Verflechtung. Springt aber doch mal ein Sponsor ab, gestaltet sich die Suche nach einem neuen in Zukunft wohl schwieriger. Und wenn abspringende Sponsoren nicht ersetzt werden können, fehlt das Geld, um ein Rennen durchführen zu können - es findet nicht mehr statt. Die Zahl der Veranstaltungen nimmt also ab. Was für den RSC wiederum weitere Fahrten und damit höhere Kosten verursacht. Dabei gibt es seit einigen Jahren in NRW eine intensive Dopingprävention schon ab dem Landeskader. "Die Jugendlichen werden von Fachleuten geschult, damit sie wissen, was erlaubt ist und was nicht. Wenn sie zum Arzt gehen, müssen sie wissen, welche Medikamente sie bei Erkältungen nehmen dürfen. Sie sollen sensibilisiert werden, dass es nicht in Ordnung ist zu manipulieren - weder bewusst noch unbewusst", erklärt Bölk. 

 Auch die Eltern werden einbezogen. Zudem gebe es bei Sichtungsrennen schon länger umfangreiche Dopingkontrollen vom Jugend- bis in den Seniorenbereich. "Jeder muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Welche Sportart hat das noch?", fragt Bölk - die Verbände tun jedenfalls etwas, um Herr der Lage zu werden. Es mag komisch klingen: Aber der RSC "77" Schwerte hat von den Dopingaffären bei den bezahlten Fahrern sogar ein wenig profitiert. Es fände ein Konzentrierungsprozess statt, erklärt der Vorsitzende: "Die Jugendlichen wechseln von schlecht aufgestellten Vereinen zu Vereinen, die sich besser um die Fahrer kümmern." So hätten Sportler aus der Umgebung immer wieder den Weg zum RSC gefunden - die Zahl der Aktiven in Schwerte ist konstant geblieben.  

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