Auf zum letzten Gefecht

"World Invasion: Battle Los Angeles" im Kino

Das Unheil kommt von oben. Von ganz oben. Zunächst in Form meteoritenartiger Geschosse, dann in Schleimmonster-Gestalten mit bizarrer Hightech-Ausrüstung. Ausgesetzt aus UFOs so hoch wie Hochhäuser. Konjunktur für Hollywoods Computertrickser. Die Erde zittert vor den Außerirdischen, die Kameras zittern mit. Permanente Konzentrationsübungen für die Zuschauer.

von von Klaus Peter Heß

, 17.04.2011, 12:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Außerirdische greifen Los Angeles an, aber Hollywood holt zum Gegenschlag aus.

Außerirdische greifen Los Angeles an, aber Hollywood holt zum Gegenschlag aus.

Wer in diesem verwackelten Szenen-Geschnipsel die Übersicht behalten will, braucht starke Seh-Nerven. Die anderen liegen spätestens nach 60 Minuten blank. Allerdings nicht beim einzigen nennenswerten Protagonisten dieses krachend-kruden Ballerspiels: Staff Sergeant Nantz (Aaron Eckhart), ein Marine der besonders hartgesottenen Sorte. Während viele Zentren der Welt bereits in Schutt und Asche liegen, erhält er die Aufgabe, wenigstens Los Angeles zu retten.Haudegen und Quotenfrau Da lässt Nantz, der alte Afghanistan-Haudegen, seine Entlassungspapiere, die er kurz zuvor erhalten hat, erst einmal links liegen und schart einen bunten Haufen um sich. Als Querschnitt durch Charaktereigenschaften und ethnische Zugehörigkeiten. Später kommt noch eine Quotenfrau dazu. Aber unter den Helmen des Heldentums sehen die Weltenretter ohnehin alle gleich aus. Nicht ganz einfach, den Überblick über die Liste der Gefallenen zu behalten. Auf zum letzten Gefecht. Das Hohelied auf die Elitetruppe der US-Army wird 116 Minuten lang gesungen. Seinen Rhythmus takten Kugeleinschläge und Kanonendonner, seine Melodie bestimmen die altbekannten Patriotismus-Parolen. "World Invasion: Battle Los Angeles" ist ein aufgeblasener "Black Hawk Down"-Verschnitt als SciFi-Spektakel.Skrupelloses Massakrieren Nachdem Sowjets und andere Ost-Feinde aus dem Kalten Krieg als Kontrahenten durch den Rost angesagter Pazifismus-Kultur fallen, haben vermehrt Außerirdische deren Platz eingenommen. Damit kennt die schaurige Lust auf skrupelloses Massakrieren und den moralfreien Umgang mit dem Gegner überhaupt keine Grenzen mehr. Als Nantz einem sterbenden Alien den Brustkorb aufschneidet und in seinen Eingeweiden wühlt, um die zentrale Schwachstelle des Gegners zu finden, nähert sich ihm eine Frau mit den Worten: "Lassen sie mich mal schauen, ich bin Tierärztin." Es ist nicht die einzige Stelle, die in diesem mit verbalen Schnellschüssen angereicherten Untergangs-Szenario ziemlich komisch ist. Irgendwie muss man sich ja zur Wehr setzen.

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