Auftritte zwischen Punk und Pomp

Markus Lüpertz 70

DÜSSELDORF Wenn dieser Künstler den Raum betritt, schaut niemand mehr auf irgendwelche Bilder. Zu exzentrisch ist die Erscheinung des Markus Lüpertz - meist gestützt auf den Gehstock mit Totenkopf-Knauf, mit dicken Ringen an den Händen und absurd eleganter Kleidung. Es sind bizarre Auftritte irgendwo zwischen Punk und Pomp. Am Ostermontag (25.4.) wird der Maler und Bildhauer 70 Jahre alt.

von Von Bettina Jäger

, 22.04.2011, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz.

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz.

 

Aber es wäre ein fataler Fehler, würde man hinter der Selbstinszenierung das sehr ernsthafte Ringen des Künstlers um sein Werk nicht wahrnehmen. Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 hatte Lüpertz ins Ruhrgebiet gebracht, sein 23-Tonnen-Herkules wacht seither über Gelsenkirchen-Horst. Die zeitgleiche Ausstellung der Entwürfe im Lehmbruck-Museum Duisburg zeigte, wie hart Lüpertz an dieser Skulptur gearbeitet hat. Da gab es den Herkules mit und ohne Feigenblatt, mit und ohne Arme, mit Farbe oder ohne. Aber alle hatten die urwüchsige Kraft, die Lüpertz-Skulpturen immer ausstrahlen - auch der vielen verhasste, aber toll ironische Mozart in Salzburg."Ich will groß und schön sein"

In Böhmen geboren, flüchtete Lüpertz als Kind 1948 mit der Familie ins Rheinland. Als Maler für Weinflaschenetiketten hatte er angeblich zu wenig Talent. Für den Ex-Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie (bis 2009) dürfte das nicht mehr relevant sein. "Ich will groß, stark und schön sein", sagte er einmal der Süddeutschen Zeitung. "Also bin ich es."

 

 

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