Auryn Quartett ist das dienstälteste Streichquartett der Welt

Auftritt im Konzerthaus Dortmund

In Konzertsälen auf der ganzen Welt ist das Auryn Quartett zu Gast. Gerade ist es von einer großen Südamerika-Tournee und einer USA-Tour zurückgekehrt. Als Prophet, der im eigenen Lande nicht so viel zählt, spielen die Auryns am 10. Juni aber erst zum dritten Mal nach 2004 und 2009 im Konzerthaus Dortmund.

DORTMUND

, 27.05.2015, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auryn Quartett ist das dienstälteste Streichquartett der Welt

Stewart Eaton (Bratsche), Matthias Lingenfelder (Geige), Andreas Arndt (Cello) und Jens Oppermann (Geige) bilden seit 37,5 Jahren das Auryn Quartett.

Das Quartett ist ein Ensemble aus der Region, und zugleich das dienstälteste Streichquartett der Welt. Cellist Andreas Arndt wohnt in Dortmund, Geiger Jens Oppermann in Unna.

Beide sind mit Dortmunder Philharmonikerinnen verheiratet – Arndt mit Geigerin Ilsaben Arndt und Oppermann mit Englischhorn-Spielerin Christiane Dimigen. Bratschist Stewart Eaton lebt in Detmold, wo das Quartett auch an der Musikhochschule Kammermusik unterrichtet, der erste Geiger Matthias Lingenfelder ist Kölner.  

Amulett aus der "Unendlichen Geschichte"

Seit 34,5 Jahren spielt das Quartett, das seinen Namen vom magischen Amulett aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ geliehen hat, in unveränderter Besetzung zusammen.

Das ist Rekord; länger haben es nur die Musiker vom Amadeus- und Guarneri-Quartett miteinander ausgehalten. Aber beide Ensembles gibt es schon nicht mehr. „Und wir wollen die 40 Jahre schon noch gerne vollbekommen“, sagt Andreas Arndt. Dann hätte das Quartett aus NRW seinen Lehrmeister aus Studienzeiten in Köln, das Amadeus Quartett, überholt.  

Respekt und Freundschaft  

34,5 Jahre halten die wenigsten Ehen. „Ich könnte Seminare im Bundestag abhalten und viel erzählen über Streitkultur“, sagt Andreas Arndt. Diskussionen gab es zwischen den vier Musikern viele; es ging immer um die bestmögliche Interpretation.

Und das Ergebnis auf der Bühne war immer gut. „Man lernt Respekt vor den anderen zu haben und dass die eigene Meinung nicht immer richtig ist“, sagt der Cellist.  

Gute Freunde

Richtig gute Freunde sind die vier Musiker nach knapp vier Jahrzehnten. Als Stewart Eaton mal ein halbes Jahr pausieren musste, saß ein anderer Musiker am Bratschenpult.

Bei den Mondsee-Musiktagen, deren Leitung das Auryn-Quartett von Pianist András Schiff übernommen hat, kam Stewart Eaton zurück. „Es hat sich für uns alle wie nach Hause kommen angefühlt“, erzählt Andreas Arndt.  

Professoren in Detmold

An der Musikhochschule in Detmold unterrichtet das Quartett seit acht Jahren sehr gerne, „wir haben jetzt das Gefühl, etwas zu sagen zu haben. Und wenn wir Konzerte geben, dann machen wir das jetzt wirklich zum Spaß.

Rund 80 bis 100 Auftritte hatten die Auryns bisher pro Jahr; künftig sollen es ein paar weniger werden.  

Große Zyklen im Surround-Klang  

Die vier Streicher aus NRW sind Spezialisten für große zyklische Aufnahmen: Alle 72 Haydn-Streichquartett haben sie aufgenommen, Beethoven, Schubert, Mozart, Brahms – alles komplett.

Und alles in drei Versionen, auch im Surround-Sound. Auch damit war das Auryn Quartett ein Vorreiter. Hört man die CDs, klingt es so, als säße man mittendrin im Streichquartett.  

Liebe zum schönen Klang

„Klangschönheit“ präge den Klang des Quartetts, meint der Cellist. Die Aufnahmen der 72 Quartette von Haydn haben sicher dazu beigetragen, dass der Klang dieses Ensembles so geschliffen, klar und vollendet schön ist.

Im Konzerthaus Dortmund wird man das bei ihrem Heimspiel am 10. Juni in Haydns G-Dur-Streichquartett, dem F-Dur-Werk von Ravel und dem dritten Quartett von Mendelssohn hören.  

Karten: Tel. (02 31) 22 69 62 00.
 

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