Ausbildung zum Aussteiger

Komödie im Kino

Ein arbeitsloser Mann (Albert Dupontel) überschüttet sich mit Benzin, stürmt in ein Kaufhaus, brüllt irgendwas von Revolution und versucht sich im optischen Kreuzfeuer der Überwachungskameras anzuzünden. Aber kein Mensch beachtet ihn. Schließlich wird die Sprinkler-Anlage zum Lebensretter.

03.05.2013, 10:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alt-Punkt Not (l./Benoît Poelvoorde) zeigt "Dead" (Albert Dupontel), wie man aussteigt.

Alt-Punkt Not (l./Benoît Poelvoorde) zeigt "Dead" (Albert Dupontel), wie man aussteigt.

 In „Der Tag wird kommen“ rücken ein Punker und sein spießiger Bruder in den Mittelpunkt einer sketchartig arrangierten Handlung: Not hat schon vor Jahren der bürgerlichen Welt adieu gesagt und flaniert seitdem mit Hund und Bierdose durch triste Einkaufswelten. Als sein Bruder Jean-Pierre als Bettenverkäufer entlassen wird, ist nach eingangs beschriebenem Amoklauf auch seine Zeit als Spät-Punker angebrochen. Die Ausbildung zum Aussteiger übernimmt Not: Haare auf Hahnenkamm getrimmt, Bettelanleitung, lässiges Auftreten, Name in die Stirn tätowiert. Als Not und Dead mischen sie nun die Gegend auf. In stilisierten Bildarrangements tobt ab nun der anarchische Humor, absurde Dialoge offenbaren moderne Sprachlosigkeit, und Benoît Poelvoorde („Nichts zu verzollen“, „Mein liebster Alptraum“) glänzt in einem Tollhaus des absurden Theaters. Dabei ist das alles nicht nur zum Lachen.