Außen hart - innen ganz weich

Krisen-Komödie "Männerherzen"

Den Soundtrack zur Krisen-Komödie „Männerherzen“ schrieb Herbert Grönemeyer vor 25 Jahren. Wer sich noch an das Lied „Männer“ erinnert, findet darin eine Inhaltsangabe dessen, was Simon Verhoeven als Drehbuchautor und Regisseur eingefallen ist.

von Von Klaus-Peter Heß

, 09.10.2009, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Til Schweiger ist einer von fünf Männerprototypen in "Männerherzen".

Til Schweiger ist einer von fünf Männerprototypen in "Männerherzen".

Til Schweiger („Männer bestechen durch Geld und ihre Lässigkeit“) ist dabei – als Musikproduzent und Womanizer, dem ausgerechnet von einem schwulen Sänger neue Lebensperspektiven eröffnet werden. Wotan Wilke Möhring („Männer sind so verletzlich“) spielt einen depressiven U-Bahn-Führer, dem in seinem ganzen Leid auch noch die Frau (Nadja Uhl) abhanden kommt. Um die kümmert sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten Christian Ulmen („Männer baggern wie blöde“), der als einsamer Gewerbeaufsichtsbeamter zunächst nicht gerade die stärksten Trümpfe hat.

Florian David Fitz („Männer stehen ständig unter Strom“) steht als gefragter Werbefachmann kurz vor Hochzeit und Hauskauf. Bis bei ihm Panik ausbricht, sich mit beidem, Ehe und Eigenheim, zu früh und endgültig festgelegt zu haben. Maxim Mehmet („Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht“) verkörpert den Loser („Außen hart und innen ganz weich“). Aber vielleicht ist ja gerade er am Ende der einzige Gewinner. Verhoeven hat die lockere episodische Struktur gewählt. Er lässt die Figuren der verschiedenen Berliner Geschichten mal hier, mal dort aufeinander treffen und zwei sogar zueinander finden. Dabei geht’s mit der Qualität ziemlich auf und ab. Nervend sind die Sinnsprüche aus dem Tagesabrisskalender der Küchenphilosophie. Dass „Männerherzen“ akzeptable Unterhaltung ist, liegt an den beiden Darstellern Ulmen und Möhring und daran, dass die Komödie dort am besten ist, wo man sie ernst nehmen kann. An zwei, drei Stellen ist das der Fall.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt