Außerirdische bekriegen den Wilden Westen

Kinofilm "Cowboys & Aliens"

Schwenk über die Prärie. Felskathedralen, wie sie John Ford liebte. Ein Banjo spielt und geht in epischer, orchestraler Musik auf, die die Weite des Landes atmet. Ein kleines Kaff, tyrannisiert von einem Groß-Rancher: Das Gesetz bin ich. Pistoleros, die hinter Gold her sind. Typisch Western.

von Von Kai Uwe Brinkmann

, 22.08.2011, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Partner: Harrison Ford (l.) als mürrischer Rancher, Daniel Craig als Jake, der mit den Aliens ein Hühnchen zu rupfen hat.

Partner: Harrison Ford (l.) als mürrischer Rancher, Daniel Craig als Jake, der mit den Aliens ein Hühnchen zu rupfen hat.

Ufos im Wilden Westen. Manche reiten, andere fliegen. Himmelslichter über einem Nest, dessen Sensationen aus dem Gepöbel Halbstarker bestehen. Das aber hat noch keiner gesehen, nicht der abgebrühte Jake (Craig), noch der Großkotz Colonel Dollarhyde (Harrison Ford): Flugmaschinen, die Feuer spucken und mit Leinen Menschen fischen. Jon Favreau, den man seit „Iron Man“ in guter Erinnerung hat, inszeniert den Besuch der Außerirdischen als Gruß an Spielbergs „Begegnung der Dritten Art“. Nur dass seine Aliens bösartig sind. Wie eine Expedition auf den Spuren der Entführten bald herausfindet.

Mit Craig und Ford, dazu Sam Rockwell, ist „Cowboys & Aliens“ prominent und nicht ohne Pfiff besetzt. Weil nämlich Daniel Craig mit Hut nach einem Wiedergänger von Indiana Jones aussieht. Sein Jake wird zur Zentralfigur dieses SciFi-Westerns. Er ist der Mann mit dem tödlichen Armreif, der Gleiter der Aliens abschießen kann. Unter indianischer Medizin kehrt sein Gedächtnis zurück: Oh, ich bin der Boss einer Bande von Strauchdieben? Aha, ich kenne die Aliens schon! Das erklärt auch Jakes Flashbacks, Bilder einer Frau und eines Dr. Mengele, der nicht von dieser Welt war. Rache ist ein starkes Motiv, noch stärker ist der Wunsch, die Welt zu retten: Cowboys, Banditen, Indianer tun sich zusammen, um das Alien-Gezücht zur Hölle zu schicken.

Die Monster könnten Brüder der „Bugs“ aus „Starship Troopers“ sein. Ihr Ruckelgang spricht nicht gerade für Tricks in Perfektion, das Mutterschiff ist besser geraten. Im Showdown wird Action aufgetischt, nichts Raffiniertes, Hausmannskost. Wie der Film überhaupt von Routine lebt, aus einem abstrusen Plot kaum Funken schlägt, und die Monster wie exotische Rothäute niederkämpfen lässt. Da wäre noch Raum für seltenen Witz, Abseitiges und Absonderliches gewesen. 

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