Außerirdischer zum Abschuss freigegeben

"Paul - ein Alien auf der Flucht" im Kino

Ein Roadmovie samt Alien als Anhalter. Die Grundidee der Komödie um den Außerirdischen Paul klingt gut. Doch obwohl mit Simon Pegg und Nick Frost ("Shaun of the Dead", "Hot Fuzz") zwei Lach-Garanten mit an Bord sind, verdursten die meisten Gags in der Wüste von Nevada.

von von Kai Uwe Brinkmann

, 18.04.2011, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Graeme (Simon Pegg) und Alien-Anhalter Paul sind auf Achse.

Graeme (Simon Pegg) und Alien-Anhalter Paul sind auf Achse.

Grüner Schwellkopp, riesige blaue Augen, spindeldürre Glieder. Ein Alien, allerdings in Bermuda-Shorts und Flip-Flops. Es flucht, es kratzt sich im Schritt, es säuft. Wenn es den Joint ansteckt, sieht es aus wie vom Poster im Head Shop, wo Kiffer-Aliens "Take me to your leader!" sagen. Ein Alien nach dem Geschmack von Simon Pegg und Nick Frost, die schon in "Hot Fuzz" das Action-Genre parodierten. Mit "Paul - Ein Alien auf der Flucht" wenden sie sich dem Kosmos aller Nerds zu, die auf Comics und Science-Fiction stehen. Ein Film der Anspielungen und Zitate. "Star Wars", "Men In Black", "Unheimliche Begegnung der dritten Art" und so weiter.Legendäre Area 51 Pegg und Frost spielen zwei minderbegabte Comic-Autoren, die nach dem Besuch der Comic-Messe von San Diego zur legendären Area 51 in der Wüste Nevadas fahren. Zwei Kindsköpfe auf dem Extraterrestrial Highway. Endlich sind sie im Mekka der UFO-Spinner! Mit allem haben sie gerechnet, nur nicht damit, dass ein Außerirdischer vor ihnen steht: Paul, der Drogenknaller in Shorts. Er braucht eine Mitfahrgelegenheit, das FBI jagt ihn. Er hat die Regierung beraten, Steven Spielberg Tipps gegeben, "Akte X" erfunden. Jetzt steht er auf der Abschussliste.Kumpelfilm und Roadmovie Kumpelfilm und Roadmovie: mit Alien, dämlichen Agenten, schießwütigen Fundamental-Christen. War der Witz von Pegg und Frost früher der schwarzen britischen Schule zuzurechnen, mischt er sich jetzt mit Brachial-Gejuxe: Hose runter, Sex-Geplapper, pubertäre Zoten wie im Teenie-Schwank. Die britischen Anteile sind leidlich komisch, die amerikanischen reichlich blöd. Das muss uns nicht wundern: Im Regiestuhl saß "Superbad"-Regisseur Greg Mottola. Der schielt auf den US-Markt, und das trübt das Vergnügen. 

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