Ausstellung "200 Jahre Westfalen. Jetzt!": Wie fühlt sich westfälisch an?

Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Geschichte lebt von Geschichten, sagen die Macher der Ausstellung "200 Jahre Westfalen. Jetzt!" im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Also wollen sie Geschichten erzählen, so lebhaft es nur geht: Darüber, was es heißt, hier in Westfalen zu leben. Denn 2015 haben alle Westfalen 200. Geburtstag.

DORTMUND

, 06.02.2015, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diese Fotomontage der »Ferndorfer Riesenkartoffel« von 1930 ist eines der Exponate.

Diese Fotomontage der »Ferndorfer Riesenkartoffel« von 1930 ist eines der Exponate.

Gemeint ist der Geburtstag dieses Landstrichs: Beim Wiener Kongress 1815, geleitet vom österreichischen Außenminister Fürst von Metternich, legten Menschen aus rund 200 europäischen Staaten viele Grenzen neu fest und riefen unter anderem die Provinz Westfalen aus. Bis dorthin zurück reichen die Fragen dieser Ausstellung: Was macht Westfalen aus, damals und heute?

Fußball, Bergbauvergangenheit, Multikulti

Damals nannte Voltaire die Westfalen treu, ehrlich und gute Soldaten, während Reisende erschüttert von Menschen berichteten, die mit ihren Tieren zusammenleben und harte, glänzende Steine als Nahrung zu sich nehmen. Es war Pumpernickelbrot.

Und heute? Fußball, Bergbauvergangenheit, Kultur und Multikulti, einige Metropole Ruhr oder zerfranster Ruhrpott?

"Die Menschen verorten sich selbst kleinräumiger", sagt Brigitte Buberl, Sammlungsleiterin im MKK und Kuratorin der Schau. Die meisten würden sich eher als Teil eines Stadtteils fühlen denn als Westfale. Das eine Westfalen gibt es scheinbar nicht.

800 bis 1000 Exponate

Das versucht die Schau auch nicht zu finden, wie Szenografie-Professor und Ausstellungsgestalter Ovis Wende erklärt. Stattdessen: 800 bis 1000 Exponate, die viele kleine Geschichten möglichst griffig schildern. Zum Beispiel die Handbremse des Grafen Romberg, mit der er den Zug selbst zu stoppen pflegte, weil der nicht nah genug an seinem Wohnsitz hielt. Und ein echtes Pferd. Und den Nachbau des echten Kinderzimmers zweier 14-jähriger Brüder aus Waltrop, der eine BVB-Fan, der andere Schalke-Fan. Und die Brüder, die bei der Eröffnung in ihrem Zimmer-Modell sitzen.

Apropos Eröffnung: Die ist erst am Freitag, 28. August. Bis dahin gibt es Vorträge und Mitmach-Angebote für Schulen.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund: "200 Jahre Westfalen. Jetzt!", 28.8-28.2.2016, Hansastraße 3. Info-Blog und Aktionen auf

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt