Ausstellung "Bibel und Botanik": Feigenessern geht es gut

Haus Ripshorst in Oberhausen

Pflanzen aus der Bibel? Man denkt an den brennenden Dornbusch oder das Gleichnis vom Weinstock. Etwa 120 Pflanzen nennt die Bibel. Wozu sie Menschen dienten, als Nahrung, Würze, Medizin, erklärt die Ausstellung „Bibel und Botanik“ im Haus Ripshorst in Oberhausen.

OBERHAUSEN

, 25.03.2015, 18:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Elisabeth Werth hat die Ausstellung »Bibel und Botanik« in Oberhausen konzipiert.

Elisabeth Werth hat die Ausstellung »Bibel und Botanik« in Oberhausen konzipiert.

„Frucht bringen ist unser Leitthema“, sagt Elisabeth Werth vom Evangelischen Bibelwerk im Rheinland, das die Schau konzipierte: „Ein Gärtner, der nicht erntet, hat den Beruf verfehlt. Die Bibel wendet Bilder der Botanik gern auf den Menschen an. Wer keine Frucht trägt, hat sein Leben verfehlt, weil Gottes Saat in ihm nicht aufgeht.“

34 Tafeln

Man muss die 34 Tafeln zur Flora des Heiligen Landes nicht unbedingt aus der Warte des Glaubens sehen. Zu bestechend schönen Fotos gibt es neben Bibelversen viele Informationen zur Kultivierung der Pflanzen, die oft ins Symbolische überhöht wurden.

So galten Feigen (schon 11 000 vor Christus auf dem Speiseplan) als Sinnbild für Frieden und Wohlstand. Feigenessern ging es gut. Wie wir heute wissen, dank Vitaminen und Spurenelementen. Ihr Milchsaft half gegen Geschwüre, getrocknet war sie eine Notreserve. Gerste mag es trockener als Weizen. Als Getreide der Armen gedieh sie gut auf Israels kargem Terrain.

Fruchtbarkeitssymbol

Der Granatapfel mit den vielen Samensäckchen war ein Fruchtbarkeitssymbol. Schoten vom Johannisbrot-Baum (auch in natura zu sehen) lieferten Tierfutter. Weil alle Samen 0,18 Gramm wiegen, wurden sie zur Gewichtseinheit von Edelsteinen. Karat leitet sich vom arabischen „Kirat“ für Kern ab.

Koriander war auch zu biblischer Zeit eine begehrte Speisewürze, seine ätherischen Öle fördern die Verdauung. 3500 vor Christus bauten Ägypter ihn schon an. Wussten Sie, dass man im Mittelalter Presssaft vom Wermut mit Tinte mischte? Dessen Bitterkeit schützte Schriften vor Mäusefraß. Interessant, wieder etwas gelernt.

Haus Ripshorst, Ripshorster Str. 306 in Oberhausen: „Bibel und Botanik“, bis 31. 5., Di-So 10-18 Uhr. 

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