Ausstellung zeigt faszinierenden fernen Osten

Folkwang-Museum Essen

Ein Gewand des No-Theaters zeigt in der Ausstellung "Inspiration Japan" Blumenstickereien auf goldener Seide, präsentiert in einem tiefdunklen Raum. Der schönste Moment der Ausstellung ist es, aus dieser Düsternis in einen hellen Saal zu kommen - und sich umringt zu sehen von Monets Seerosen-Bildern.

ESSEN

, 25.09.2014, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der "Sämann bei Sonnenuntergang" von Vincent van Gogh ist im Folkwang-Museum zu sehen.

Der "Sämann bei Sonnenuntergang" von Vincent van Gogh ist im Folkwang-Museum zu sehen.

Bis 18. Januar
Folkwang Museum Essen: „Inspiration Japan“, 27.9.2014-18.1.2015, Museumsplatz 1, Di-Do 10-20 Uhr, Fr 10-22 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr. Eintritt 13 Euro, ermäßigt 8 Euro, inkl. Kurzführer, Katalog 39 Euro. 

Die Künstler dagegen begeisterten sich regelrecht für die Farbholzschnitte aus Fernost mit den klaren Linien, den unnatürlichen Farben, den starken Diagonalen und der bizarren Natur. Schiefe Kiefern, wohin man schaut! „Das Leben in seiner Schlichtheit“, lobte Claude Monet.  Die sanft geschwungenen Frauenfiguren regten Van Gogh dann auch gleich 1887 zu einer „Japonaiserie“, dem Gemälde einer Kurtisane nach einem Vorbild von Keisa Eisen, an. Sein „Sämann bei Sonnenuntergang“ (1888) wirkt nicht nur durch die untergehende Sonne, sondern auch durch einen bizarren Baum wie die Essenz des Japonisme. Karl-Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang-Museums, war ebenfalls fasziniert von Japan. Dem Sammler ist es zu verdanken, dass diese Schau so viele Kostbarkeiten dieser ästhetisch strengen Kultur bereithält: Siegeldöschen und Teeschalen sowie Holzschnitte von Utamaro, Hiroshige und Hokusai, dessen berühmte „Welle“ nicht fehlen darf. Damit gelingen der Kuratorin Sandra Gianfreda die überzeugendsten Vergleiche. Wie die Gischt auf der Meereswoge tanzt, haben Claude Monet und Gustave Courbet eindeutig bei Hokusai abgeschaut.

Henri de Toulouse-Lautrec ließ sich von den „Bildern der fließenden Welt“ – so hießen die heiteren Holzschnitte der Edo-Zeit (1603-1886) – für seine Plakate für die Pariser Halbwelt inspirieren. Aber auch ein Gemälde von Edgar Degas, bei dem die Tänzerinnen eine leere Bühne umringen, wäre wohl ohne das „verinnerlichte Japan“ – so eine der zwölf Kapitelüberschriften – kaum denkbar. Sogar Picasso hat sich bei den Japanern bedient. Er studierte die erotischen Shunga-Drucke. Vorbilder und Nachschöpfungen sind dezent hinter einer Wand (mit Warnhinweis) verborgen und zeigen erstaunlich monumentale Dinge. 

Bis 18. Januar
Folkwang Museum Essen: „Inspiration Japan“, 27.9.2014-18.1.2015, Museumsplatz 1, Di-Do 10-20 Uhr, Fr 10-22 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr. Eintritt 13 Euro, ermäßigt 8 Euro, inkl. Kurzführer, Katalog 39 Euro. 

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