Autobahnkirchen sind Rastplätze der Seele

Ausstellung in Bochum

Man könnte einwenden, die Fotos, die Judith Pappe von 16 deutschen Autobahnkirchen gemacht hat, wären unscharf. Das sind sie auch. Aber das muss so sein.

BOCHUM

, 11.08.2014, 18:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Autobahnkirche Siegerland an der A 45

Die Autobahnkirche Siegerland an der A 45

Noch bis 14. August
Autobahnkirche Ruhr: „Boxenstopp bei Gott“, Anschlussstelle Bochum-Hamme, Dorstener Straße 263 in Bochum, nur noch bis 14.8., geöffnet täglich 8-20 Uhr.

Für ihr viel beachtetes Diplom-Projekt baute sie sich eine einfache Lochkamera, bei der das Licht ohne jede Linse auf das Fotopapier fällt. „Menschen, die zum Beispiel eine Kirche besuchen, sind wegen der langen Belichtungszeit auf dem Bild gar nicht zu sehen.“ So eine altmodische Kamera ähnelt allerdings auch einem Geschwindigkeitsmessgerät der Polizei. „Das hat zu vielen lustigen Begegnungen geführt“, erzählt Judith Pappe. Aber Zeit, um sich zu unterhalten und das Ganze aufzuklären, hatte die Künstlerin ja.

14 Tage lang war Judith Pappe 3500 Kilometer quer durch Deutschland unterwegs. Sie hat 16 teils spektakuläre Neubauten wie die Autobahnkirche Siegerland an der A 45 angesteuert. Aber am meisten hat der Kontrast von Beschleunigung (auf der Autobahn) und Entschleunigung (in der Autobahnkirche) die Grafik-Designerin interessiert. Sie ist selbst nicht gläubig, findet aber das Konzept der Autobahnkirchen faszinierend. „Das sind Rastplätze der Seele“, sagt sie, „in unserer schnelllebigen Welt“. Rund eine Million Menschen besuchen pro Jahr die 42 deutschen Autobahnkirchen – kaum zu glauben.   

Noch bis 14. August
Autobahnkirche Ruhr: „Boxenstopp bei Gott“, Anschlussstelle Bochum-Hamme, Dorstener Straße 263 in Bochum, nur noch bis 14.8., geöffnet täglich 8-20 Uhr.

Lesen Sie jetzt