Baerbock will Kurzstreckenflüge teurer machen und dann abschaffen

Bundestagswahl 2021

Sollte sie Kanzlerin werden, würde Baerbock ein „Klimaschutzsofortprogramm“ verabschieden. Darin enthalten: Teurere Kurzstreckenflüge. Doch die Grünen-Spitzenkandidatin hat noch mehr Ideen.

Berlin

16.05.2021, 15:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will im Falle einer Regierungsübernahme für die Abschaffung von Kurzstreckenflügen kämpfen.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will im Falle einer Regierungsübernahme für die Abschaffung von Kurzstreckenflügen kämpfen. © picture alliance/dpa

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will im Falle einer Regierungsübernahme für die Abschaffung von Kurzstreckenflügen kämpfen. Auch Billigpreise wie Mallorca-Flüge für 29 Euro dürfte es nicht mehr geben, wenn man es mit der Klimapolitik ernst meine, sagte Baerbock der „Bild am Sonntag“: „Jeder kann Urlaub machen, wo er will. Aber eine klimagerechte Besteuerung von Flügen würde solche Dumpingpreise stoppen.“ Zudem: „In Ferienzeiten liegen die Ticketpreise deutlich drüber. Die Schnäppchen gibt es für Wochenendkurztrips, da sitzt wohl kaum die Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern im Flieger.“

Die Grünen-Chefin nannte es nicht fair, wenn mit Steuergeld Kerosin subventioniert werde, während Fernfahrten mit der Bahn gerade zu Stoßzeiten teuer seien. „Wer als Familie mit dem Zug reist, sollte doch weniger zahlen als für die Kurzstrecke im Flugzeug“, sagte sie. „Und ja, Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben.“

Das erste Gesetz, das sie als Kanzlerin auf den Weg bringen würde, wäre ein „Klimaschutzsofortprogramm“. Auch würde sie eine Solaranlagenpflicht für Neubauten durchsetzen, kündigte sie an: „Künftig muss in Deutschland gelten, dass in der Regel nur noch mit Solardach neu gebaut wird.“

Baerbock: Gutverdiener sollen mehr zahlen

Zudem wollen die Grünen die Schuldenbremse reformieren. Als „Beitrag zu mehr Gerechtigkeit“ sollen Gutverdiener mehr Steuern zahlen: „Wir erhöhen den Spitzensteuersatz um drei Prozentpunkte auf 45 Prozent für alle, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen. Bei Ehepaaren ist die Grenze 200.000 Euro. Ab einem Einkommen von 250.000 bzw. 500.000 Euro folgt eine weitere Stufe mit einem Spitzensteuersatz von 48 Prozent“, erklärte Baerbock.

Die Spitzenkandidatin der Grünen könnte die jüngste Regierungschefin Deutschlands werden. Auf die Frage, ob auf ihrem Weg ins Kanzleramt Boris Palmer zum Problem werden könnte, antwortete die gebürtige Niedersächsin: „Nö.“ Der grüne Oberbürgermeister Tübingens war zuletzt mit rassistischen Äußerungen aufgefallen. Er soll nun aus der Partei ausgeschlossen werden.

RND

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