Beethoven-Favorit spielte viel besser Schumann

Klavier-Festival Ruhr

Thomas Wypior Es ist verwunderlich, dass (Foto) Preisträger beim Beethoven-Wettbewerb war und nicht bei einem Schumann-Wettbewerb. Beim Konzert des 29-jährigen Pianisten am Freitag beim Klavier-Festival Ruhr im Dortmunder Harenberg-Haus hätte man ihm für seine Interpretation von Beethovens "Appassionata" keinen Preis verliehen - und auch nicht für die der Schubert-Sonate D 784. Viel besser war Schumanns "Kreisleriana".

DORTMUND

, 21.06.2014, 13:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Wypior gab sein Debüt beim Klavier-Festival Ruhr.

Thomas Wypior gab sein Debüt beim Klavier-Festival Ruhr.

Nun sind die Konzerte mit den "Besten der Besten", die das Festival in Dortmund von früher drei auf nur noch diesen einen Abend abgespeckt hat, immer eine Wundertüte, aber festivalwürdig war das, was der Detmolder Student da im ersten Teil bot, nun gar nicht.

Wypior liebt Kontraste und spielte sie in der Schubert-Sonate auch aus, aber den Schubert-Ton traf er nicht, in den Läufen ging viel schief, an seiner Triller-Technik müsste der Pianist noch feilen und sein harter Anschlag donnerte auch in der Beethoven-Sonate in der trockenen Akustik des Amphisaals zu laut in den Raum.

"Kreisleriana" mit mehr Sicherheit Feinsinniger gestaltete er die acht Fantasien und zwei Intermezzi der "Kreisleriana", spielte da die langsamen Sätze sehr schön lyrisch aus und präsentierte sich auch technisch brillanter mit einer sehr viel sicheren Geläufigkeit. Zum Beispiel im kraftvollen Spuk der fünften Fantasie.

Wypior ist ein technisch guter Pianist, aber er wirkte bei diesem Konzert zwar hochkonzentriert (manchmal auch etwas zu vergeistigt) und sehr nervös. Richtig bravourös klang dann leider erst die Zugabe.

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