Bergbaumuseum in Bochum steht vor Riesen-Umbau

Sonderschau "Bergauf Bergab"

Das Bergbaumuseum Bochum steht vor einem Riesen-Umbau. Das beliebteste Museum des Ruhrgebiets wird sich in Zusammenarbeit mit der Ruhrkohle AG und der RAG-Stiftung zum Gedächtnis des Ruhrbergbaus entwickeln. "Dazu werden wir unsere Säle Ende 2016 für einige Zeit schließen müssen", sagte Museumsdirektor Stefan Brüggerhoff am Freitag.

BOCHUM

, 30.10.2015, 17:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bergbaumuseum in Bochum steht vor Riesen-Umbau

Herrliche Gebirgspanoramen wie dieses aus Sportgastein sind eine Stärke der neuen Schau im Bergbau-Museum.

15 Millionen Euro hat die RAG-Stiftung für den Bereich Steinkohle schon bewilligt. Insgesamt benötigt das Bergbau-Museum jedoch 50 Millionen Euro - eine Mega-Summe, für die noch viele weitere Anträge gestellt und bewilligt werden müssen.

Die Hauptattraktionen des Hauses - also das Besucherbergwerk unter Tage und der Förderturm - bleiben während des Umbaus geöffnet. Der "Schwarze Diamant", der moderne Anbau, wird die Höhepunkte der Sammlung präsentieren. Im Jahr 2018 wird das Haus wieder neu öffnen - gleichzeitig mit der Schließung der letzten Zechen.

Tolle Gebirgsfotos

Wer das Bergbaumuseum in seiner jetzigen Form noch erleben möchte, dem bietet die neue Sonderschau "Bergauf - Bergab. 10000 Jahre Bergbau in den Ostalpen" ab heute eine wunderbare Gelegenheit dazu. Denn hinter dem Titel, der einen ja nicht vom Hocker reißt, verbirgt sich eine sehenswerte Kombination aus archäologischen Erkenntnissen und tollen Gebirgsfotos.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung Bergauf Bergab

Die Ausstellung "Bergauf Bergab" erzählt vom Bergbau in den Ostalpen. Kein interessantes Thema? Von wegen. Es ist sehr spannend, was die Archäologen für die Schau im Deutschen Bergbau-Museum Bochum zusammengetragen haben. Außerdem präsentiert die Schau wunderschöne Landschaftsbilder und aufwändige Videos.
06.11.2015
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Schöne Gebirgspanoramen wie dieses aus Sportgastein in Kärnten sind eine Stärke der Ausstellung "Bergauf Bergab". © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Archäologen des Deutschen Bergbaumuseums im Salzbergwerk am Dürrnberg-Hallein. © Foto: Klaus Stange
Die Ausgrabungen - hier in einem bronzezeitlichen Bergwerk im Mitterberger Gebiet - sind mühsam. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Dieses Foto zeigt ein Depot der Archäologen. Es lässt sich gut erkennen, dass sehr viele Funde auf ihre Erforschung warten. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Auch über Tage wird gegraben. Hier wird eine 4000 Jahre alte Erzaufbereitungsanlage im Mitterberger Gebiet freigelegt.© Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Die Ausstellung der Funde ist sehr effektvoll gestaltet. © Foto: Jäger
Der Aufbau im "Schwarzen Diamanten" war sehr aufwändig. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Sogar Schuhe aus der Bronzezeit sind zu bestaunen. © Foto: Markus Schicht
Ebenfalls aus der Bronzezeit stammt diese Tragsack eines Bergmannes - eines der Punkstücke der Schau. In Salzbergwerken haben sich auch organische Materialien besonders gut erhalten. © Foto: Deutsches-Bergbau-Museum
Hier der Tragsack im Zusammenhang der Ausstellung.© Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Schon die ersten Bergleute in den Alpen suchten nach Bergkristallen - hier ein Beil. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Das vielleicht schönste Stück der Schau: die Schnabelkanne vom Dürrnberg als Replik. Das Original steht im Keltenmuseum Hallein. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Im 17./18. Jahrhundert nutzte die Bergleute dieses "Schinzeug" zur Vermessung.© Foto: Deutsches Bergbau-Museum
Mit dem Bergbau ließ sich auch gutes Geld verdienen. Dieses kostbare Vortragkreuz kündet davon. © Foto: Deutsches Bergbau-Museum

Mystisches Dunkel empfängt den Besucher. Eine Replik des berühmten Helms vom Pass Lueg symbolisiert die wehrhaften Alpenbewohner. "Heute sind die Alpen ein Hindernis auf dem Weg nach Italien oder ein Ziel für Wanderer", sagt Ausstellungsmacher Thomas Stöllner. "Aber wie lebten die Menschen dort?"

Suche nach Bergkristallen

Die Schau gibt eine vielschichtige Antwort. Vor 12000 Jahren suchten frühe Bergleute nach Bergkristallen. Ein Beil aus dem Zillertal glitzert in einer Vitrine.

Um 7000 vor Christus bauten die Kumpel Feuerstein ab, ab 2200 gruben sie nach Kupfer und Salz. Die Replik der Schnabelkanne vom Dürrnberg verrät, dass man damit reich werden konnte. Aber Exponate wie ein kleiner Schuh erzählen auch von Kinderarbeit, Gefahren und Krisen.

Die Stärke der Schau, die gemeinsam mit dem Vorarlberg-Museum in Bregenz erstellt wurde, sind die Landschaftsfotos und Videos. Gero Steffens vom Museum und die Agentur "AVttention" haben sie konzipiert. Und das Ausstellungsdesign mit Dreiecken, die an Berge erinnern, macht das Ganze zu einer zackigen Zeitreise.

 

Bergbau-Museum Bochum: "Bergauf - Bergab", Am Bergbaumuseum 28, bis 24.4.2016, Di-Fr 8.30-17, Sa/So 10-17 Uhr.