Bericht aus dem Innern

Paul Auster

Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster beschäftigt sich auch im neuen Werk "Bericht aus dem Innern" wieder mit seiner Vergangenheit - diesmal sind es die Jahre seiner Kindheit und Jugend.

28.09.2014, 12:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bericht aus dem Innern

Angefangen hatte der Autor mit diesem Buch ein Jahr nach Abschluss seines "Winterjournal" (2013 auf Deutsch erschienen). Darin zieht er Bilanz, eine Autobiografie der besonderen Art. Denn Auslöser für die Begebenheiten, von denen er berichtet, und Einsichten, die er gewonnen hat, ist sein Körper, sind Erfahrungen von Schmerz und Lust. So legt Auster in poetischem Tonfall mit "Winterjournal" einen "Katalog von Sinnesdaten" vor - versteht es wunderbar, kleine Geschichten zu erzählen.Fesselnder Erzähler

Das fesselnde Erzählen gelingt ihm auch im neuen Buch, in dem er versucht, zu konstruieren, wie er zu dem wurde, der er heute ist. An sein kindliches Ich nähert er sich durch kleine Episoden, die ihm in Erinnerung geblieben sind. Die Enttäuschung beim Besuch eines Zeichentrickstudios - seine Comichelden wurden auch hier nicht real. Er fragt, wann das Kind Paul sich als Ich bewusst wurde, wann es sich als Amerikaner sah und wann als amerikanischer Jude.Schreibstil in jungen Jahren

Im zweiten Teil analysiert er recht ausführlich zwei Kinofilme und ergründet, wie sie auf den Jungen gewirkt haben mögen. Spannender ist der dritte Teil - anhand von Briefen an seine erste Frau rekonstruiert er seinen Lebensabschnitt als Student - Revolte an der New Yorker Uni, Leben in Paris und der Kampf ums Schreiben. Er zitiert lange Passagen aus den Briefen - und der Leser erhält einen Einblick in seinen Schreibstil in jungen Jahren.

 

Paul Auster: Bericht aus dem Innern, 288 S., Rowohlt, 19,95 Euro, ISBN 978-3-498-00089-9.

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