Betäubungsmittel aus Hellmig-Krankenhaus in Kamen gestohlen

mlzMitarbeiter unter Verdacht

Ein Mitarbeiter des Hellmig-Krankenhauses soll Dutzende Ampullen des Medikaments „Fentanyl“ gestohlen haben. Eine Droge, noch gefährlicher als Heroin – und schon in geringen Mengen tödlich.

Kamen

, 21.03.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei ermittelt gegen einen Mitarbeiter des Hellmig-Krankenhauses in Kamen. Er soll unter anderem mehrere Ampullen des Medikaments „Fentanyl“ gestohlen haben, das eigentlich zu Narkosezwecken eingesetzt, wegen seiner berauschenden Wirkung aber auch als Droge missbraucht wird.

Polizei und Krankenhaus bestätigen den Vorfall

Polizeisprecher Thomas Röwekamp bestätigte, dass eine Anzeige vorliegt, hüllte sich zu Details allerdings in Schweigen. Auch der Sprecher des Krankenhausträgers Klinikum Westfalen, Klaus-Peter Wolter, wollte sich zu Art und Umfang des Vorfalls nicht äußern. Innerbetrieblich sei „ein entsprechender Vorgang festgestellt“ worden. Man habe arbeitsrechtlich reagiert und alle erforderlichen Schritte eingeleitet. „Wir unterstützen die behördliche Aufklärung umfassend, wollen den Ermittlungen aber nicht vorgreifen und sie auch nicht belasten“, sagte er.

Unbestätigten Informationen unserer Redaktion zufolge soll der unter Verdacht stehende Anästhesiepfleger kräftig zugegriffen haben. Von 70 Ampullen des Mittels „Fentanyl“ zu je zehn Millilitern ist die Rede; und weiteren Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Der Mann soll schon länger auffällig gewesen und von Kollegen am Montag vergangener Woche dann dabei beobachtet worden sein, wie er etwas eingesteckt hat. Bei einer sofort eingeleiteten Kontrolle sei der mutmaßliche Diebstahl dann aufgefallen, heißt es. Mehrere Packungen in dem für Medikamente dieser Art vorgesehenen Tresor sollen leer gewesen sein. Das Krankenhaus habe daraufhin sofort die Polizei eingeschaltet und den unter Verdacht stehenden Mitarbeiter fristlos entlassen.

Strenge Vorgaben zur Sicherung und Kontrolle

Trotzdem: Erweisen sich die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter als richtig, könnte die Angelegenheit auch für das Krankenhaus selbst ein Nachspiel haben. Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, müssen nicht nur speziell gesichert werden. Über die Bestände muss auch genauestens Buch geführt werden. Gegenstand der Ermittlungen dürfte also auch die Frage sein, ob das Krankenhaus seiner Kontrollpflicht ausreichend nachgekommen ist.

„Fentanyl“ ist ein Opioid, das als Schmerzmittel zur Sucht führen kann. Vor allem in den USA ist das Mittel berüchtigt, Tausende Drogentote werden darauf zurückgeführt. Einer von ihnen: Popstar Prince. Zuletzt machte das Mittel zudem Schlagzeilen, weil es in Nebraska für eine Hinrichtung eingesetzt wurde.

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