Biden kurz vor Einzug ins Weiße Haus? Auf diese Bundesstaaten kommt es jetzt an

Wahlen in den USA

Die Chancen von Joe Biden, den Einzug ins Weiße Haus zu schaffen, werden immer größer. Nach Siegen in Michigan und Wisconsin hängt jetzt viel an Nevada. Dort könnte die Wahl entschieden werden.

Washington

05.11.2020, 05:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wird Joe Biden der nächste Präsident der USA? Alles hängt von einem Bundesstaat noch ab.

Wird Joe Biden der nächste Präsident der USA? Alles hängt von einem Bundesstaat noch ab. © picture alliance/dpa

Mit den von US-Sendern ausgerufenen wichtigen Siegen in Michigan und Wisconsin steht Joe Biden kurz vor dem Ziel: Ihm fehlten am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nur noch die Staaten Arizona und Nevada zum Wahlsieg, in beiden lag er in Prognosen vorne. Vor allem in Nevada ist das Rennen zwischen den beiden Kandidaten eng.

Biden führt nach Auswertung von mehr als 85 Prozent der Stimmen. Jedoch trennen die beiden Kandidaten hier nur wenige Tausend Stimmen. Gemäß dem aktuellen Stand der Auszählung führt der demokratische Herausforderer knapp vor Trump mit 49,33 zu 48,69 Prozent. Die noch fehlenden Briefwahlstimmen dürften jedoch in Bidens Richtung gehen. Bis eine definitive Entscheidung feststeht.

Der Bundesstaat Nevada will erst am Donnerstagabend deutscher Zeit wieder frische Informationen zum Stand der Auszählung veröffentlichen. Die Behörden verwiesen am Mittwoch (Ortszeit) darauf, dass noch rechtzeitig per Post verschickte Stimmzettel gültig seien, die bis zum späten Nachmittag am 10. November eintreffen. Updates zum Stand des Rennens solle es ab Donnerstag täglich um 9.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) geben.

Kopf-an-Kopf-Rennen in Georgia

In Georgia liegt Trump um einige zehntausend Stimmen vorne - Tendenz schrumpfend. Vor allem noch auszuzählende Stimmen in Fulton County mit der demokratenstarken Metropole Atlanta können den Abstand weiter verringern. Kommentatoren hielten es für möglich, dass der Demokrat den Staat noch dreht. Sollte sich dieser Staat tatsächlich noch blau einfärben, hätte Biden den Sieg sicher.

Mehr Stimmen fehlten in Pennsylvania. Dort stand laut der Statistikseite Fivethirtyeight noch die Zählung von rund einem Sechstel aller Stimmen aus. Dort lag Trump rund 300.000 Stimmen vorne, doch die meisten Fehlenden waren auch per Briefwahl abgegeben worden. Hier hatten Offizielle angedeutet, dass möglicherweise erst am Donnerstag oder Freitag belastbare Zahlen vorliegen könnten. werden allerdings noch Tage vergehen.

Den Bundesstaat Arizona hatten US-Sender und die Nachrichtenagentur AP bereits Biden zugeschlagen. Zunächst gab es keine Anzeichen, dass sich das gesamte Rennen noch drehen würde. Dort standen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) noch rund 600.000 Stimmen aus. Für 19.00 Uhr (03.00 Uhr MEZ) hatte Maricopa County mit der Metropole Phoenix weitere Zahlen angekündigt. Trumps Team hoffte auf einen größeren Fehler in Arizona und Siege in Pennsylvania und Georgia. Dann käme der Präsident doch noch auf eine Mehrheit.

Republikaner wollen in Wisconsin Nachzählung beantragen

Im Biden zugesprochenen Wisconsin hatte dieser laut der vorläufigen vollständigen Zählung mit rund 20.000 Stimmen oder etwa 0,7 Prozentpunkte vorne gelegen. Die Republikaner kündigten an, eine Nachzählung zu beantragen - in früheren Jahren hatten sich dabei meist nur einige hundert Stimmen verschoben.

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden. In den drei Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen.

Der Weg ins Weiße Haus: So gewinnt Joe Biden

Sollte Biden nach Michigan und Arizona auch Nevada für sich entscheiden, hätte er den Kampf ums Weiße Haus mit 270 Wahlleuten gewonnen. Mit Pennsylvania (20) und Georgia (16) könnte er seinen Vorsprung ausbauen und käme auf 306 Wahlleute.

Der Weg ins Weiße Haus: So gewinnt Donald Trump

Trump muss nach den Niederlagen in Michigan und Wisconsin folgende verbliebenen Bundesstaaten definitiv gewinnen: Nevada, Georgia, North Carolina und Pennsylvania. Nur so kommt er auf mehr als 270 Wahlleute.

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