Bis zu 300 Millionen Dosen: EU kauft Biontech-Impfstoff

Coronavirus

Die EU-Staaten kaufen bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes der Firmen Biontech und Pfizer. Laut Biontech könnte die Lieferung noch Ende dieses Jahres beginnen.

Brüssel

11.11.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die EU hat sich vertraglich 300 Millionen Impfdosen gesichert.

Die EU hat sich vertraglich 300 Millionen Impfdosen gesichert. © picture alliance/dpa

Deutschland und die übrigen EU-Staaten kaufen bis zu 300 Millionen Dosen des vielversprechenden Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer. Die EU-Kommission billigte am Mittwoch formal den Rahmenvertrag. Die beiden Firmen wollen noch dieses Jahr mit der Lieferung beginnen - vorausgesetzt, sie bekommen eine europäische Zulassung der Arzneimittelbehörde EMA.

Für Millionen Europäer ist dennoch weiter Geduld gefragt: „Selbst ein Impfstoff ist kein Patentrezept“ zum sofortigen Stopp der Pandemie, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Auch nach einer Zulassung laufen Produktion, Lieferung und Abgabe an die insgesamt 450 Millionen Europäer nur in Etappen.

Impfstoff steht vermutlich erst ab Sommer 2021 flächendeckend bereit

Solange gelte: „Es ist extrem wichtig, uns selbst und diejenigen in unserer Nähe zu schützen“, sagte Kyriakides. Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) erwartet, dass erst ab Sommer 2021 flächendeckend Impfstoff bereit steht, wie sie der „Augsburger Allgemeinen“ sagte.

Der neue EU-Vertrag sieht den Kauf von 200 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer vor und die Option auf 100 Millionen weitere. Nach einer EU-Vereinbarung werden künftige Impfstoffe nach Bevölkerungszahl verteilt. Deutschland kann demnach aus diesem Rahmenvertrag mit knapp einem Fünftel der Menge rechnen - rechnerisch etwa 56 Millionen Einheiten. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte hingegen die Erwartung auf bis zu 100 Millionen Impfdosen geäußert.

Rahmenverträge auch mit drei weiteren Herstellern geschlossen

Die EU-Kommission hat schon mit drei weiteren Impfstoffherstellern ähnliche Rahmenverträge geschlossen - mit Johnson&Johnson (200 Millionen Dosen), Astrazeneca (300 Millionen Dosen) und Sanofi-GSK (300 Millionen Dosen). Auch sie haben aussichtsreiche Impfstoff-Kandidaten am Start.

Biontech und Pfizer hatten am Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Daten aus ihren klinischen Tests vorgelegt. Die Zulassung kann bei der EMA beantragt werden, sobald ausreichende Testdaten vorliegen.

Biontech teilte am Mittwoch mit, die Lieferung könnte Ende dieses Jahres beginnen, sollte sich der klinische Erfolg bestätigen und die behördliche Genehmigung vorliegen. Die Impfstoffdosen für Europa sollen in Deutschland und Belgien hergestellt werden. Der EU-Vertrag sei der bisher größte für Biontech und Pfizer, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla.

RND

Schlagworte: